Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Millionen für MHH-Spitzenforscher

15.11.2016

Wissenschaftler erhält mit 1,5 Millionen Euro dotierte Förderung der Europäischen Union / BMBF fördert weitere Arbeiten in europäischen Netzwerken / Land und EU unterstützen Verbundprojekt

Hohe Auszeichnung für Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Privatdozent Dr. Jan-Henning Klusmann hat vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) die sehr begehrte EU-Wissenschaftsförderung „ERC Starting Grant“ erhalten. Die Zuwendung für sein Vorhaben „iAML-lncTARGET“ umfasst rund 1,5 Millionen Euro für fünf Jahre. Der Wissenschaftler der MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie erforscht Blutkrebs bei Säuglingen, mit dem in Europa jährlich rund 100 Babys auf die Welt kommen. „Mein Ziel ist es, dass langfristig Medikamente gegen diese und weitere Leukämieformen entwickelt werden können“, sagt er.


Privatdozent Dr. Jan-Henning Klusmann bei der Entnahme von Krebszellen, die in Stickstoff tiefgefroren lagern.

Quelle „MHH/Kaiser“.

Bei Embryonen im Mutterleib wird das Blut zunächst im Dottersack, dann in der Leber und erst kurz vor der Geburt im Knochenmark gebildet. PD Dr. Klusmann geht davon aus, dass die Säuglings-Leukämie noch in den unreifen Blutzellen der Leber entsteht. Um diese Hypothese zu überprüfen, betrachtet er vor allem bestimmte Ribonukleinsäuren, sogenannte lange nichtkodierende Ribonukleinsäuren (lncRNAs), und ihr Zusammenspiel mit Onkogenen – das sind Gene, die dazu führen, dass Krebs entsteht. „Ich nehme an, dass lncRNAs zusammen mit dem Onkogen bestimmte Stammzellen des ungeborenen Babys zu Krebszellen entarten lassen können. Wenn man diese lncRNAs verändern könnte, dann würde man der Leukämie den Nährboden entziehen“, sagt der Wissenschaftler.

Der Forscher will nun die lncRNAs identifizieren, die bei der Leukämieentstehung wichtig sind, ihr Zusammenspiel mit dem Onkogen verstehen und dieses Wissen auf andere Leukämieformen übertragen. Dazu erforscht er auch das Wachstum und die Entwicklung der Patientenzellen in Mausmodellen. Dabei nutzt er die weltweit größte Sammlung an Säuglings-Leukämiezellen. Die Proben wurden an der MHH für wissenschaftliche Studien zur Optimierung von Therapien mit Einverständnis der Eltern der Patienten von den Ärzten eingefroren.

Leukämien sind Erkrankungen des blutbildenden Systems. Krebszellen verdrängen dabei die anderen Blutzellen. Säuglings-Leukämie unterscheidet sich in Bezug auf die Veränderungen im Chromosomensatz von den anderen Formen kindlicher Leukämie wie etwa der „akuten lymphatischen Leukämie“ (ALL) und der „akuten myeloischen Leukämie“ (AML).

Drei weitere MHH-Teams in Verbundprojekten

Darüber hinaus starteten MHH-Teams im Jahr 2016 ihre dreijährigen Arbeiten an folgenden europäischen Netzwerken und Verbundprojekten:

INSTINCT

Das Team von Professor Dr. Ulrich Martin aus der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie koordiniert das europäische Netzwerk INSTINCT und erhält dafür rund 300.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). In diesem Vorhaben suchen Forscher nach neuen Wirkstoffen gegen Mukoviszidose.

SalHostTrop

Das Team von Professor Dr. Guntram Graßl vom MHH-Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene beteiligt sich am europäischen Netzwerk SalHostTrop und erhält dafür vom BMBF rund 200.000 Euro. Die Forscher untersuchen die Wechselwirkungen zwischen typhoiden, menschen-spezifischen Salmonella-Typen und nicht-typhoiden Salmonellen mit dem Wirt, um herauszufinden, welche Gene für die Wirtsspezifität verantwortlich sind und zur Ausprägung eines bestimmten Krankheitsbildes beitragen und wie letztendlich die Infektionen besser bekämpft werden können. Typhoide Salmonellen sind Salmonellen, die Typhus verursachen.

VIBHear

Das Team von Professor Dr. Andreas Büchner aus der MHH-Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde bekommt rund 270.000 Euro von der EU und vom Land Niedersachsen für seine Beteiligung an VIBHear. Ziel dieses Verbundprojektes mit Oldenburg ist es, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Forschungsergebnisse vermehrt in technologische Lösungen für Hörsysteme umgesetzt werden. Zudem sollen traditionell getrennte Technologien von Hörgeräten und Cochlea-Implantaten zusammengeführt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Privatdozent Dr. Jan-Henning Klusmann, Telefon (0511) 532-3252, klusmann.jan-henning@mh-hannover.de.

Stefan Zorn | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics