Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Duftstoffe aus Pflanzen für mehr Nachhaltigkeit

10.04.2013
Land Niedersachsen und Europäische Union fördern Projekt mit 500.000 Euro

Kirschblüte, Zitrone oder Lavendel? Damit die Wäsche nicht nur sauber und frisch ist, sondern auch so riecht, sind Waschmittel und Weichspüler mit entsprechenden Duftstoffen versetzt.

Doch nicht nur in diesem Bereich finden Duft- und Aromastoffe Anwendung. Auch zur Produktion von Kosmetika oder in der Lebensmittelverarbeitung werden sie benötigt. Die Duft- und Aromastoffe werden in der Regel aufwändig aus natürlichen Rohstoffen extrahiert, in denen sie aber nur in sehr geringen Mengen enthalten sind; nur wenige sind durch chemische Verfahren herstellbar. Die Abhängigkeit von nachwachsenden Rohstoffen führt oft zu Qualitätsschwankungen und Versorgungsengpässen und ist ein kostentreibender Faktor.

Diese Abhängigkeit zu überwinden ist das Ziel eines Projektes am Institut für Technische Chemie der Leibniz Universität Hannover unter der Leitung von Prof. Thomas Scheper. Das Projekt hat das Ziel, Duft- und Aromastoffe biotechnologisch auf dem gleichen Weg wie in den Pflanzen herzustellen.

Der Innovationsverbund „Veredelung pflanzlicher Rohstoffe“ wird für zwei Jahre mit rund 500.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union und vom Land Niedersachsen gefördert. Start des Projekts war im November 2012.

Mit dieser Strategie zur Herstellung von Duft- und Aromastoffen betreten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Neuland – weg von der aufwändigen Extraktion, hin zu einer nachhaltigen Produktion mit einem neuen Herstellungsverfahren auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen. Um Erkenntnisse über mögliche Wege zur Herstellung von Duftstoffen zu gewinnen, will das Forscherteam zunächst mit dem Patchoulol der Patchouli-Pflanze arbeiten. Die Forscher wollen das pflanzliche Enzym, das das Patchulol produziert, identifizieren und von Bakterien herstellen lassen. Das so hergestellte Enzym wirkt wie ein Katalysator und beschleunigt die Produktion des Duftstoffes erheblich. „Unser Ziel ist es, zunächst die Schlüsselenzyme zu produzieren und diese dann zur Umsetzung und Veredelung von regionalen pflanzlichen Rohstoffen zu Duft- und Aromastoffen einzusetzen“, erklärt Sascha Beutel. Neben Patchouli wollen die Wissenschaftler auch noch weitere Pflanzen untersuchen.

Moderne Verfahrenstechniken aus der Pharmaproduktion und –aufarbeitung garantieren die Darstellung sicherer, hochreiner Produkte mit hohen Ausbeuten. Die nötige Überwachung, Analytik und Dokumentation kann ebenfalls aus der Pharmaindustrie übertragen werden.
Von dem neuen Verfahren in der Biotechnologie könnten nicht nur kleine und mittelständische Unternehmen profitieren, sondern auch landwirtschaftliche Betriebe in Niedersachsen, denn die heimischen Landwirte liefern Rohstoffe, die weiter veredelt werden können. Aufgrund des Verbots von Herbiziden und Pestiziden in der Europäischen Union wäre auch die nötige Qualität gewährleistet, da diese bei natürlichen Extrakten, die außerhalb der EU hergestellt werden, oft ein Problem darstellen.

Neben dem Institut für Technische Chemie sind das Institut für Lebensmittelchemie und das Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover beteiligt. Partner aus in der Industrie sind die Dr. Küke GmbH, die Kraul & Wilkening u. Stelling GmbH, die Symrise AG und TRACE Analytics.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Dr. Sascha Beutel, Institut für Technische Chemie der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon +49 511 762 2868 oder per E-Mail unter beutel@iftc.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Mechtild Freiin v. Münchhausen | Leibniz Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert neun neue Forschungsgruppen und eine Klinische Forschungsgruppe
07.12.2018 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Erfolg mit dem Schnelltest auf Malaria
04.12.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Im Focus: Researchers develop method to transfer entire 2D circuits to any smooth surface

What if a sensor sensing a thing could be part of the thing itself? Rice University engineers believe they have a two-dimensional solution to do just that.

Rice engineers led by materials scientists Pulickel Ajayan and Jun Lou have developed a method to make atom-flat sensors that seamlessly integrate with devices...

Im Focus: Drei Komponenten auf einem Chip

Wissenschaftlern der Universität Stuttgart und des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT gelingt wichtige Weiterentwicklung auf dem Weg zum Quantencomputer

Quantencomputer sollen bestimmte Rechenprobleme einmal sehr viel schneller lösen können als ein klassischer Computer. Einer der vielversprechendsten Ansätze...

Im Focus: Three components on one chip

Scientists at the University of Stuttgart and the Karlsruhe Institute of Technology (KIT) succeed in important further development on the way to quantum Computers.

Quantum computers one day should be able to solve certain computing problems much faster than a classical computer. One of the most promising approaches is...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Großes Interesse an erster Fachtagung

07.12.2018 | Veranstaltungen

Entwicklung eines Amphibienflugzeugs

04.12.2018 | Veranstaltungen

Neue biologische Verfahren im Trink- und Grundwassermanagement

04.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erstmalig in Deutschland: Erfolgreiche Bestrahlungstherapie lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörung

07.12.2018 | Medizintechnik

Nicht zu warm und nicht zu kalt! Seminar „Thermomanagement von Lithium-Ionen-Batterien“ am 02.04.2019 in Aachen

07.12.2018 | Seminare Workshops

Seminar „Magnettechnik - Magnetwerkstoffe“ vom 19. – 20.02.2019 in Essen

07.12.2018 | Seminare Workshops

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics