Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Beste aus zwei Nanowelten

06.11.2017

EU-Förderprogramm FLAG-ERA unterstützt von Chemiker der Universität Jena koordiniertes, internationales Verbundprojekt mit 847.000 Euro

Der Traum eines jeden Forschers: Der Erfindung folgt die Patentanmeldung. Ein bedeutendes naturwissenschaftliches Journal veröffentlicht die Ergebnisse. Und schließlich beteiligt sich ein EU-weites Förderprogramm mit einer knappen Million Euro, um die Idee zu implementieren. Eben dieses Ideal hat sich jetzt für Prof. Dr. Andrey Turchanin vom Institut für Physikalische Chemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena erfüllt.


Prof. Dr. Andrey Turchanin von der Uni Jena koordiniert das internationale Verbundprojekt, das vom EU-Förderprogramm FLAG-ERA für drei Jahre unterstützt wird.

Foto: Anne Günther/FSU

So hat das EU-Programm FLAG-ERA gerade verkündet, welche Verbundprojekte es in den Bereichen Graphen und Human Brain in den kommenden Jahren unterstützt: Als einziges aus Deutschland koordiniertes Projekt wurde „H2O“ – Heterostrukturen von 2D-Materialien und organischen, halbleitenden Nanoschichten – gewählt, das ab Januar 2018 für drei Jahre mit einer Gesamtsumme von 847.000 Euro gefördert wird.

Prof. Turchanin, Projektleiter, und Dr. Bert Nickel von der Ludwig-Maximilians-Universität München bauen damit auf ihrer Erfindung eines Halbleiterfilms aus Pentacen auf, über die das Fachmagazin Advanced Materials im Mai dieses Jahres berichtet hatte. Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus den Niederlanden (Universität Twente) und Schweden (Technische Hochschule Chalmers) entwickeln sie den nur 50 Nanometer dünnen organischen Film weiter. Jede der vier Hochschulen stellt dafür einen Doktoranden ein.

Neue Anwendungen in der organischen Elektronik

„Mit der Förderung werden wir neue Anwendungen für unseren zum Patent angemeldeten Halbleiter kreieren, indem wir ihn mit 2D-Materialien wie Graphen und Übergangsmetall-Dichalkogeniden verbinden – und so das Beste aus zwei Welten zusammenbringen“, erklärt Andrey Turchanin. Eine Vielzahl mikroskopischer und spektroskopischer Untersuchungen steht dazu zunächst an, um unter anderem die Eigenschaften dieser neuartigen nanoskaligen Stoffe zu analysieren.

Durch die additive Mikrofabrikation, also das Stapeln zweier oder mehrerer dünnster Substanzen, soll ein neues Material mit den gewünschten Eigenschaften entstehen: „flexibel und biegsam, leitfähig, schaltbar, umweltverträglich“, zählt der Jenaer Wissenschaftler auf. Im Bereich der organischen Elektronik sieht er Anwendungsmöglichkeiten wie flexible Displays, tragbare, formveränderliche elektronische Geräte und Photovoltaik.

Seit der Entdeckung von freien, einschichtigen Graphenkristallen befassen sich Wissenschaftler weltweit mit der äußerst stabilen und reißfesten, dafür umso leichteren Kohlenwasserstoffmodifikation und anderen atomar dünnen Nanoblättern. Das Gebiet gilt als so vielversprechend, dass die Europäische Union seit 2013 eine ihrer zwei großen Forschungsinitiativen, die FET Flagships (Future and Emerging Technologies), dem häufig als „Wundermaterial“ betitelten Graphen widmet – die andere der Forschung zum menschlichen Gehirn.

Jährliche Aufrufe der europäischen Förderorganisation FLAG-ERA, neue Ideen zu beiden Themen einzureichen, geschehen in Ergänzung der „Flaggschiffe“ und sollen komplementäre Forschung anregen. Bedingung für den Antrag ist ein internationales Konsortium, bestehend aus mindestens drei Ländern. Die Fördergelder kommen von der EU und den jeweiligen nationalen Forschungsförderungen wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Weitere Informationen zu FLAG-ERA und dem Graphen-Flagship sind zu finden unter: https://www.flagera.eu/ und http://graphene-flagship.eu/.

Kontakt:
Prof. Dr. Andrey Turchanin
Institut für Physikalische Chemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Lessingsstraße 10, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948370
E-Mail: andrey.turchanin[at]uni-jena.de

Weitere Informationen:

https://www.flagera.eu/
http://graphene-flagship.eu/

Juliane Dölitzsch | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Der bundesweite Bewerbungsprozess für den Corporate Health Award 2020 startet ab sofort
02.04.2020 | Corporate Health Initiative

nachricht Klimafreundliche Energie aus Abwärme
20.12.2019 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Den Regen für Hydrovoltaik nutzen

Wassertropfen, die auf Oberflächen fallen oder über sie gleiten, können Spuren elektrischer Ladung hinterlassen, so dass sich die Tropfen selbst aufladen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben dieses Phänomen, das uns auch in unserem Alltag begleitet, nun detailliert untersucht. Sie entwickelten eine Methode zur Quantifizierung der Ladungserzeugung und entwickelten zusätzlich ein theoretisches Modell zum besseren Verständnis. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte der beobachtete Effekt eine Möglichkeit zur Energieerzeugung und ein wichtiger Baustein zum Verständnis der Reibungselektrizität sein.

Wassertropfen, die über nicht leitende Oberflächen gleiten, sind überall in unserem Leben zu finden: Vom Tropfen einer Kaffeemaschine über eine Dusche bis hin...

Im Focus: Harnessing the rain for hydrovoltaics

Drops of water falling on or sliding over surfaces may leave behind traces of electrical charge, causing the drops to charge themselves. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz have now begun a detailed investigation into this phenomenon that accompanies us in every-day life. They developed a method to quantify the charge generation and additionally created a theoretical model to aid understanding. According to the scientists, the observed effect could be a source of generated power and an important building block for understanding frictional electricity.

Water drops sliding over non-conducting surfaces can be found everywhere in our lives: From the dripping of a coffee machine, to a rinse in the shower, to an...

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Im Focus: Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis

90 Millionen Jahre alter Waldboden belegt unerwartet warmes Südpol-Klima in der Kreidezeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Geowissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)...

Im Focus: A sensational discovery: Traces of rainforests in West Antarctica

90 million-year-old forest soil provides unexpected evidence for exceptionally warm climate near the South Pole in the Cretaceous

An international team of researchers led by geoscientists from the Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI) have now...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste SARS-CoV-2-Genome aus Österreich veröffentlicht

03.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Projekt »Lade-PV« gestartet: Fahrzeugintegrierte PV für Elektro-Nutzfahrzeuge

03.04.2020 | Energie und Elektrotechnik

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics