Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IMP-Forscher Johannes Zuber erhält Deutschen Krebspreis 2016

25.02.2016

Johannes Zuber, Gruppenleiter am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien, wird mit dem Deutschen Krebspreis 2016 in der Kategorie experimentelle Krebsforschung ausgezeichnet. Dies wurde heute bei der Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Krebskongresses in Berlin bekanntgegeben.

Der Deutsche Krebspreis zählt zu den renommiertesten wissenschaftlichen Auszeichnungen im deutschen Sprachraum und ehrt jährlich Forscher für herausragende und zukunftsweisende Arbeiten im Bereich der Onkologie.


Johannes Zuber, Gruppenleiter am IMP

Foto: IMP/Fischer

Mit Johannes Zuber geht der Preis dieses Jahr an einen Wissenschaftler, der das Gebiet der funktionellen Krebsgenetik maßgeblich geprägt hat. Mit seinem Team am IMP sucht der Mediziner und Molekularbiologe mittels innovativer genetischer Verfahren nach Genen, die für das Überleben von Krebszellen wichtig sind und als Angriffspunkte für zielgerichtete Krebstherapien dienen könnten.

Durch Entwicklung und Anwendung optimierter RNAi-Screening-Methoden entdeckte Zuber unter anderem BRD4 als „genetische Schwachstelle“ und therapeutisches Zielgen zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie (AML), einer besonders aggressiven Form von Blutkrebs.

Nachdem BRD4-Hemmer mittlerweile vielversprechende Effekte bei AML und anderen Krebsarten gezeigt haben, gelang Zuber und seinem Team kürzlich die Aufklärung molekularer Mechanismen, die zur Resistenz gegenüber diesen Substanzen führen können. Diese Erkenntnisse haben große Bedeutung für die weitere Entwicklung von BRD4-Hemmern in der Klinik.

„Diese Auszeichnung ist eine große Ehre und ein enormer Ansporn, meine Forschung im Bereich der funktionellen Krebsgenetik weiter zu vertiefen“, freut sich Johannes Zuber und hebt dabei hervor, dass neue genetische Verfahren faszinierende Möglichkeiten bieten, therapeutische Zielgene wie BRD4 zu entdecken und zu verstehen. „Wir erleben gerade eine wahre Revolution in der Krebsforschung und können dank neuer Methoden die Suche nach zielgerichteten Krebstherapien auf völlig neue Weise angehen“.

Johannes Zuber wurde 1974 in Dresden geboren und schloss 2003 sein Studium der Humanmedizin und eine Promotion in der molekularen Krebsforschung an der Berliner Charité ab. Während seiner ärztlichen Tätigkeit in der Klinik für Hämatologie und Onkologie an der Charité rückten Leukämien ins Zentrum seines wissenschaftlichen Interesses. Im Jahr 2005 wechselte Zuber ins Forschungsteam von Scott Lowe am renommierten Cold Spring Harbor Laboratory in den USA, wo er innovative genetische Modelle zur Erforschung zielgerichteter Leukämie-Therapien entwickelte. Seit 2011 ist Johannes Zuber Gruppenleiter am IMP in Wien.

Der mit insgesamt 22 500 Euro dotierte Deutsche Krebspreis wird jährlich von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung für hervorragende Arbeiten in drei Kategorien verliehen: experimentelle onkologische Grundlagenforschung, Transferforschung und klinische Forschung. Kriterien für die Zuerkennung sind herausragende wissenschaftliche Originalität und die Qualität aktueller und zukunftsweisender Arbeiten im Bereich Onkologie. Unter früheren Preisträgern finden sich so prominente Wissenschaftler wie Peter Krammer, Axel Ullrich, Walter Birchmeier oder der Nobelpreisträger Harald zur Hausen. Mit Johannes Zuber geht der Preis erstmals an einen Forscher an einer österreichischen Institution.

Über das IMP
Das Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie betreibt in Wien biomedizinische Grundlagenforschung. Hauptsponsor ist der internationale Unternehmensverband Boehringer Ingelheim. Mehr als 200 Forscherinnen und Forscher aus über 30 Nationen widmen sich am IMP der Aufklärung grundlegender molekularer und zellulärer Vorgänge, um komplexe biologische Phänomene im Detail zu verstehen. Die bearbeiteten Themen umfassen die Gebiete der Zell- und Molekularbiologie, Neurobiologie, Krankheitsentstehung sowie Bioinformatik. Das IMP ist Gründungsmitglied des Vienna Biocenter, Österreichs Leuchtturm im internationalen Konzert molekularbiologischer Top-Forschung.

Pressekontakt am IMP
Dr. Heidemarie Hurtl
Communications Manager
hurtl@imp.ac.at
+43 (0)1 79730 3625

Weitere Informationen:

http://www.imp.ac.at/news/press-releases/
http://www.imp.ac.at/research/research-groups/zuber-group/

Dr. Heidemarie Hurtl | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovative Werkstoffe für Rotorblätter
26.03.2019 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Haensel AMS und Universität Amsterdam starten Innovationswettbewerb für Dynamic Pricing
21.03.2019 | Haensel AMS GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neues Gen mit möglicher Rolle bei Metastasierung identifiziert

Gen nach römischer Göttin Minerva benannt, da Immunzellen im Kopf der Fruchtfliege stecken bleiben

Weisen Tumore eine bestimmte Kombination von Zuckern – das sogenannte T-Antigen – auf, breiten sie sich mit größerer Wahrscheinlichkeit im Körper aus und töten...

Im Focus: New gene potentially involved in metastasis identified

Gene named after Roman goddess Minerva as immune cells get stuck in the fruit fly’s head

Cancers that display a specific combination of sugars, called T-antigen, are more likely to spread through the body and kill a patient. However, what regulates...

Im Focus: Saxony5 und Industrie 4.0 Modellfabrik präsentieren sich auf Hannover Messe

Vom 1. bis 4. April 2019 ist die HTW Dresden mit der Industrie 4.0 Modellfabrik und dem Projekt Saxony5 auf der Hannover Messe vertreten. Am Gemeinschaftstand der sächsischen Hochschulen für angewandte Forschung (HAW) „Forschung für die Zukunft“ stellen die Dresdner Forscher aktuelle Projekte zum kollaborativen Arbeiten und deren Anwendungen in der Industrie vor.

Virtuell können die Besucher von Hannover aus auf dem Tablet ihre Züge gegen den kollaborativen Roboter YuMi, der in der Modellfabrik in Dresden steht, setzen....

Im Focus: Hochdruckwasserstrahlen zum flächigen Materialabtrag von hochfesten Werkstoffen erprobt

Beim Fräsen hochfester Werkstoffe wie Oxidkeramik oder Sondermetalle – und besonders bei der Schruppbearbeitung – verschleißen Werkzeuge schnell. Für Unternehmen ist die Bearbeitung dieser Werkstoffe deshalb mit hohen Kosten verbunden. Im Projekt »HydroMill« hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen mit seinen Projektpartnern nun gezeigt, dass sich der Hochdruckwasserstrahl zum flächigen Materialabtrag von hochfesten Werkstoffen eignet. War der Einsatz von Wasserstrahlen bislang auf die Schneidbearbeitung beschränkt, zeigen die Projektergebnisse, wie sich hochfeste Werkstoffe kosten- und ressourcenschonender als bisher flächig abtragen lassen.

Diese neue und zur konventionellen Schruppbearbeitung alternative Anwendung der Wasserstrahlbearbeitung untersuchten die Aachener Ingenieure gemeinsam mit...

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Industrie 4.0 - Herausforderungen & Wege in der Ingenieurausbildung

26.03.2019 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Künstliche Intelligenz forscht mit

26.03.2019 | Informationstechnologie

Neues Gen mit möglicher Rolle bei Metastasierung identifiziert

26.03.2019 | Biowissenschaften Chemie

Im nicht mehr ewigen Eis – Rostocker Forscher untersuchen Leben in der Antarktis

26.03.2019 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics