Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ERC Advanced Grant für Tübinger Immunologen

07.10.2013
EU fördert Projekt an der Universität Tübingen mit 2,5 Millionen Euro: Professor Hans-Georg Rammensee erforscht die Wechselwirkung von Tumorzellen und dem Immunsystem

Professor Hans-Georg Rammensee vom Interfakultären Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen erhält einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats: Sein Projekt „Mutation-driven immunoediting of human cancer?“ (Mutaediting) wird für die Dauer von fünf Jahren mit 2,5 Millionen Euro gefördert.

Die sehr hoch angesehenen „ERC Advanced Grants“ der EU werden an etablierte Wissenschaftler vergeben, die in den letzten zehn Jahren einen signifikanten Beitrag für die Forschung in ihrem Fach geleistet haben. Gefördert werden innovative und ambitionierte Projektideen mit dem Potenzial, einen wissenschaftlichen Durchbruch im jeweiligen Forschungsgebiet zu erreichen.

In seinem Forschungsprojekt „Mutaediting“ wird Hans-Georg Rammensee die Wechselwirkungen zwischen genetischen Veränderungen (Mutationen von Krebszellen im Laufe einer Krebserkrankung) mit den Reaktionen des menschlichen Immunsystems detailliert untersuchen. Dieses Projekt steht im Zusammenhang mit seinen bisherigen Forschungen, die zur Entwicklung erster auch in der Praxis erfolgreicher Immuntherapien gegen verschiedene Krebserkrankungen geführt haben.

Jede menschliche Tumorzelle erwirbt in ihrer Entwicklung etwa 50 bis 500 Mutationen. Einige von ihnen tragen dazu bei, dass sich der Krebs weiter ausbreiten kann, andere scheinen weder nützlich noch schädlich zu sein. Dennoch geht der Tübinger Wissenschaftler davon aus, dass grundsätzlich alle Mutationen Anpassungen und Veränderungen im Immunsystem des Patienten bewirken können. Normalerweise sollte das Immunsystem mutierte Zellen im Körper erkennen und unschädlich machen. Wenn sich ein Tumor entwickeln kann, hat diese Abwehr nicht gegriffen.

Der Immunologe hat mit der neuen Behandlungsmethode gegen Krebs, der sogenannten Krebsimpfung, nachgewiesen, dass das Immunsystem gezielt auf bestimmte veränderte Zellen angesetzt werden kann. Die Vorstellung geht dahin, das Immunsystem weniger als eine bloße Überwachungsinstitution gegen Krankheiten im Körper zu betrachten, sondern mehr als ein dynamisches System, das sich im Wechselspiel mit einer Erkrankung wie Krebs ständig wandelt. Während erstere Funktion auch als „Immunoediting“ bezeichnet wird, hat Hans-Georg Rammensee sein Projekt in Weiterentwicklung dazu „Mutaediting“ benannt.

Er will nun in Kooperation mit vielen weiteren Tübinger Wissenschaftlern aus den Universitätskliniken wie auch der Biochemie, Pharmazie und Bioinformatik untersuchen, inwieweit diese Vorstellung vom Immunsystem richtig ist. Die Ergebnisse bergen wichtige Möglichkeiten und Chancen, die neuen Krebstherapien noch effizienter zu machen und die Methode auf weitere Krankheitstherapien auszuweiten.

Kontakt:
Prof. Dr. Hans-Georg Rammensee
Universität Tübingen
Interfakultäres Institut für Zellbiologie
Auf der Morgenstelle 15 ∙ 72076 Tuebingen
Telefon +49 7071 29-87628
rammensee[at]uni-tuebingen.de

Antje Karbe | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics