Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationslabor für neue Wege in die digitale Zukunft

24.03.2017

An der Universität Augsburg wird eines von zehn Innovationslaboren eingerichtet, die vom Freistaat Bayern mit einem Gesamtvolumen von rund 2,2 Mio. Euro gefördert werden. Damit sollen Studierende angeregt werden, sich noch stärker mit zukunftsträchtigen Themen der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Schwerpunkt des Innovationslabors der Universität ist die Erforschung und Entwicklung cyber-physischer Systeme, die z. B. im vernetzten Zuhause (Smart Home) oder der der Verbindung von Industriemaschinen und Robotern (Industrie 4.0) zum Einsatz kommen. Eine besondere Rolle spielen hier Assistenz- oder Serviceroboter.

Mit zukunftsträchtigen Themen der Digitalisierung werden sich Studentinnen und Studenten bald am Institut für Software & Systems Engineering (ISSE) der Universität Augsburg in einem „Innovationslabor“ intensiv auseinandersetzen können.

Durch die zweijährige Finanzierung solcher „Innovationslabore“ an insgesamt zehn bayerischen Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften mit einem Gesamtvolumen von rund 2,2 Mio. Euro wollen das Bayerische Wissenschafts- und das Wirtschaftsministerium im Rahmen des „Zentrums Digitalisierung.Bayern“ (ZD.B) Studierende in die Lage versetzen, gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Unternehmen an Projekten der Digitalisierung zu arbeiten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Innovationslabore sollen gemeinsam kreative Lösungen für das Zusammenspiel von Mensch und Technik erarbeiten und diese bis zum Prototypen entwickeln. „Wir möchten unseren Studierenden und Forschern ein kreatives Umfeld und beste Bedingungen bieten, um neue Wege zu gehen und innovative Ideen zu entwickeln“, verspricht Prof. Dr. Wolfgang Reif, der als Leiter des ISSE das Augsburger Innovationslabor koordinieren wird.

Über die Kooperation mit Start‐Ups und etablierten Unternehmen werden Theorie und Praxis verknüpft. Zukunftsweisende Lösungen einer digitalen Welt entstehen immer seltener im Elfenbeinturm, sondern als interdisziplinäre Zusammenarbeit. Im Sinne einer Förderung des Wissenstransfers sollen die Erkenntnisse gemeinsam mit den kooperierenden Unternehmen umgesetzt werden oder als Grundlage für eigene Unternehmensgründungen dienen.

Cyber-physische Systeme

Gegenstand des Konzepts des Augsburger ISSE, das bei der Ausschreibung der Innovationslabore erfolgreich war, sind die Erforschung und Entwicklung cyber-physischer Systeme. Mit ihnen ist die immer intensiver werdende Vernetzung von Geräten im Internet der Dinge gemeint – beispielsweise die Vernetzung von Industriemaschinen und Robotern („Smart Factory“, Industrie 4.0) oder von intelligenten Haushaltsgeräten und Heizungsanlagen („Smart Home“), die mit einer völlig neuen Art der Interaktion zwischen Mensch und Technik einhergeht.

Assistenzroboter für die Produktion und die Pflege

Eine besondere Rolle spielen hier Assistenz- oder Serviceroboter – auch Co-Worker oder CoBots genannt. Sie stehen in einer direkten, auch physischen Interaktion mit dem Menschen, um ihn bei seiner Arbeit im häuslichen Umfeld oder in der Fabrik zu unterstützen und entlasten. Solche „Co-Worker“ oder „CoBots“ haben bereits Eingang in die Produktion gefunden und werden hier weiter an Bedeutung gewinnen. Aber auch im Bereich einer qualitätsvollen und bedarfsgerechten Pflege können kollaborative Roboter dazu beitragen, Selbstbestimmung und Lebensqualität von Pflegebedürftigen zu erhöhen und dabei Pflegekräfte zu entlasten.

Hardware-Voraussetzungen für die Entwicklung innovativer Software

Für kleine und mittelständische Unternehmen oder Start-Ups, die sich verstärkt der kollaborativen Robotik widmen wollen, sind die Markthemmnisse hoch – insbesondere wegen der hohen Investitionskosten für die erforderliche Mechanik (Roboterarme und deren Werkzeuge, mobile Plattformen etc.) und für die notwendige sicherheitsgerichtete Sensorik. Hier will das Innovationslabor am ISSE der Universität Augsburg die technische Infrastruktur bieten, die Voraussetzung ist, um innovative Projektideen und praxisrelevante Problemstellungen umzusetzen bzw. zu lösen.

Der Schwerpunkt soll dabei auf den Herausforderungen liegen, die mit der Entwicklung von Assistenzsystemen einerseits für die Produktion und andererseits für die Pflege verbunden sind. Das ISSE-Innovationslabor schafft mit der erforderlichen technischen Infrastruktur bzw. Hardware (Roboter, Greifer, Sensoren etc.) beste Rahmenbedingungen, unter denen die Laborantinnen und Laboranten mit Praxispartnern an einer für kollaborative Robotersysteme weiterführenden und zukunftsweisenden Software-Entwicklung arbeiten können.

Auf der Basis bewährter und anerkannter Kompetenzen

„Wir freuen uns, dass wir mit unserem Forschungsthema und mit unserem Konzept für die Qualifizierung unserer Studierenden überzeugen und die Einrichtung eines ZD.B-Innovationslabors an unserem Institut für Software & Systems Engineering erreichen konnten“, so Dr. Alwin Hoffmann, verantwortlich für den Forschungsbereich Robotik am ISSE.

Er wertet dies auch als eine Anerkennung der internationalen Sichtbarkeit der Forschungsergebnisse, mit denen die Augsburger Informatik in den letzten Jahren in den Bereichen der kollaborativen Robotik und der Mensch-Maschine-Interaktion aufwarten konnte. Und nicht zuletzt ist in der Bewilligung des Innovationslabors eine Bestätigung und zugleich eine Stärkung der dezidierten Anwendungs- und Transferorientierung der Augsburger Informatik zu sehen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Wolfgang Reif
Institut für Software & Systems Engineering (ISSE)
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-2174
wolfgang.reif@informatik.uni-augsburg.de

Weitere Informationen:

http://zentrum-digitalisierung.bayern/massnahmen/innovationslabore-fuer-studiere... Zum Programm "Innovationslabore"
http://www.km.bayern.de/wissenschaftler/meldung/5012/studierende-arbeiten-an-inn... Pressemitteilung des Bay. Wissenschaftsministerium
http://www.isse.uni-augsburg.de ISSE-Homepage

Michael Hallermayer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Weltweit einzigartige Femtosekundenlaseranlage eingeweiht
21.06.2018 | Hochschule RheinMain

nachricht Stahl-Innovationspreis 2018: Mikro-Dampfturbine ausgezeichnet
21.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics