Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erforschung von Sturmfluten

05.09.2005


Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Folgeprojekt zur physikalischen Entstehung von extremen Sturmfluten und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten.


Sturmflut an der Nordsee


Dammbruch



Die Bilder katastrophaler Überschwemmungen sind den Menschen durch die Ereignisse der letzten Jahre stark in Erinnerung. Allein in Deutschland führten Hochwasserereignisse in der jüngeren Vergangenheit zu großen Schäden und Verlusten, wie das Pfingsthochwasser 1999, das Elbehochwasser 2002 oder das aktuelle Sommerhochwasser 2005, für das die Aufräumarbeiten noch nicht abgeschlossen sind.



Über die Grenzen von Deutschland hinaus schockieren die Bilder der Tsunami-Katastrophe in Südostasien 2004 und des Hurricanes "Katrina" mit noch nicht abschätzbaren Folgen am Mississippi-Delta.

Die deutschen Küstengebiete sind seit der Februarflut 1962 von katastrophalen Überschwemmungen verschont geblieben, was nicht zu der Ansicht verleiten sollte, dass die deutschen Küsten gegen solche Gefährdungen uneingeschränkt geschützt sind. "Eine Sturmflut entsteht durch mehrere, zum Teil zufallsbedingte Ursachen, die fast jederzeit zu einer nie da gewesenen extremen Sturmflut führen können. Insbesondere unter Berücksichtigung der sich ändernden Klimaverhältnisse können solche Extreme nicht ausgeschlossen werden", so Professor Dr.-Ing. Jürgen Jensen vom Forschungsinstitut Wasser und Umwelt (fwu) der Universität Siegen.

Vor diesem Hintergrund führte das Institut unter seiner Leitung von 2002 bis 2005 ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (bmbf) gefördertes Forschungsprojekt durch, das sich mit der physikalischen Entstehung von extremen Sturmfluten in der Deutschen Bucht und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten befasste. Das Projekt mit dem Namen "Modellgestützte Untersuchungen zu Sturmfluten mit sehr geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten an der Deutschen Nordseeküste (MUSE)" wurde in enger Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) durchgeführt und im Sommer 2005 erfolgreich abgeschlossen. Professor Jensen: "Mit den Ergebnissen dieses Projektes können wir hoch zufrieden sein. Damit haben wir einen wichtigen Beitrag für die Einrichtung eines modernen risikoorientierten Küstenzonenmanagements in Deutschland geleistet."

Aufgrund der positiven Ergebnisse wurde jetzt ein Nachfolgeprojekt mit dem Titel "Modellgestützte Untersuchungen zu Sturmhochwasserständen mit sehr geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten an der Deutschen Ostseeküste (MUSE Ostsee)" vom BMBF bewilligt, das entsprechende Ergebnisse für die Ostseeküste liefern soll. Denn: "Die Ergebnisse des ersten Projektes lassen sich nicht ohne weiteres auf die Ostsee übertragen, da die Ostsee völlig unterschiedliche Systemeigenschaften im Vergleich zur Nordsee aufweist. Durch die Tatsache, dass die Ostsee ein fast geschlossenes Becken ist und kein maßgebender Einfluss der Tide vorhanden ist, entstehen sehr komplexe Schwingungszustände, die zu lang anhaltenden Hochwasserständen führen können", so Dipl.-Ing. Christoph Mudersbach vom Forschungsinstitut Wasser und Umwelt (fwu).

Das Projekt MUSE Ostsee wird mit den bereits erwähnten Kooperationspartnern und zusätzlich mit dem GKSS Forschungszentrum Geesthacht, der Universität Kiel und der Universität Rostock durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit einer Gesamtsumme von rund 1 Mio. EUR genehmigt. Davon entfallen allein rund 500.000 EUR als Drittmitteleinnahmen auf die Universität Siegen.

"Projekte in dieser Größenordnung sind für unseren Fachbereich Bauingenieurwesen von großer Bedeutung und sichern uns im landesweiten Hochschulvergleich Spitzenplätze. Insbesondere die Studierenden profitieren in der Ausbildung durch die intensive Forschungsarbeit", so der Dekan des Fachbereichs Bauingenierwesen, Professor Dr.-Ing. Richard A. Herrmann.

Kontakt und weitere Info:
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jensen
Universität Siegen, Fachbereich Bauingenieurwesen
Tel.: 0271 / 740-2172
email: jensen@fb10.uni-siegen.de

Kordula Lindner-Jarchow M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-siegen.de

Weitere Berichte zu: Forschungsinstitut MUSE Ostsee Sturmflut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Biber verändern das Gesicht der Arktis
16.07.2018 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Drohnen zählen Tiere in Afrika
11.07.2018 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics