Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grönlands Eispanzer schrumpft immer schneller – Geodäten der TUD werten Satellitendaten für internationale Studie aus

11.12.2019

Grönland verliert siebenmal schneller Eis als in den 1990er Jahren. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die heute, 10. Dezember 2019, bei „Nature“ veröffentlicht wurde und das bisher umfassendste Bild des grönländischen Eisverlusts zeichnet. Demnach hat Grönland seit 1992 3,8 Billionen Tonnen Eis verloren – genug, um den globalen Meeresspiegel um 10,6 Millimeter zu erhöhen. Die Eisverlustrate ist von 33 Milliarden Tonnen pro Jahr in den 1990er Jahren auf zuletzt 254 Milliarden Tonnen pro Jahr gestiegen.

Hinter der Analyse steht ein Team von 96 Polarforschern aus 50 internationalen Wissenschaftseinrichtungen, darunter auch die TU Dresden. Für die Vergleichsstudie „Ice Sheet Mass Balance Inter-Comparison Exercise (IMBIE)“ führten die Forscher insgesamt 26 verschiedene Erhebungen durch, um Änderungen des Grönländischen Eisschilds zu berechnen. Dabei wurden Daten von elf verschiedenen Satellitenmissionen verwendet.


Grönlandeis

(c) TUD/Mirko Scheinert

Wissenschaftler der Professur für Geodätische Erdsystemforschung an der TU Dresden werteten dafür die Daten der Satellitenmission GRACE (Gravity Recovery and Climate Experiment) aus den Jahren 2003 bis 2016 aus. „GRACE beobachtet kleinste Änderungen der Gravitationskraft“, erklärt Dr. Andreas Groh.

„Diese entstehen, wenn Massen in bestimmten Gebieten zu- oder abnehmen. Aus diesen Beobachtungen können wir auch auf die Änderungen der Eismassen in Grönland schließen.“

„Die unterschiedlichen Messverfahren, die in der Studie zusammengeführt werden, liefern übereinstimmende Ergebnisse. Wir können also die Eismassenverluste Grönlands zuverlässig quantifizieren. Diese tragen ca. 22 Prozent zum derzeitigen globalen Meeresspiegelanstieg bei und bewirken auch, dass sich der Anstieg beschleunigt“, ergänzt Prof. Martin Horwath.

Eine Milliarde Tonnen entspricht der Masse von einem Kubikkilometer Wasser. Nimmt kontinentales Eis um 100 Milliarde Tonnen ab, steigt der Meeresspiegel im globalen Mittel um 0,28 Millimeter.

Die Professur für Geodätische Erdsystemforschung forscht schwerpunktmäßig zu den kontinentalen Eisschilden in Antarktika und Grönland und deren Wechselwirkung mit der festen Erde und dem Ozean.

Dafür nutzen die Wissenschaftler neben den Daten moderner Satellitenmissionen die Ergebnisse eigener Feldmessungen.

Pressemitteilung des IMBIE-Projektes mit Bild- und Videomaterial:
http://imbie.org/news/press/media-pack-2019
Passwort: bearpolar

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Martin Horwath
Tel.: +49 351 463-37582
E-Mail: martin.horwath@tu-dresden.de

Dr. Andreas Groh
Tel.: +49 351 463 33416
E-Mail: andreas.groh@tu-dresden.de

Originalpublikation:

„Mass balance of the Greenland Ice Sheet from 1992-2018“
DOI: 10.1038/s41586-019-1855-2

Weitere Informationen:

https://tu-dresden.de/bu/umwelt/geo/ipg/gef
https://data1.geo.tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | Technische Universität Dresden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Das bekannteste Gestein der Welt? Der Andesit ist Gestein des Jahres 2020
23.01.2020 | GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung

nachricht Neutronenquelle ermöglicht Blick in Dino-Eier
22.01.2020 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnellster hochpräziser 3D-Drucker

3D-Drucker, die im Millimeterbereich und größer drucken, finden derzeit Eingang in die unterschiedlichsten industriellen Produktionsprozesse. Viele Anwendungen benötigen jedoch einen präzisen Druck im Mikrometermaßstab und eine deutlich höhere Druckgeschwindigkeit. Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben ein System entwickelt, mit dem sich in bisher noch nicht erreichter Geschwindigkeit hochpräzise, zentimetergroße Objekte mit submikrometergroßen Details drucken lassen. Dieses System präsentieren sie in einem Sonderband der Zeitschrift Advanced Functional Materials. (DOI: 10.1002/adfm.201907795).

Um nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Zuverlässigkeit ihres Aufbaus zu demonstrieren, haben die Forscherinnen und Forscher eine 60 Kubikmillimeter...

Im Focus: Wie man ein Bild von einem Lichtpuls macht

Um die Form von Lichtpulsen zu messen, brauchte man bisher komplizierte Messanlagen. Ein Team von MPI Garching, LMU München und TU Wien schafft das nun viel einfacher.

Mit modernen Lasern lassen sich heute extrem kurze Lichtpulse erzeugen, mit denen man dann Materialien untersuchen oder sogar medizinische Diagnosen erstellen...

Im Focus: Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

Was in winzigen elektronischen Bauteilen oder in Molekülen geschieht, lässt sich nun auf einige 100 Attosekunden und ein Atom genau filmen

Wie Bauteile für künftige Computer arbeiten, lässt sich jetzt gewissermaßen in HD-Qualität filmen. Manish Garg und Klaus Kern, die am Max-Planck-Institut für...

Im Focus: Integrierte Mikrochips für elektronische Haut

Forscher aus Dresden und Osaka präsentieren das erste vollintegrierte Bauelement aus Magnetsensoren und organischer Elektronik und schaffen eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von elektronischer Haut.

Die menschliche Haut ist faszinierend und hat viele Funktionen. Eine davon ist der Tastsinn, bei dem vielfältige Informationen aus der Umgebung verarbeitet...

Im Focus: Dresdner Forscher entdecken Mechanismus bei aggressivem Krebs

Enzym blockiert Wächterfunktion gegen unkontrollierte Zellteilung

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) haben gemeinsam mit einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität

22.01.2020 | Veranstaltungen

ENERGIE – Wende. Wandel. Wissen.

22.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lichtgetriebene Nanomotoren - Erfolgreich gekoppelt

28.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Warum Gesunde für Kranke so wichtig sind! – Vergleichsstudie geht Fibromyalgie-Syndrom auf den Grund

28.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kiss and Run: Wie Zellen ihre Bestandteile trennen und recyceln

28.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics