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Medizinische Diagnose der Zukunft: Reinhart-Koselleck-Projekt für Leif Schröder

02.08.2016

Der Physiker Leif Schröder erhält eine Förderung von insgesamt 1,525 Millionen EURO im Koselleck-Programm der DFG für hoch innovative Forschungen zur Detektion von Tumoren

Das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und die Leibniz-Gemeinschaft haben ihr erstes Koselleck-Projekt eingeworben: Leif Schröder forscht an einem neuartigen, nicht-invasiven bildgebenden Diagnoseverfahren. Die bekannte Magnetresonanz-Tomographie (MRT) spielt hierbei eine Schlüsselrolle, obwohl sie normalerweise auf das Aufspüren von relativ hoch konzentrierten Molekülen beschränkt ist.


Leif Schröder mit einem Molekül-Modell eines Biosensors und einem Gas-Ballon als Symbol für das bei der Diagnose wichtige Edelgas Xenon.

Silke Oßwald

Das ist ein großer Nachteil des ansonsten für den Patienten schonenden Diagnoseverfahrens. Durch die Methode der Spin-Hyperpolarisierung soll jetzt ein Großteil des zuvor etwa zu 99,9 Prozent nicht genutzten Potentials dazu gewonnen werden, um nun auch schwach konzentrierte Moleküle sichtbar zu machen. Herausforderungen bleiben die schnelle Abschwächung der Hyperpolarisierung und die Detektion im Gewebe.

Leif Schröder und seine Gruppe spüren mit Biosensoren gewünschte Zielmoleküle auf und vereinen sie dann erst an lebenden Zellen mit den hyperpolarisierten Atomen. Die zusätzliche Verbindung mit dem Edelgas Xenon macht die Biosensoren zu hochempfindlichen Detektiven, die gefundene Zielmoleküle bereits bei millionen-fach reduzierten Aufnahmezeiten nachweisen.

Im aktuellen Koselleck-Forschungsprojekt interessiert sich die Gruppe nun für die Detektion in lebendem Gewebe, ein Experiment, das weltweit noch nicht realisiert werden konnte. „Das soll sich bald ändern. In unserem interdisziplinären Koselleck-Projekt werden wir die Entwicklung neuartiger Nanotransporter realisieren, die im Gewebe eine große Anzahl von hyperpolarisierten Atomen aufnehmen können“, sagt Leif Schröder.

Ziel bei dem Forschungsvorhaben ist es, die Visualisierung von anspruchsvollen Biomarkern zu realisieren, wie Zelloberflächen-Glykanen. Diese Zuckerverbindungen enthalten wertvolle diagnostische Information über die Bösartigkeit von Tumoren.

Leif Schröder konnte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit seinem Projektantrag überzeugen, welchen sie als „in hohem Maß innovativ und im positiven Sinn risikobehaftet“ auszeichnet. Ein Erfolg dieses Projektes würde einen „Quantensprung“ in der medizinischen Diagnostik bedeuten, wie es weiter in der Begutachtung heißt. Schröders Projekt wird von der DFG als „Musterbeispiel für das Koselleck-Programm“ angesehen, das den Forschern angemessene Flexibilität und Zeit ließe, größere Durchbrüche zu wagen.

Die Arbeitsgruppe erhält für einen Zeitraum von fünf Jahren 1,525 Millionen Euro, die durch ein weiteres Engagement des FMP auf diesem Gebiet ergänzt wird.

Jedes Jahr werden bis zu zehn Koselleck-Projekte ausgezeichnet, deutschlandweit gibt es insgesamt 71, in Berlin aktuell vier.

Titel des Projekts:

Multivalent Hosts for Hyperpolarized Xenon Enabling in vivo MRI Visualization of Tumor Cell Surface Glycans /

Multivalente Wirtsstrukturen für hyperpolarisiertes Xenon zur In-Vivo-Darstellung von Zelloberflächen-Glycanen in Tumoren mittels MRT

Kontakt:

Dr. Leif Schröder
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
E-Mail: lschroeder@fmp-berlin.de
Tel.: 0049 30 94793-121

Öffentlichkeitsarbeit:
Silke Oßwald
E-mail: osswald@fmp-berlin.de
Tel: 0049 30 94793 104

Das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

Silke Oßwald | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.fmp-berlin.de

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