Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanostrukturen im Rampenlicht – Hoch dotierte EU-Förderung für LMU-Wissenschaftler

20.07.2011
Ein Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München erhält einen Starting Grant des European Research Council (ERC). Professor Achim Hartschuh von der Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU bekommt die Auszeichnung über fünf Jahre in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro.

Mit einem Starting Grant fördert der ERC zukunftsweisende Grundlagenforschung, indem er herausragende, besonders kreative Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützt. Dieser Erfolg bestätigt die Spitzenstellung der LMU beim Einwerben von ERC-Grants.

Die LMU ist die deutsche Universität mit den meisten ERC-Grants und konnte sich auch im europaweiten Vergleich erneut verbessern: Mit Rang neun im aktuellen EU-Ranking nimmt die LMU nun einen Platz unter den Top Ten der erfolgreichsten Universitäten ein.

Hartschuh, der auch dem „Center for NanoScience“ (CeNS) der LMU sowie dem Exzellenzcluster „Nanosystems Initiative Munich“ (NIM) angehört, erhält die Auszeichnung für sein Projekt „New tools for nanoscale optical spectroscopy – Functional imaging of single nanostructures using antennas“. „Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Anwendung neuartiger optischer Mikroskopiemethoden", erklärt Hartschuh. „Diese Methoden sollen es erstmals ermöglichen, lichtinduzierte Phänomene innerhalb einzelner Nanostrukturen in Echtzeit zu verfolgen.“

Dafür will Hartschuh eine von ihm mitentwickelte Methode, die auf dem Prinzip der Optischen Antenne basiert, mit Techniken aus dem Bereich der Ultraschnellen Laserspektroskopie kombinieren. Optische Antennen sind laserbeleuchtete Metallspitzen, die die optischen Signale einzelner Nanostrukturen verstärken – und sie so für den Detektor hell erstrahlen lassen. Die Kombination der verschiedenen Methoden erlaubt Einblicke mit höchster Auflösung in Raum und Zeit. Dies ist essenziell, um die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Nanostrukturen zu untersuchen.

Hartschuh wird zunächst eindimensionale Nanodrähte und Nanoröhren untersuchen, die zum einen als Modellsysteme etabliert, zum anderen aber auch für zukünftige Anwendungen im Bereich der Nanoelektronik, Optoelektronik und Photovoltaik von großem Interesse sind. Bisher sind die physikalischen Eigenschaften dieser Nanostrukturen – etwa der Zusammenhang zwischen ihrer atomaren Struktur und den daraus resultierenden optischen und funktionalen Eigenschaften – nur schlecht verstanden. Diese Lücke will Hartschuh mithilfe seiner neuen optischen Methoden nun schließen. „Mögliche Einsatzgebiete sind beispielsweise die Untersuchung lichtinduzierter Phänomene wie der Photosynthese oder Analysen organischer Polymere, die für die Photovoltaik wichtig sind“, sagt Hartschuh.

Professor Achim Hartschuh studierte Physik an den Universitäten in Tübingen und Stuttgart. Nach seiner Promotion im Jahr 2001 forschte er an der University of Rochester (USA) bevor er 2002 eine Juniorprofessur an der Universität Siegen antrat. 2005 wechselte er als Juniorprofessor an die Universität Tübingen. Seit 2006 hat Hartschuh eine Professur am Department Chemie der LMU inne.

Zum ERC Starting Grant:
Grundlage für die Entscheidung des ERC ist die wissenschaftliche Exzellenz der Antragsteller sowie des beantragten Projekts. Dabei muss es sich um sehr innovative Forschung handeln: riskant, aber im Erfolgsfall mit einem zukunftsweisenden Erkenntnisgewinn verbunden. Das Projekt sollte Kooperationen beinhalten sowie ein hohes Maß an Interdisziplinarität. Eingerichtet wurde dieses EU-Programm zur Förderung von Grundlagenforschung im Jahr 2007. (göd)
Kontakt:
Prof. Dr. Achim Hartschuh
Department Chemie und CeNS
Tel.: 089/2180-77515
Fax: 089/2180-77188
E-Mail: achim.hartschuh@cup.uni-muenchen.de

Luise Dirscherl | idw
Weitere Informationen:
http://www.cup.uni-muenchen.de/pc/hartschuh/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Künstliche Intelligenz erobert die Fahrzeugentwicklung
21.09.2018 | Technische Universität Berlin

nachricht Preis für Arbeit über autonomes Fahren
11.09.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics