Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Communicator-Preis 2003 für Wolf Singer

25.07.2003


Neurophysiologe erhält 50.000 Euro für die beste Vermittlung von Wissenschaft in die Öffentlichkeit



Der "Communicator-Preis - Wissenschaftspreis des Stifterverbandes" geht in diesem Jahr an Professor Wolf Singer. Der Direktor des Frankfurter Max-Planck-Instituts für Hirnforschung wird mit 50.000 Euro für herausragende Leistungen in der Vermittlung seiner wissenschaftlichen Arbeit in die Öffentlichkeit ausgezeichnet. Der Preis wird gemeinsam vom Stifterver-band für die Deutsche Wissenschaft und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am 16. September im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Wissenschaftssommer in Mainz verliehen.



Der Communicator-Preis ist in enger Zusammenarbeit zwischen DFG und Stifterverband entstanden und wird in diesem Jahr zum vierten Mal verliehen. Mit ihm werden Wissenschaftle-rinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet, die sich nachhaltig und in herausragender Weise um die Vermittlung ihrer Arbeit in eine breite Öffentlichkeit bemühen. Eine Jury aus Wissen-schaftsjournalisten, Kommunikations- und PR-Fachleuten beurteilt die Bewerbungen nach den Kriterien Relevanz, Zielgruppe, Originalität und Nachhaltigkeit. In diesem Jahr gingen 70 Bewerbungen aus verschiedenen Fachgebieten ein, von denen zehn in die engste Wahl kamen. Unter ihnen wählte die Jury Wolf Singer als Träger des Communicator-Preises 2003 aus.

Wolf Singer wurde 1943 in München geboren und nahm 1962 an der dortigen Ludwig-Maximilians-Universität das Medizinstudium auf. Nach seiner Promotion ging er zunächst an die University of Sussex in England und habilitierte sich 1975 an der Technischen Universität München für das Fach Physiologie. 1981 wurde er als wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und als Direktor an das Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt berufen. Der Neurophysiologe und Träger zahlreicher Auszeichnungen und Preise, darun-ter der Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft, beschäftigt sich mit den Grundlagen der Hirnentwicklung, insbesondere mit der Entwicklung, Struktur und funktionellen Organi-sation der Großhirnrinde sowie den neuronalen Grundlagen der Wahrnehmung.

Singer engagiert sich seit vielen Jahren für die breite öffentliche Vermittlung seiner Forschungsergebnisse und der Hirnforschung insgesamt. Aus zahlreichen Interviews in Rundfunk- und Fernsehsendungen ist er bekannt als Wissenschaftler, der sich der gesellschaftli-chen Diskussion um sein Forschungsgebiet stellt und versucht, durch Aufklärung die biome-dizinische Grundlagenforschung für Laien transparenter und nachvollziehbarer zu machen.

Dabei geht es ihm nicht nur darum, Ängste vor dem wissenschaftlichen Zugriff auf den "Sitz der Seele" abzubauen, sondern Nicht-Wissenschaftler in die Lage zu versetzen, selbst ein informierteres Urteil über die Bedeutung und Implikationen der Hirnforschung zu fällen. In öffentlichen Vorträgen und Diskussionsrunden, aber auch durch Beiträge in Zeitschriften, überregionalen Zeitungen und bei vielen Rundfunk- und Fernsehauftritten hat er sich bemüht, die Erkenntnisse der Hirnforschung verständlich zu machen und sie mit anderen gesellschaft-lichen Fragen in Zusammenhang zu stellen.

Dazu gehört auch die bildungspolitische Debatte nach PISA, für die Erkenntnisse der Neurobiologie eine entscheidende Rolle spielen. Singer verfolgt in seiner Öffentlichkeitsarbeit unter anderem das Ziel, das Erziehungs- und Bildungssystem zu verbessern. Dabei sollen Erkennt-nisse über die kindliche Hirnentwicklung und den prägenden Einfluss von Umweltfaktoren die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform der Kinderbetreuung und -erziehung wissen-schaftlich untermauern.

Neben der Vermittlung von Forschungsergebnissen setzt sich Wolf Singer auch für die verbesserte Kommunikation zwischen Wissenschaft und Schule ein. Mit dem Projekt "Brückenschlagen - Wissenschaft in die Schulen" hat Singer ein Programm initiiert, das bei Schülerinnen und Schülern schon früh Interesse an wissenschaftlichen Themen wecken soll. Im Rahmen dieser Initiative entsteht ein intensiver Dialog zwischen Wissenschaftlern, Schülern und Lehrern durch Vorträge in Schulen, Institutsbesuche von Schulklassen sowie gemeinsame Projekte und Praktika. Ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen des Dezernats für Schule und Bildung und des Staatlichen Schulamts in Frankfurt, hat die Initiative so große Resonanz erfahren, dass sie inzwischen auch in anderen Regionen Nachahmung gefunden hat.

Der Communicator-Preis ist nicht nur mit einem Geldpreis verbunden, sondern wird auch durch ein vom Kölner Künstler Michael Bleyenberg gestaltetes Hologramm symbolisiert. Es soll die Bedeutung der Transparenz in der Wissenschaft unterstreichen und sichtbar machen, dass es sich lohnt, die Dinge ins "rechte Licht" zu setzen. Wie das Hologramm entfaltet auch die Wissenschaft nur dann ihre ganze Leuchtkraft.

Ein ausführliches Porträt des Preisträgers und weitere Informationen können ab Mitte August zum Abdruck, auch ohne Quellenangabe, im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG (Tel.: 0228/885-2443) angefordert oder im Internet abgerufen werden.

Der Preisträger selbst ist ab 31. Juli unter folgender Adresse erreichbar:

Prof. Dr. Wolf Singer
Max-Planck-Institut für Hirnforschung
Deutschordenstraße 46
D-60528 Frankfurt/M.
Tel.: 069 - 96769-218
Fax: 069 - 96769-327
E-mail: singer@mpih-frankfurt.mpg.de

Dr. Eva-Maria Streier | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Autonomes Fahren mit Blockchain: Bayreuther Studierende siegen im internationalen MOBI-Wettbewerb
18.02.2019 | Universität Bayreuth

nachricht 350.000 Euro für Forschung zu Genom-Editierung
11.02.2019 | Universität Mannheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

Mit additiven Verfahren wie dem 3D-Druck lässt sich nahezu jede beliebige Struktur umsetzen – sogar im Nanobereich. Diese können, je nach verwendeter „Tinte“, die unterschiedlichsten Funktionen erfüllen: von hybriden optischen Chips bis zu Biogerüsten für Zellgewebe. Im gemeinsamen Exzellenzcluster „3D Matter Made to Order” wollen Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Heidelberg die dreidimensionale additive Fertigung auf die nächste Stufe heben: Ziel ist die Entwicklung neuer Technologien, die einen flexiblen, digitalen Druck ermöglichen, der mit Tischgeräten Strukturen von der molekularen bis zur makroskopischen Ebene umsetzen kann.

„Der 3D-Druck bietet gerade im Mikro- und Nanobereich enorme Möglichkeiten. Die Herausforderungen, um diese zu erschließen, sind jedoch ebenso gewaltig“, sagt...

Im Focus: Diamanten, die besten Freunde der Quantenwissenschaft - Quantenzustand in Diamanten gemessen

Mithilfe von Kunstdiamanten gelang einem internationalen Forscherteam ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Hightech-Anwendung von Quantentechnologie: Erstmals konnten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen den Quantenzustand eines einzelnen Qubits in Diamanten elektrisch zu messen. Ein Qubit gilt als die Grundeinheit der Quanteninformation. Die Ergebnisse der Studie, die von der Universität Ulm koordiniert wurde, erschienen jüngst in der renommierten Fachzeitschrift Science.

Die Quantentechnologie gilt als die Technologie der Zukunft. Die wesentlichen Bausteine für Quantengeräte sind Qubits, die viel mehr Informationen verarbeiten...

Im Focus: Wasser ist homogener als gedacht

Um die bekannten Anomalien in Wasser zu erklären, gehen manche Forscher davon aus, dass Wasser auch bei Umgebungsbedingungen aus einer Mischung von zwei Phasen besteht. Neue röntgenspektroskopische Analysen an BESSY II, der ESRF und der Swiss Light Source zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Bei Raumtemperatur und normalem Druck bilden die Wassermoleküle ein fluktuierendes Netz mit durchschnittlich je 1,74 ± 2.1% Donator- und Akzeptor-Wasserstoffbrückenbindungen pro Molekül, die eine tetrahedrische Koordination zwischen nächsten Nachbarn ermöglichen.

Wasser ist das „Element“ des Lebens, die meisten biologischen Prozesse sind auf Wasser angewiesen. Dennoch gibt Wasser noch immer Rätsel auf. So dehnt es sich...

Im Focus: Licht von der Rolle – hybride OLED ermöglicht innovative funktionale Lichtoberflächen

Bislang wurden OLEDS ausschließlich als neue Beleuchtungstechnologie für den Einsatz in Leuchten und Lampen verwendet. Dabei bietet die organische Technologie viel mehr: Als Lichtoberfläche, die sich mit den unterschiedlichsten Materialien kombinieren lässt, kann sie Funktionalität und Design unzähliger Produkte verändern und revolutionieren. Beispielhaft für die vielen Anwendungsmöglichkeiten präsentiert das Fraunhofer FEP gemeinsam mit der EMDE development of light GmbH im Rahmen des EU-Projektes PI-SCALE auf der Münchner LOPEC (19. bis 21. März 2019), erstmals in Textildesign integrierte hybride OLEDs.

Als Anbieter von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der organischen Elektronik setzt sich das Fraunhofer FEP schon lange mit der...

Im Focus: Light from a roll – hybrid OLED creates innovative and functional luminous surfaces

Up to now, OLEDs have been used exclusively as a novel lighting technology for use in luminaires and lamps. However, flexible organic technology can offer much more: as an active lighting surface, it can be combined with a wide variety of materials, not just to modify but to revolutionize the functionality and design of countless existing products. To exemplify this, the Fraunhofer FEP together with the company EMDE development of light GmbH will be presenting hybrid flexible OLEDs integrated into textile designs within the EU-funded project PI-SCALE for the first time at LOPEC (March 19-21, 2019 in Munich, Germany) as examples of some of the many possible applications.

The Fraunhofer FEP, a provider of research and development services in the field of organic electronics, has long been involved in the development of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Unendliche Weiten: Geophysiker nehmen den Weltraum ins Visier

21.02.2019 | Veranstaltungen

Tagung rund um zuverlässige Verbindungen

20.02.2019 | Veranstaltungen

LastMileLogistics Conference in Frankfurt befasst sich mit Lieferkonzepten für Ballungsräume

19.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

21.02.2019 | Verfahrenstechnologie

Neue Mechanismen der Regulation von Nervenstammzellen

21.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Fledermäusen auf der Spur: Miniatur-Sensoren entschlüsseln Mutter-Kind-Beziehung

21.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics