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Konzentration auf die Erdbebengebiete Europas

30.06.2005


Da die gegenwärtigen Technologien bei der Lieferung genauer Vorhersagen zu seismischen Vorgängen hinter den Erwartungen zurückbleiben, wurden Anstrengungen unternommen, um die Methoden zur seismischen Risikobewertung in der EU zu verbessern.



Das EESD-Programm der Europäischen Kommission finanzierte das CORSEIS-Projekt, das sich auf die Verbesserung der seismischen Risikobewertung durch den Ausbau der verfügbaren Wissensbasis zu einer Reihe von Parametern richtete. Die Forscher konzentrierten sich auf die seismische Region von Aigion in der Nähe des Golfs von Korinth, um die Verwerfungsgeometrie in Raum und Zeit zu studieren.



Drei spezifische Aspekte, die das Forschungsthema bildeten, waren die mittel- und kurzfristigen Geschwindigkeiten von Verwerfungsrutschen, die vertikalen tektonischen Bewegungen sowie die Hinweise auf Paläoerdbeben. In der East Eliki-Verwerfung wurden Erdbeben identifiziert, die bis ins Jahr 100 v.Chr. zurückreichten. Die Geschwindigkeit der Rutsche bei jedem Ereignis in dieser speziellen Verwerfung lag im Bereich von 0.6m bis 2.4m.

Die langfristigen Geschwindigkeiten der Rutsche in der East Eliki-Verwerfung in den vergangenen 200,000 bis 300,000 Jahren wurden auf etwa 7 bis 9mm/Jahr berechnet. Für die West Eliki-Verwerfung wurde dieser Wert auf 9 bis 11mm/Jahr berechnet. Die Aigion-Verwerfung wies ähnliche Werte auf und es ist interessant anzumerken, dass zwischen 1800 n.Chr. und 1160 n.Chr. genau drei Ereignisse stattfanden.

Die Kombination der historischen Daten mit den gegenwärtigen wissenschaftlichen Beobachtungen lieferte eine neue Perspektive für die Dynamik in der Region von Aigion und für deren seismologisches Profil. Von besonderem Wert waren die vertikalen Hebungsraten, die seit den vergangenen 200,000 bis 300,000 Jahren durchschnittlich 1mm/Jahr betrugen.

Alle erzielten Ergebnisse erleichtern wahrscheinlich die genaue Modellierung der Verwerfungsmechanik, der Prozesse in der Erdkruste und des Bodenverhaltens. Diese Modelle könnten die Langzeituntersuchung und die seismische Risikobewertung in von Erdbeben betroffenen Regionen innerhalb Europas begünstigen.

Dr Daniela Pantosti | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ingv.it

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