Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU Ilmenau erhält eine Million Euro für Life Sciences-Forschung

19.10.2012
Eine Million Euro stellt die Carl-Zeiss-Stiftung für die Förderung der Forschung der Technischen Universität Ilmenau im Bereich Life Sciences bereit.

Die Förderung ermöglicht es, Technologien zu entwickeln, die Gesundheit und Wohlbefinden des Menschen zum Ziel haben. So können vor allem innovative Systeme für medizinische, pharmazeutische und biologische Untersuchungen hergestellt werden.

So planen die Ilmenauer Wissenschaftler, miniaturisierte Sensoren in biologischen Systemen zu integrieren. Diese Arbeiten spielen sich im Nanometerbereich ab, es geht also um Strukturen, die kleiner sind als ein 10.000stel Millimeter. Die Carl-Zeiss-Förderung wird es ermöglichen, Forschungsergebnisse schnellstmöglich in konkrete Produkte für die Allgemeinheit zu übertragen.

Mit den Fördergeldern unterstützt die Carl-Zeiss-Stiftung für vier Jahre moderne Forschung von miniaturisierter Sensorik auf der Grundlage von nanostrukturierten Halbleitern. Dabei arbeiten die drei eng zusammen. Solche Sensorik wird benötigt für Bereiche wie Medizintechnik und Pharmazie, Umweltmonitoring und Prozessüberwachung, z. B. den Nachweis von Gefahrstoffen. Vor allem in den Life Sciences erhofft sich die Industrie von den neuartigen Sensoren breite Anwendungsmöglichkeiten, etwa bei der Mikroblutuntersuchung menschlicher Föten. Als diagnostisches Werkzeug, das mit minimalen Mengen von Blut auskommen muss, kann solche innovative Sensorik während der Geburt eines Kindes von entscheidender Bedeutung sein. Ebenso ermöglicht sie ein effizientes Verfahren, mit dem Viren detektiert werden können.

Für die in die Sensoren integrierten Halbleiter werden Materialien wie Silizium und vermehrt auch so genannte Gruppe III-Nitride verwendet. Sie sind für die Life Sciences, so auch für die erwähnte Mikroblutuntersuchung, besonders interessant, weil sie biokompatibel sind, also keinen negativen Einfluss auf den menschlichen Organismus haben. Gruppe III-Nitride sind auch das einzige Material, das für elektronische, mechanische und optische Sensoren verwendet werden kann.

In Bereich Sensorik ist die TU Ilmenau hochspezialisiert, da sich Forscher hier bereits seit 50 Jahren mit elektronischen Bauelementen beschäftigen und in den letzten Jahren im Institut für Mikro- und Nanotechnologien IMN MacroNano® ein Forschungsschwerpunkt Sensorik etabliert wurde. In der Mikro-Nano-Integration entwickeln die Ilmenauer Wissenschaftler Technologien, mit denen kleinste Nanobauteile in Mikrosysteme integriert werden, jedoch im Gegensatz zu verbreiteten konventionellen Vorgehensweisen in drei Dimensionen. So werden diese Systeme mit besonderen Funktionalitäten ausgestattet, beispielsweise Biomaterialien mit Sensoriksystemen, um das Wachstum von Zellkulturen zu unterstützen.

Bei der dreidimensionalen Kultivierung werden die Lebensbedingungen der physischen Umgebung der Zellen im lebenden Organismus so präzise wie möglich nachgestaltet. Die Forschungsarbeiten an Zellen mit neuartiger Biosensorik in drei Dimensionen sollen, unterstützt durch das neugegründete Institut für Chemie und Biotechnik, mittelfristig zu einem nationalen Zentrum für die angewandte Grundlagenforschung führen.

Die Life Sciences-Forscher, die aus den verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen kommen, arbeiten im IMN MacroNano® Hand in Hand: Experten in der Anwendung, beispielsweise Medizintechniker, bestimmen die Rahmenbedingungen des Anwendungsfeldes; Mikrosystemtechnik- und Nanotechnologiespezialisten setzen die vorgegebenen Miniaturkonzepte um; und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Analytik begleiten die technologischen oder anwendungsbezogenen Ergebnisse. Die beteiligten Forschergruppen greifen auf eine umfangreiche Ausstattung auf dem neuesten technischen Stand nicht nur in den verschiedenen Instituten der Universität zurück. Auch das Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien stellt als gemeinsam nutzbare wissenschaftliche Einrichtung mit einer Nutzfläche von insgesamt 2000 Quadratmetern hochmoderne Gerätschaften zur Verfügung. Auf 1200 Quadratmetern sind Labore und Speziallabore sowie Reinräume unterschiedlicher Klassen und eine leistungsstarke Analytik bis in atomare Größenordnungen untergebracht.

Hintergrund:
Die Carl-Zeiss-Stiftung wurde 1889 von dem Wissenschaftler, Unternehmer und Sozialreformer Ernst Abbe mit dem Zweck gegründet, Wissenschaft und Forschung im Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften zu fördern.

Kontakt:
Prof. Andreas Schober
Leiter Fachgebiet Nanobiosytemtechnik
Tel.: 03677 69-3387
E-Mail: andreas.schober@tu-ilmenau.de

Bettina Wegner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Klimafreundliche Energie aus Abwärme
20.12.2019 | Technische Universität München

nachricht Der DPG-Technologietransferpreis 2020 geht an Orcan Energy für die Nutzung von Abwärme für die CO2-freie Stromerzeugung
16.12.2019 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Miniatur-Doppelverglasung: Wärmeisolierendes und gleichzeitig wärmeleitendes Material entwickelt

Styropor oder Kupfer – beide Materialien weisen stark unterschiedliche Eigenschaften auf, was ihre Fähigkeit betrifft, Wärme zu leiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz und der Universität Bayreuth haben nun gemeinsam ein neuartiges, extrem dünnes und transparentes Material entwickelt und charakterisiert, welches richtungsabhängig unterschiedliche Wärmeleiteigenschaften aufweist. Während es in einer Richtung extrem gut Wärme leiten kann, zeigt es in der anderen Richtung gute Wärmeisolation.

Wärmeisolation und Wärmeleitung spielen in unserem Alltag eine entscheidende Rolle – angefangen von Computerprozessoren, bei denen es wichtig ist, Wärme...

Im Focus: Miniature double glazing: Material developed which is heat-insulating and heat-conducting at the same time

Styrofoam or copper - both materials have very different properties with regard to their ability to conduct heat. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz and the University of Bayreuth have now jointly developed and characterized a novel, extremely thin and transparent material that has different thermal conduction properties depending on the direction. While it can conduct heat extremely well in one direction, it shows good thermal insulation in the other direction.

Thermal insulation and thermal conduction play a crucial role in our everyday lives - from computer processors, where it is important to dissipate heat as...

Im Focus: Fraunhofer IAF errichtet ein Applikationslabor für Quantensensorik

Um den Transfer von Forschungsentwicklungen aus dem Bereich der Quantensensorik in industrielle Anwendungen voranzubringen, entsteht am Fraunhofer IAF ein Applikationslabor. Damit sollen interessierte Unternehmen und insbesondere regionale KMU sowie Start-ups die Möglichkeit erhalten, das Innovationspotenzial von Quantensensoren für ihre spezifischen Anforderungen zu evaluieren. Sowohl das Land Baden-Württemberg als auch die Fraunhofer-Gesellschaft fördern das auf vier Jahre angelegte Vorhaben mit jeweils einer Million Euro.

Das Applikationslabor wird im Rahmen des Fraunhofer-Leitprojekts »QMag«, kurz für Quantenmagnetometrie, errichtet. In dem Projekt entwickeln Forschende von...

Im Focus: Fraunhofer IAF establishes an application laboratory for quantum sensors

In order to advance the transfer of research developments from the field of quantum sensor technology into industrial applications, an application laboratory is being established at Fraunhofer IAF. This will enable interested companies and especially regional SMEs and start-ups to evaluate the innovation potential of quantum sensors for their specific requirements. Both the state of Baden-Württemberg and the Fraunhofer-Gesellschaft are supporting the four-year project with one million euros each.

The application laboratory is being set up as part of the Fraunhofer lighthouse project »QMag«, short for quantum magnetometry. In this project, researchers...

Im Focus: Wie Zellen ihr Skelett bilden

Wissenschaftler erforschen die Entstehung sogenannter Mikrotubuli

Zellen benötigen für viele wichtige Prozesse wie Zellteilung und zelluläre Transportvorgänge strukturgebende Filamente, sogenannte Mikrotubuli.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

11. Tagung Kraftwerk Batterie - Advanced Battery Power Conference am 24-25. März 2020 in Münster/Germany

16.01.2020 | Veranstaltungen

Leben auf dem Mars: Woher kommt das Methan?

16.01.2020 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2020

16.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Chemiker lassen Bor-Atome wandern

17.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Infektiöse Proteine bei Alzheimer

17.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Miniatur-Doppelverglasung: Wärmeisolierendes und gleichzeitig wärmeleitendes Material entwickelt

17.01.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics