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Die Regenwälder der Meere

23.05.2008
Korallenriffe bei der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn - International Coral Reef Initiative (ICRI) soll gestärkt werden (gemeinsame Pressemitteilung des Museums für Naturkunde Berlin mit dem VDST e.V. und Reef Check e.V.)

Reef Check e.V., der Verband Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST), und das Museum für Naturkunde Berlin, das die deutschen Aktivitäten im Internationalen Jahr des Riffes 2008 koordinieren, sind in der Zeit vom 27.05. - 30.05.08 auf der Expo der Vielfalt der Konferenz zur biologischen Vielfalt der Vereinten Nationen in Bonn.

Am Stand 64 wollen sie darauf hinwirken, dass die Bedrohung der Korallenriffe stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und Politik rückt, und auch die Verantwortung vor allem der entwickelten Länder für die Erhaltung der Riffe betont wird. Die International Coral Reef Initiative (ICRI), die das Internationale Jahr des Riffes 2008 (IYOR 2008) ausgerufen hat, das deutsche Team des IYOR 2008, der VDST und Reef Check e.V. halten es für wünschenswert, dass die entwickelte Welt ihre Aktivitäten im Riffschutz verstärkt und rufen dazu auf, das mehr Länder eine Mitgliedschaft bei ICRI anstreben. Der Stand ist darüber hinaus Anlaufpunkt für Delegierte der Konferenz, Journalisten und die breite Öffentlichkeit, die sich über die Biodiversität unter Wasser informieren möchten.

Derzeit beraten in Bonn 6.000 Teilnehmer auf der Konferenz der Vertragsstaaten der Vereinbarung zur biologischen Vielfalt (CBD). Schwerpunkte auf der 9. Vertragsstaatenkonferenz sind der Zugang zu genetischen Ressourcen und der gerechte Vorteilsausgleich, das sogenannte ABS-Regime, sowie die Verbesserung der Finanzierung des globalen Schutzes der biologischen Vielfalt. Beides sind Themen, die auch höchste Relevanz für die Korallenriffe haben: Korallenriffe, das Ökosystem mit der zweithöchsten Artenvielfalt auf der Welt, sind durch die hohe genetische Vielfalt eine wichtige Ressource für potentielle Wirkstoffe.

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In Riffen leben etwa ein Viertel aller Fischarten; etwa 100.000 riffbewohnende Arten sind bislang identifiziert worden, die Gesamtzahl wird auf mindestens eine Million Tier- und Pflanzenarten geschätzt. Riffe werden wegen ihrer Artenvielfalt nicht umsonst die "Regenwälder des Meeres"genannt. "Korallenriffe sind das Ökosystem mit der höchsten Biodiversität in den Meeren, also die 'Regenwälder der Meere', sie gehen heute aber schneller verloren als die Regenwälder an Land", sagt Reinhold Leinfelder, Generaldirektor des Museum für Naturkunde in Berlin und Koordinator des Internationalen Jahr des Riffes 2008 in Deutschland, " Drei Viertel der Riffe sind stark bedroht. 20% sind bereits verloren. Geht diese Entwicklung weiter, ist das nicht nur für die Natur sondern auch für den Menschen katastrophal: Zum Beispiel sind 25 Prozent des Fischfangs in Asien von Riffen abhängig".

"Der zunehmende Tourismus und die damit verbundene Umweltverschmutzung und Bautätigkeit tragen zwar in einigen Regionen der Welt auch zur Belastung der Riffe bei, aber besonders Sporttaucher sind heute wichtige Multiplikatoren für den Riffschutz und tragen auch durch ihre Teilnahme an wissenschaftlichen Beobachtungsprogrammen wie Reef Check dazu bei, dass wir genauer Bescheid wissen über den weltweit Besorgnis erregenden Zustand der Riffe", sagt Georg Heiss, Projektmanager des Internationalen Jahr des Riffes 2008 in Deutschland und Vorsitzender von Reef Check e.V..

"Sporttaucherinnen und Sporttaucher," so Ralph Schill, Leiter der Umweltabteilung des Verbands Deutscher Sporttaucher e. V. (VDST), "lernen heutzutage schon in den Anfängerkursen wie man sich als Gast in der Unterwasserwelt richtig verhält." Durch ehrenamtliche Sporttaucherinnen und Sporttaucher ist es möglich, Veränderungen in einem Gewässer sehr schnell zu erfassen und den zuständigen Stellen und Einrichtungen zu melden. "Nur wir Taucher haben die Möglichkeit, einen Blick unter die Wasseroberfläche zu werfen und wir nehmen die Verantwortung für unsere Korallenriffe sehr gerne wahr um zu deren Schutz beizutragen." Dies gilt nicht nur für die tropischen Korallenriffe, sondern auch für die heimischen Gewässer in Deutschland. Hier hat der VDST in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) ein Tauchsee-Portal erstellt und die Aktion NEOBIOTA zur Information und Erfassung von aquatischen Neozoen und Neophyten ins Leben gerufen.

Während der UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt wird besonders auf den Side-Event zum Thema Korallenriffe hingewiesen:

Biological Diversity and the International Year of the Reef
IYOR-ICRI side event während der COP9-CBD Bonn
Montag, 26 Mai 2008, 13:15 - 14:45 Saal Bonn, Maritim
Pressekontakt
Dr. Georg Heiss
Tel: 030-2093-9098
Mobil: 0176-64144994
E-Mail: info@iyor2008.de
Museum für Naturkunde Berlin
Invalidenstr. 43
10115 Berlin
Fax 030-2093 8914

Dr. Gesine Steiner | idw
Weitere Informationen:
http://www.iyor2008.de
http://www.tauchseen-portal.de
http://www.neobiota.info

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