Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hirnforscher aus Magdeburg erhielt Max-Planck-Forschungspreis für internationale Zusammenarbeit

02.12.2003


Anerkennung für wissenschaftliche Spitzenleistungen

... mehr zu:
»Botenstoff »IfN »Neurobiologie »Synapse

Prof. Dr. Eckart D. Gundelfinger vom Leibniz-Institut für Neurobiologie (IfN) in Magdeburg wurde am 26. November mit dem "Max-Planck-Forschungspreis für internationale Zusammenarbeit" auf dem Gebiet der Biowissenschaften und Medizin geehrt.

Magdeburg. Prof. Dr. Eckart D. Gundelfinger vom Leibniz-Institut für Neurobiologie (IfN) in Magdeburg wurde am 26. November mit dem "Max-Planck-Forschungspreis für internationale Zusammenarbeit" auf dem Gebiet der Biowissenschaften und Medizin geehrt. Der gemeinsam von der Max-Planck-Gesellschaft und der Alexander von Humboldt-Stiftung vergebene Preis ist mit 125000 Euro dotiert. Er wird für international herausragende wissenschaftliche Leistungen verliehen.


Eckart Gundelfinger leitet seit Januar 1992 die Abteilung Neurochemie/Molekularbiologie am Leibniz-Institut für Neurobiologie. Das derzeit aus 10 Wissenschaftlern sowie ca. 30 Doktoranden, Diplomanden, Technikern und Laborkräften bestehende Forscherteam beschäftigt sich mit der Aufklärung des molekularen Aufbaus der Synapsen und deren Funktionen. Synapsen sind die Kontakt- und Kommunikationsstellen zwischen Nervenzellen. Sie spielen für das Lernen eine zentrale Rolle.

Zusammen mit seinem amerikanischen Kollegen Craig Garner von der Stanford Universität war Eckart Gundelfinger an der Entdeckung einiger großer Molekülbausteine der chemischen Synapse beteiligt. Für zwei der entdeckten "Mammutproteine", genannt Bassoon und Piccolo, konnte gezeigt werden, dass sie vermutlich das Grundgerüst für die "aktive Zone" bilden. Mit diesem Begriff bezeichnen die Wissenschaftler die Region der Synapse, an der die chemischen Botenstoffe ausgeschüttet werden. Die entdeckten Proteine bilden nicht nur wichtige Teile der Synapsen-Struktur, sondern sind wahrscheinlich auch an der Ausschüttung von Botenstoffen (Transmitter) beteiligt. Die Aufklärung der Rolle der Synapsen-Proteine könnte deshalb wichtige Einblicke in deren Bedeutung für das Lernen und bei Erkrankungen geben. In Versuchen mit Mausmutanten konnten die Molekularbiologen des IfN in Kooperation mit verschiedenen anderen Forschergruppen bereits zeigen, dass Tiere mit einem defekten Bassoon-Molekül zu Epilepsie neigen und nahezu blind sind.

Seit einigen Jahren arbeitet das Team um Eckart Gundelfinger auch eng mit der Arbeitsgruppe von Noam Ziv vom Technion in Haifa zusammen. Die israelischen Wissenschaftler bringen wichtige Erfahrungen auf dem Gebiet der zellulären Bildgebung in das gemeinsame Forschungsprojekt ein. So konnten die Wissenschaftler in jüngster Zeit herausfinden, dass die molekularen Bausteine der "aktiven Zone" nicht wie zunächst angenommen Stück für Stück in die die chemische Botenstoffe aussendende Synapse (Präsynapse) gelangen, sondern bereits innerhalb der Nervenzellen zusammengesetzt werden und dann gewissermaßen als Fertigbauteile für die Endmontage in der Präsynapse bereitstehen. Viele Detailfragen zur Bildung der synaptischen "Mammutproteine" und ihres Transports sind bislang aber noch unbeantwortet. Dank des Forschungspreises ist es möglich, sie in internationaler Zusammenarbeit zu bearbeiten.

Dr. Frank Stäudner | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifn-magdeburg.de
http://www.wgl.de

Weitere Berichte zu: Botenstoff IfN Neurobiologie Synapse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Künstliche Intelligenz erobert die Fahrzeugentwicklung
21.09.2018 | Technische Universität Berlin

nachricht Preis für Arbeit über autonomes Fahren
11.09.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

ISO-27001-Zertifikat für die GFOS mbH und die GFOS Technologieberatung GmbH

21.09.2018 | Unternehmensmeldung

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics