Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuartige Überwachungsgeräte behalten Vulkane scharf im Auge

24.03.2009
Forscher der Chalmers University of Technology in Schweden haben Überwachungsgeräte zur Messung der durch Vulkane ausgestoßenen Mengen an Schwefeldioxid entwickelt.

Die Geräte werden bei 17 der weltweit aktivsten Vulkane zum Einsatz kommen und die Messergebnisse werden den Wissenschaftlern dann eine Hilfe bei der Vorhersage von Vulkanausbrüchen sowie bei der Verbesserung globaler Klimamodelle sein. Sie könnten auch bei der Messung der Luftverschmutzung in Großstädten genutzt werden.

Die aktivsten Vulkane der Welt, der Ätna und der Stromboli in Italien sowie der Kilauea auf Hawaii, USA, haben Observatorien, die ständig mehrere Faktoren der Vulkanaktivität einschließlich der seismischen Aktivität überwachen, um im Fall eines Ausbruchs möglicherweise Evakuierungen in die Wege zu leiten. Die von den Forschern entwickelten verbesserten Überwachungsgeräte verleihen diesen Beobachtungsaktivitäten eine neue Dimension und tragen somit zu einer verbesserten Sicherheit rund um die Vulkane bei.

"Zunehmende Gasemissionen können anzeigen, dass innerhalb des Vulkans Magma ansteigt", teilte Dr. Mattias Johansson vom Fachbereich Funk- und Weltraumwissenschaften der Universität mit, der an der Entwicklung der neuartigen Ausrüstung beteiligt war. "Wenn diese Information den anderen Parametern hinzugefügt wird, können in den Observatorien bessere Risikoabschätzungen vorgenommen werden."

Die neuen Überwachungsgeräte messen die Gesamtmenge des von Vulkanen ausgestoßenen Gases, wohingegen andere Messverfahren das Gas nur an bestimmten Punkten messen können. Dr. Johanssons Verfahren ist insofern anders, dass Messgeräte in verschiedenen Positionen rund um einen Vulkan platziert werden und die Zahlen dann zur Bildung einer Gesamtmenge addiert werden können. Im Rahmen von Dr. Johanssons Forschungsarbeit wurden die Überwachungsgeräte außerdem energieeffizienter und ausreichend stabil realisiert, um in Ländern mit unwirtlichem Klima, schwierigem Gelände und schlechter Infrastruktur in Einsatz gelangen zu können.

"Ich habe vor allem an der Software gearbeitet, die zur Verarbeitung und Darstellung der Messergebnisse erforderlich ist", erläuterte er. "So habe ich unter anderem ein Programm geschrieben, das die gesammelten Daten analysiert, das Ausströmen der Gase berechnet und die Information als eine einfache grafische Darstellung auf einen Computerbildschirm bringt, sodass die Mitarbeiter der Beobachtungsstelle nur einen kurzen Blick darauf werfen müssen, um herauszufinden, wie viel Schwefeldioxid der Vulkan zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt ausstößt."

Das Messgerät kann gleichermaßen zur Messung der Luftverschmutzung in Großstädten dienen und damit zur Verbesserung globaler Klimamodelle beitragen, wenn den Forschern nun regelmäßige Berichte darüber zur Verfügung stehen, wie viel Schwefeldioxid von Vulkanen ausgestoßen wird.

"Schwefeldioxid wird in der Atmosphäre in Sulfatteilchen umgewandelt und diese Teilchen müssen in Klimamodellen berücksichtigt werden, wenn die Modelle genau sein sollen", so der Forschungspartner Professor Bo Galle, gleichfalls von der Chalmers University of Technology. "Vulkane sind eine überaus wichtige Quelle an Schwefeldioxid. Beispielsweise stößt schon der Ätna allein zehnmal mehr Schwefeldioxid als ganz Schweden aus."

| CORDIS News
Weitere Informationen:
http://www.chalmers.se
http://cordis.europa.eu/
http://www.kooperation-international.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Januskopf des südasiatischen Monsuns
15.06.2018 | Max-Planck-Institut für Chemie

nachricht Was das Eis der West-Antarktis vor 10.000 Jahren gerettet hat, wird ihr heute nicht helfen
14.06.2018 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics