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Sichere Stromversorgung

26.06.2012
Mit der Analyse und Verbesserung der Spannungsqualität in elektrischen Netzen befasst sich ein Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Die Landesregierung fördert das Vorhaben mit 35.000 Euro. Projektleiter ist Prof. Dr. Alexander Kuznietsov, der in Friedberg Digitale Mess- und Regelungstechnik lehrt.

„Ich hatte einmal das Vergnügen, in einem Hotel direkt neben einem Stahlwerk zu wohnen“, erzählt Kuznietsov. „Wenn da abends die Schmelzphase beginnt, fängt die Lampe an zu flackern, und Sie müssen gar nicht erst versuchen etwas zu lesen. Dieses Phänomen nennt man Flicker, und das bekämpfen wir.“

Ursache sind Spannungsschwankungen und Spannungseinbrüche in Stromnetzen, die den Betrieb elektrischer Geräte stören und ihre Lebensdauer reduzieren. Deren Quelle sind nichtlineare Verbraucher in Industrie und Haushalt wie zum Beispiel Lichtbogenöfen, Schweißmaschinen, Fernsehgeräte oder Drucker. Auch Windkraftanlagen sind für solche Störungen verantwortlich. Durch den Atomausstieg und den zunehmenden Einsatz regenerativer Energiequellen wird nach Einschätzung von Kuznietsov die Verbesserung der Netzqualität künftig an Bedeutung gewinnen.

Im Projekt der TH geht es um die Entwicklung neuartiger Verfahren zur Bestimmung der jeweiligen Störungsquelle, die beim Versorgungsunternehmen oder beim Verbraucher liegen kann. Mit Spannungs- und Strommessungen an einem Knotenpunkt eines Energieversorgungssystems soll der Entstehungsort der Beeinträchtigung genau bestimmt werden. Die zu entwickelnden Modelle werden eine wirtschaftliche Auslegung von Kompensationsanlagen und eine bessere Qualität der Energieversorgung möglich machen. „Sie können von kleinen und mittelständischen Unternehmen eingesetzt werden, deren Aufgaben in der Optimierung des Netzbetriebs liegen, sind aber auch für überregionale Netzbetreiber und Energieversorger von Interesse“, erläutert Kuznietsov.

Projektpartner ist die H. Kleinknecht & Co GmbH am Standort Ilmenau. Das Unternehmen bietet unter anderem technische Dienstleistungen auf dem Gebiet der elektrischen Energiequalität an. An der TH werden an dem Projekt auch Studenten mitarbeiten. Laut Kuznietsov sind Doktorarbeiten von TH-Studenten in Kooperation mit der TU Ilmenau ebenfalls geplant.

Das Forschungsvorhaben am Fachbereich Informationstechnik - Elektrotechnik - Mechatronik hat eine Laufzeit von einem Jahr. Es wird im Rahmen des Förderprogramms „Forschung für die Praxis“ unterstützt. Damit bezuschusst die Landesregierung praxisnahe Projekte an hessischen Fachhochschulen.

Erhard Jakobs | idw
Weitere Informationen:
http://www.th-mittelhessen.de/site/

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