Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Meilenstein in der Kreissägetechnologie

11.12.2017

Wissenschaftler des Fraunhofer IPA entwickelten ein neuartiges Verfahren zur werkzeuginternen Zuführung von Kühlschmierstoffen (KSS) für scheibenförmige, rotierende Zerspanwerkzeuge. Mit Unterstützung einschlägiger Sägemaschinen- und Sägewerkzeughersteller entstand ein leicht nachrüstbares und kostengünstiges Konzept, das einen Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte der Kreissägewerkzeuge darstellt. Mit ihrer Innovation wurden die Forscher am 8. Dezember 2017 mit dem 2. Platz des Hans-Jürgen Warnecke Innovationspreises 2017 ausgezeichnet.

Bei der Zerspanung von Werkstoffen entstehen im Bereich der Schneiden hohe Temperaturen, die sich negativ auf Schneiden und Werkstücke auswirken und die Standzeit der Werkzeuge verkürzen. Eine Möglichkeit, den Kühlschmierstoff an die Zerspanstelle zu leiten, ist die werkzeuginterne KSS-Zuführung, bei der über interne Kanäle der Kühlschmierstoff durch das Werkzeug direkt in die Schnittzone geleitet wird.


Innengekühlte Dreh-, Bohr- und Fräswerkzeuge.

Quelle: Walter AG


Prinzip der bedarfsgerechten Kühlschmierstoffzufuhr.

Quelle: Fraunhofer IPA

Während dieses Verfahren bei Drehmaschinen, Fräs-, Schleif- und Bohrwerkzeugen seit einigen Jahren erfolgreich eingesetzt wird, existiert keine vergleichbare werkzeuginterne KSS-Zuführung, die besonders beim Trennen von Werkstücken aus hochlegierten nichtrostenden Stählen, Titan- oder Nickelbasislegierungen Mehrwerte bringt.

Dem Fraunhofer IPA ist es nun erstmalig gelungen, in Sägeblättern Kanäle zu integrieren, durch die innengekühlte Werkzeuge realisiert werden können. Die Idee, das werkzeuginterne KSS-Verfahren auf scheibenförmige Werkzeuge wie Kreissägeblätter zu adaptieren, hat großes Potenzial und stößt auf reges Interesse in der Branche. Ein bedeutender technologischer Vorteil ist die Möglichkeit der Bearbeitung von Werkstoffen, die bisher nicht oder nur unzureichend mittels Sägen trennbar waren.

»Die Projektidee adressiert mit der Neuentwicklung damit als Endanwender Unternehmen, die verstärkt hochfeste und rostfreie Stähle einsetzen«, informiert der IPA-Projektleiter Christoph Birenbaum. »Kühlschmierstoff an der richtigen Schneide kühlt und schmiert den Sägeprozess, sodass längere Werkzeugstandzeiten und vor allem höhere Schnittgeschwindigkeiten erzielt werden. Damit steigt die Produktivität erheblich an«, erklärt der promovierte Ingenieur.

Von der Innovation profitieren auch Sägemaschinenhersteller durch Wertsteigerungen ihrer Maschinenparks oder Sägewerkzeughersteller durch ein größeres Produktportfolio. Zudem ergeben sich große Einsparpotenziale bei der eingesetzten Kühlschmierstoffmenge.

Für die Endanwender verringern sich dadurch die Nebenkosten und die Umweltbelastung. Aktuell finden Sondierungsgespräche statt, um das innere Kühlschmierzuführungssystem zur Serienreife zu entwickeln.

Fachlicher Ansprechpartner
Dr.-Ing. Christoph Birenbaum
Telefon +49 711 970-1536
christoph.birenbaum@ipa.fraunhofer.de

Jörg Walz | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Daten „fühlen“ mit haptischen Displays
15.11.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Ein magnetisches Gedächtnis für den Computer
12.11.2018 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: InSight: Touchdown auf dem Mars

Am 26. November landet die NASA-Sonde InSight auf dem Mars. Erstmals wird sie die Stärke und Häufigkeit von Marsbeben messen.

Monatelanger Flug durchs All, flammender Abstieg durch die Reibungshitze der Atmosphäre und sanftes Aufsetzen auf der Oberfläche – siebenmal ist das Kunststück...

Im Focus: Weltweit erstmals Entstehung von chemischen Bindungen in Echtzeit beobachtet und simuliert

Einem Team von Physikern unter der Leitung von Prof. Dr. Wolf Gero Schmidt, Universität Paderborn, und Prof. Dr. Martin Wolf, Fritz-Haber-Institut Berlin, ist ein entscheidender Durchbruch gelungen: Sie haben weltweit zum ersten Mal und „in Echtzeit“ die Änderung der Elektronenstruktur während einer chemischen Reaktion beobachtet. Mithilfe umfangreicher Computersimulationen haben die Wissenschaftler die Ursachen und Mechanismen der Elektronenumverteilung aufgeklärt und visualisiert. Ihre Ergebnisse wurden nun in der renommierten, interdisziplinären Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht.

„Chemische Reaktionen sind durch die Bildung bzw. den Bruch chemischer Bindungen zwischen Atomen und den damit verbundenen Änderungen atomarer Abstände...

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Personalisierte Implantologie – 32. Kongress der DGI

19.11.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz diskutiert digitale Innovationen für die öffentliche Verwaltung

19.11.2018 | Veranstaltungen

Naturkonstanten als Hauptdarsteller

19.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Gen-Radiergummi: Neuer Behandlungsansatz bei chronischen Erkrankungen

19.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mit maschinellen Lernverfahren Anomalien frühzeitig erkennen und Schäden vermeiden

19.11.2018 | Informationstechnologie

Neuer Stall ermöglicht innovative Forschung für tiergerechte Haltungssysteme

19.11.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics