Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine Methode, zwei Einsatzgebiete: Beurteilung der Wassergüte und Hilfe für Archäologen

25.11.2002


"An der Universität von Birmingham in Großbritannien und an der TU Clausthal wurde die Methode der spektralen induzierten Polarisation (SIP) für unterschiedliche Einsatzgebiete weiterentwickelt. Gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst war Norbert Schleifer für zwei Wochen in Birmingham zu Gast, um die Clausthaler Arbeiten vorzustellen und zu diskutieren, und im Gegenzug kam MSc Julian Scott zu uns", sagt Professor Dr. Andreas Weller vom Institut für Geophysik der TU Clausthal.



Die Clausthaler Geophysiker setzen die SIP-Methode seit rund zwei Jahren mit Erfolg ein, um bronzezeitliche Bohlenwege, die nur wenige Dezimeter unter der Erde liegen, aufzuspüren. Das ist für die Archäologen äußerst hilfreich, mussten sie doch bisher umfangreiche Ausgrabungen ausführen, um die Siedungsreste zu finden. Mit der SIP-Methode werden dem Archäologen gleichsam Röntgenaugen verliehen, und er kann später, nachdem er sich mit der geophysikalischen Methode einen Überblick verschafft hat, Details, die ihn besonders interessieren, freilegen.



In Birmingham wird die gleiche Methode mit einer anderen Zielstellung weiterentwickelt."25 Prozent des Grundwassers in England und Wales wird aus triassischen Sandsteinen gewonnen. In einem ersten Schritt untersuchte ich Sandsteinproben verschiedener Herkunft daraufhin, ob und wie sich der Porenraum zwischen den verbackenen Sandkörnern, die Form der Poren sowie der Gehalt an Tonmineralen in den Messsignalen widerspiegelt", erklärt MSc Julian Scott.

"Die Clausthaler und die Birminghamer Apparatur sind vom gleichen Hersteller, aber die Messzellen und Probenhalter sind etwas anders gebaut. Wir haben unsere Messungen verglichen. Die in beiden Labors gewonnenen Aussagen ergänzen sich gut", sagt Professor Weller.

"Die konkurrierenden Methoden (Porosimetrie und Dünnschliffmikroskopie) sind nur nach aufwendiger Probenpäparation im Labor durchführbar. So haben sie aber ihre spezifischen Unsicherheitsfaktoren. Wird die Struktur der Tonmineralien durch die Trocknung der Probe zerstört? Ist die kleine Probe vielleicht gar nicht aussagekräftig für den ganzen Sandstein? Ein Fernziel der Forschungen könnte sein, in der Umgebung eines Brunnens die Elektroden in den Boden zu spießen und anhand der elektrischen Signale Aussagen darüber treffen zu können, ob das aus dem Sandstein zutretende Grundwasser sauber oder verschmutzt ist", sagt MSc Julian Scott.

Die Clausthaler und Birminghamer Geophysiker saugen Nektar aus der Kooperation, indem sie mit gemeinsam konzipierten Versuchen mehr über die Ursachen der Messeffekte lernen und damit die gewonnenen Ergebnisse besser interpretieren können.


Weitere Informationen:
Prof. Dr. Andreas Weller
Institut für Geophysik
Technische Universität Clausthal
Arnold-Sommerfeld-Str.1
D-38678 Clausthal-Zellerfeld
Tel.:0 5323 722233
Fax: 0 5323 722320
E-Mail: andreas.weller@tu-clausthal.de


Jochen Brinkmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifg.tu-clausthal.de/
http://www.earthsciences.bham.ac.uk/people/research/SCOTT_j.htm

Weitere Berichte zu: Birmingham Einsatzgebiet Sandstein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Januskopf des südasiatischen Monsuns
15.06.2018 | Max-Planck-Institut für Chemie

nachricht Was das Eis der West-Antarktis vor 10.000 Jahren gerettet hat, wird ihr heute nicht helfen
14.06.2018 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics