Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Startschuss für deutsch-niederländisches Forschungsprojekt "Future-Ems"

06.03.2012
Ein höheres Sturmflutrisiko, verschlickte Häfen und Kanäle und ein geringerer ökologischer Wert – das ist die heutige Situation im Ems-Dollart.

Der Grund: In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Umweltbedingungen in dem Gebiet deutlich verschlechtert, so sind beispielsweise Schwebstofffracht und Tidenhub gestiegen. Ein neues deutsch-niederländisches Forschungsprojekt soll nun das Wissen über den Ems-Dollart wesentlich erweitern und neue Werkzeuge für die Lösung praktischer Probleme entwickeln.

"Impact of climate change and human intervention on hydrodynamics and environmental conditions in the Ems-Dollart estuary: an integrated data-modelling approach", kurz: „Future-Ems“, nennen die WissenschaftlerInnen ihr multidisziplinäres Forschungsprojekt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Niederländische Organisation für wissenschaftliche Untersuchungen/Forschung (NWO) fördern es vier Jahre lang mit 500.000 Euro.

Der Startschuss fällt in dieser Woche: Mit einem Kick-off-Meeting im Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst. Koordiniert wird das Projekt von Prof. Dr. Emil Stanev vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) und Dr. Thomas Badewien vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) an der Universität Oldenburg. Beteiligt sind WissenschaftlerInnen verschiedener Fachrichtungen wie Ozeanographie, Mathematik, Geologie und Biologie.

Die Ems-Dollart-Mündung ist für die benachbarten Regionen in den Niederlanden und in Deutschland von großer ökologischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Ziel des "Future-Ems"-Projekts ist ein Computermodell, das das Verhalten der Ems im Detail simulieren kann. "Das Modell soll die Grundlage für Gespräche zwischen Wissenschaftlern und Entscheidungsträgern bilden – etwa darüber, wie geeignete, günstige und umweltfreundliche Maßnahmen ergriffen werden können, um den ökologischen Wert des Systems zu verbessern und gleichzeitig die wichtige wirtschaftliche Rolle für die Region zu erhalten", erklärt Stanev.

"Zunächst werden wir neue Umweltdaten erheben und die bestehenden Datensätze ergänzen", sagt Badewien. Die Oldenburger WissenschaftlerInnen werden dazu gemeinsam koordinierte Messkampagnen mit dem Forschungsschiff Otzum durchführen. Zudem werden bestehende Datensätze integriert und ein numerisches Modell des Systems verbessert und erweitert. Das neue Modell soll helfen abzuschätzen, wie sich Klimawandel und menschliche Eingriffe u.a. auf die Strömungsdynamik oder den Sauerstoff- und Phytoplanktongehalt des Ems-Dollart-Systems auswirken.

Neben der Universität Oldenburg und dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht sind die Universität Utrecht, die Technische Universität Delft, die Universität Kiel, die Universität Twente, Senckenberg am Meer (Wilhelmshaven) und die Bundesanstalt für Gewässerkunde (Koblenz) an dem Projekt beteiligt.

Kontakt: Dr. Thomas Badewien, ICBM, Tel.: 0441/798-8240, E-Mail: badewien@icbm.de (Projektkoordination), Prof. Dr. Emil Stanev, ICBM/HZG, Tel.: 0441/798-4061, E-Mail: e.stanev@icbm.de (Wissenschaftliche Koordination)

Dr. Corinna Dahm-Brey | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-oldenburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Drohnen zählen Tiere in Afrika
11.07.2018 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

nachricht Schwarzer Kohlenstoff altert in Böden und Flüssen vor dem Transport ins Meer
10.07.2018 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Im Focus: Magnetic vortices: Two independent magnetic skyrmion phases discovered in a single material

For the first time a team of researchers have discovered two different phases of magnetic skyrmions in a single material. Physicists of the Technical Universities of Munich and Dresden and the University of Cologne can now better study and understand the properties of these magnetic structures, which are important for both basic research and applications.

Whirlpools are an everyday experience in a bath tub: When the water is drained a circular vortex is formed. Typically, such whirls are rather stable. Similar...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation

13.07.2018 | Informationstechnologie

Fachhochschule Südwestfalen entwickelt innovative Zinklamellenbeschichtung

13.07.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics