Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2,9 Mio. Euro Fördergelder: Europäischer Forschungsrat zeichnet gleich zwei UKE-Wissenschaftler aus

05.08.2013
Die UKE-Wissenschaftler Dr. Matthias Gamer (Zentrum für Experimentelle Medizin) und Prof. Dr. Samuel Huber (Zentrum für Innere Medizin) sind vom Europäischen Forschungsrat (ERC) mit dem „ERC Starting Grant“ ausgezeichnet worden.

Sie erhalten für ihre Forschungsprojekte in den kommenden fünf Jahren insgesamt rund 2,9 Millionen Euro. Mit der Initiative „ERC Starting Grant“ werden innovative Vorhaben von herausragenden jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Grundlagenforschung gefördert.

Wie entsteht soziale Aufmerksamkeit? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Forschung von Dr. Matthias Gamer, für die er jetzt mit rund 1,4 Millionen Euro Preisgeld ausgezeichnet wird. „Wir Menschen haben eine außerordentliche Kompetenz darin, das Verhalten unserer Mitmenschen zu beobachten und einzuschätzen. Bereits sehr junge Kinder zeigen eine verstärkte Hinwendung zu sozialen Reizen und ziehen die Betrachtung von Gesichtern der von leblosen Objekten vor“, erläutert Dr. Matthias Gamer, der die Forschungsgruppe „Social and Applied Psychophysiology“ am Institut für Systemische Neurowissenschaften leitet. „Diese Fähigkeit – soziale Aufmerksamkeit – ist die Basis für menschliches Interaktionsverhalten.

Wir wollen erstmals eine umfassende Charakterisierung sozialer Aufmerksamkeit leisten und die neuronalen Grundlagen dieser bedeutsamen Fähigkeit aufklären.“ Hierfür wird der Psychologe Untersuchungsmethoden wie z.B. Augenbewegungsmessungen oder die funktionelle Magnetresonanztomographie einsetzen. In einem weiteren Schritt sollen dann Beeinträchtigungen sozialer Aufmerksamkeit beispielsweise bei Patienten mit sozialen Angststörungen oder Autismus untersucht werden.

Mit dem Fördergeld von rund 1,5 Millionen Euro will Prof. Dr. Samuel Huber mehr Licht in das Zusammenspiel von Darmflora und Immunsystem bringen. „Wir wissen, dass Interleukin 22 zwei Gesichter hat. Dieser Botenstoff, der maßgeblich an Regenerationsvorgängen und Infektabwehr des Körpers beteiligt ist, kann Heilung begünstigen – oder aber die Entwicklung von Krebs. Warum dies so ist, wollen wir genauer untersuchen“, erläutert Prof. Huber, der den Bereich Molekulare Gastroenterologie an der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE leitet. Die Forschung betreibt er gemeinsam mit Dr. Till Strowig vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Bekannt ist, dass die Konzentration von Interleukin 22 bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erhöht ist und mit diesen Krankheiten auch das Risiko steigt, an Darmkrebs zu erkranken.

„Interleukin 22 hat aber einen Gegenspieler und wir wollen herausfinden, welche Komponenten der Darmflora auf dieses Zusammenspiel einwirken und wie sie dieses tun.“ Wenn die Mediziner das filigrane Netzwerk aus Darmzellen und Darmbakterien besser verstehen, eröffnen sich Chancen, neue Therapien gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Dickdarmkrebs oder für eine verbesserte Wundheilung zu entwickeln.

Dr. Matthias Gamer studierte Psychologie an der Universität Mainz, wo er auch promovierte. Seit 2008 forscht er im UKE. Seine Arbeitsgruppe beteiligt sich unter seiner Leitung seit 2010 an einem europäischen Kooperationsprojekt, für das er unter anderem Unterstützung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhielt.

Prof. Dr. Samuel Huber studierte Medizin an den Universitäten Ulm, Heidelberg und Mainz, wo er auch promovierte. 2006 kam er ans UKE; seit 2011 leitet er eine Nachwuchsforschergruppe und seit 2013 den Bereich Molekulare Gastroenterologie und Immunologie an der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE. Prof. Huber wurde bereits vielfach ausgezeichnet, 2012 erhielt er etwa die Peter Hans Hofschneider Stiftungsprofessur der Schweizer Stiftung für Experimentelle Biomedizin.

Mit dem „ERC Starting Grant“ können junge, talentierte Nachwuchsforscher beste Ideen im Europäischen Forschungsraum verwirklichen. Aus 3329 Bewerbungen wählte der Europäische Forschungsrat 287 Projekte aus – also etwa neun Prozent. 46 Forschungsprojekte sind an deutschen Einrichtungen angesiedelt. Damit landeten die deutschen Forscher auf Platz 2 nach Großbritannien mit 60 und vor Israel mit 32 Grants.

Kontakt:
Dr. Matthias Gamer
Institut für Systemische Neurowissenschaften
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistr. 52, 20246 Hamburg
Tel.: (040) 7410-57160
E-Mail: m.gamer@uke.de
Prof. Dr. Samuel Huber
I. Medizinische Klinik und Poliklinik
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistr. 52, 20246 Hamburg
Tel.:(040) 7410-57273
E-Mail: s.huber@uke.de

Christine Trowitzsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uke.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Preis für Arbeit über autonomes Fahren
11.09.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Mit der Getränkedose hoch hinaus – Minisatellitenwettbewerb vom 17. bis 21. September in Bremen
10.09.2018 | Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bei Depressionen ist Hirnregion zur Stresskontrolle vergrößert

20.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Was Einstein noch nicht wusste

20.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics