Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lautenschläger-Forschungspreis an Prof. Krammer verliehen

13.10.2003


Bundesforschungsministerin Bulmahn verlieh den Lautenschläger-Forschungspreis 2003 der Universität Heidelberg an den Krebsforscher Prof. Peter Krammer - Die Ministerin betonte, dass die Arbeiten des Preisträgers auf dem Gebiet des programmierten Zelltods völlig neue Perspektiven für Krebstherapien eröffnen



Prof. Dr. Peter Krammer aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum wurde am Freitag Abend in einem Festakt mit dem "Lautenschläger-Forschungspreis der Universität Heidelberg 2003" ausgezeichnet. In einem breiten Feld exzellenter Nominierungen aus dem In- und Ausland bis hin nach Amerika und Australien hat sich Prof. Krammer in einem Auswahlverfahren unter den Allerbesten durchgesetzt.



Das Ziel des mit 250.000 Euro dotierten Forschungspreises ist es, die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit der Universität Heidelberg zu fördern. Damit unterstreicht der Lautenschläger-Forschungspreis nachdrücklich die beiden Leitsterne der Universität Heidelberg in ihrer Strategie: Interdisziplinarität und Internationalität.

Vorbildliches privates Engagement

Der Lautenschläger-Forschungspreis wurde vom Gründer des Finanzdienstleisters MLP AG, Manfred Lautenschläger, gestiftet. Vor mehr als 450 geladenen Gästen sagte Bundesministerin Bulmahn: "Eine leistungsfähige Forschung ist das Lebenselixier unserer Gesellschaft, der Garant für Wohlstand und Fortschritt. Ich habe keinen Zweifel: Dieser noch junge Preis wird sich dank seines interessanten Profils und der Auswahl von so hervorragenden Preisträgern sehr bald in der Wissenschaftsgemeinschaft etablieren."

Die Auszeichnung Professor Krammers, so die Ministerin, sei ein Erfolg einer sich gegenseitig befruchtenden Kooperation zwischen der Grundlagenforschung im Deutschen Krebsforschungszentrum und der klinischen Forschung an der Universität Heidelberg, so Ministerin Bulmahn. Und diese Kooperation sei darum auch beispielgebend für Deutschland.

Die Ministerin unterstrich aber auch die Bedeutung des privaten Engagements für die Wissenschaft. Die Preisträgerin des Jahres 2001, Professorin Johanna Stachel, bestätigte dies in ihrer Rede ausdrücklich. Vor allem die Freiheiten bei der Verwendung des Preisgeldes hätten ihr geholfen, junge Nachwuchswissenschaftler ohne langwierige Antragsverfahren zu fördern.

Alle Wissenschaftsbereiche - auch die Geisteswissenschaften

Mit Jorge Semprún wurde die Festrede von einem der bedeutendsten Intellektuellen Europas gehalten. Rektor Hommelhoff betonte, dies sei auch ein Zeichen, um "den mächtigen, ja: in Heidelberg zuweilen übermächtigen Lebens- und Naturwissenschaften Kraftvolles entgegenzusetzen".

Nach den Sternen zu greifen

Der Preisträger verband seine Dankesrede mit einer Aufforderung an seine jungen Mitarbeiter: "Ich kann nur immer wieder dazu aufrufen, zu den Sternen zu greifen. In der Tat brauchen wir wieder eine Elite in Deutschland und sollten dies auch deutlich aussprechen, so der Preisträger.

Prof. Krammer: wegweisende Forschungen auf dem Gebiet des programmierten Zelltods

Professor Dr. Peter Krammer, Leiter der Abteilung Immungenetik im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), erhielt den Lautenschläger-Forschungspreis für seine wegweisenden Forschungen auf dem Gebiet des programmierten Zelltods, der Apoptose. Die hohe Bedeutung dieser Arbeiten für die medizinische Forschung wurde durch Prof. Kleihues in seiner Laudatio nicht nur unterstrichen. Vielmehr seien zukünftig weitere maßgebliche Fortschritte durch Prof. Krammer und seine Arbeitsgruppe zu erwarten.

Die Apoptose ist die häufigste Form des natürlichen Zelltods im Organismus. Sie dient der Beseitigung von Zellen, die ihre Aufgabe erfüllt haben, im Laufe der Embryonalentwicklung überflüssig geworden sind oder Fehler im Erbgut aufweisen.

So entsteht die Hand des Embryos nur dann, wenn die Fingerknospen auswachsen und gleichzeitig aber in den Fingerzwischenräumen Zellen durch Apoptose sterben. Auch im erwachsenen Organismus spielt Zelltod an vielen Stellen eine große Rolle: so zum Beispiel im Immunsystem, im Thymus, bei der Aufrechterhaltung der Selbsttoleranz und der Vernichtung selbst-reaktiver Zellen, ebenso wie beim Abschalten der Immunantwort. Der Schluss liegt nahe, so Prof. Krammer in seiner Dankesrede: "Ohne geordnetes Todesprogramm, ohne Tod, ohne Apoptose, kein geordnetes Leben".

Apoptose ist wichtig für die Klinik. Denn die Entstehung vieler Erkrankungen lässt sich unter anderem durch "zu viel" oder "zu wenig" Apoptose in den Zellen der erkrankten Organe beschreiben. Ein Entgleisen des als Schutzmechanismus gedachten programmierten Zellsterbens liegt vielen Krankheiten zu Grunde und kann in zwei Richtungen erfolgen: Zu viel Zelltodaktivität führt zu unkontrolliertem Gewebsuntergang und wird zum Beispiel bei Patienten mit Herzinfarkt, Schlaganfall, Rückenmarksläsionen, AIDS, Parkinson oder Alzheimer beobachtet. Zu wenig Apoptose ist dagegen ein zentrales Problem von Krebs- und Autoimmunerkrankungen. Prof. Krammers Forschung zielt darauf ab, in die jeweils andere Richtung gegenzusteuern und so die genannten Krankheiten besser behandelbar zu machen.

Rückfragen bitte an:

Dr. Jens Hemmelskamp
Dezernent für Forschung
Universität Heidelberg
Tel. 06221 542145
E-mail: hemmelskamp@zuv.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
E-mail: michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Berichte zu: Apoptose Krebsforschungszentrum Zelltod

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Preis für Arbeit über autonomes Fahren
11.09.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Mit der Getränkedose hoch hinaus – Minisatellitenwettbewerb vom 17. bis 21. September in Bremen
10.09.2018 | Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Im Focus: Patented nanostructure for solar cells: Rough optics, smooth surface

Thin-film solar cells made of crystalline silicon are inexpensive and achieve efficiencies of a good 14 percent. However, they could do even better if their shiny surfaces reflected less light. A team led by Prof. Christiane Becker from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) has now patented a sophisticated new solution to this problem.

"It is not enough simply to bring more light into the cell," says Christiane Becker. Such surface structures can even ultimately reduce the efficiency by...

Im Focus: Mit Nano-Lenkraketen Keime töten

Wo Antibiotika versagen, könnten künftig Nano-Lenkraketen helfen, multiresistente Erreger (MRE) zu bekämpfen: Dieser Idee gehen derzeit Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Zusammen mit einem führenden US-Experten tüfteln sie an millionstel Millimeter kleinen Lenkraketen, die antimikrobielles Silber zielsicher transportieren, um MRE vor Ort zur Strecke zu bringen.

In deutschen Krankenhäusern führen die MRE jährlich zu tausenden, teils lebensgefährlichen Komplikationen. Denn wer sich zum Beispiel nach einer Implantation...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung

18.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Der Truck der Zukunft

19.09.2018 | Verkehr Logistik

Fehlersuche in der Quantenwelt

19.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics