Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energietacho für Werkzeugmaschinen

14.09.2010
Am Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz Universität Hannover (PZH) machen Ingenieure den Energieverbrauch einer Werkzeugmaschine in allen Details sichtbar – und schaffen damit Einsparpotenziale von etwa 20 Prozent

Im Haushalt ist die Lösung einfach: Wer feststellen will, wie viel Strom einzelne Geräte verbrauchen, schaltet ein Messgerät zwischen Steckdose und Wasserkocher, Kühlschrank oder Toaster. Verbraucht ein Gerät sehr viel Strom, kann man es eventuell durch ein energieeffizienteres ersetzen – oder den Gebrauch des Gerätes einschränken.

Bei einer Werkzeugmaschine ist das nicht ganz so einfach; viele einzelne Maschinenkomponenten tragen dort zum Gesamtstromverbrauch bei und lassen sich nicht ohne weiteres einzeln erfassen. Wissenschaftlern des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) am Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz Universität Hannover ist es jetzt gelungen, direkt aus den mehr als 1000 Steuerungsparametern einer Werkzeugmaschine die einzelnen Verbräuche abzuleiten und anzuzeigen; in Kilowattstunden oder – noch eindringlicher – in Euro.

„Es ist ein Riesenvorteil“, stellt Institutsleiter Professor Berend Denkena fest, „dass man genau sieht, wo die Energie hingeht. Kühlmittelpumpen verbrauchen zum Beispiel enorm viel Energie, weil sie fast permanent vorgehalten werden. Auch Druckluft ist ein Energiekiller.“ Der Energietacho konnte sich bereits in einem mittelständischen Unternehmen bewähren: Die Energieeinsparungen, die sich mittelbar durch die Kenntnis der realen Einzelverbräuche realisieren ließen, betrugen bei diesen Prototypanwendungen etwa 20 Prozent.

Der Energietacho ist als Teil des Projekts „Make-it“ entstanden, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde. Dabei haben die Wissenschaftler des IFW gemeinsam mit der ProWerk GmbH aus der Wedemark den „TCO-Reporter“ entwickelt. Dieser „Total Cost of Ownership“-Reporter berücksichtigt alle Kosten, die bei der Herstellung und beim Betrieb einer Maschine über etwa zehn Jahre entstehen. Sein Kernstück ist der beschriebene Energietacho, der den Stromverbrauch nicht nur einzelnen Maschinenkomponenten, sondern auch den produzierten Werkstücken zuordnen kann. Der TCO-Reporter ist aktuell für Siemens-Steuerungen ausgelegt, lässt sich aber auch an andere Steuerungen anpassen. Je nach Anpassungsaufwand kostet er ab 2000 Euro.

Sowohl das IFW als auch ProWerk arbeiten seit Jahren daran, die (Energie-)Kosten neuer Produkte in der Entwicklungs- und Produktionsphase zu visualisieren und zu senken. Damit agieren sie im Sinne der Initiative „Blue Competence“, einer vom Verband deutscher Werkzeugmaschinenhersteller (VDW) angeregten Selbstverpflichtung der Werkzeugmaschinenindustrie. In Kürze werden Werkzeugmaschinen in die europäische sogenannte „Ökodesign-Richtlinie“ aufgenommen und entsprechende Anforderungen an deren Energieeffizienz festgelegt. Wer sich „Blue Competence“ frühzeitig auf die Fahnen schreibe, so der VDW, werde klar im Vorteil sein.

Hinweise an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Professor Berend Denkena vom Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen am PZH unter Telefon 0511 762 19333 oder per E-Mail unter denkena@ifw.uni-hannover.de

Jessica Lumme | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Rostocker Forscher testen neue Generation von Offshore-Windenergie-Anlagen
16.07.2018 | Universität Rostock

nachricht Auf dem Weg zu neuen Leistungstransistoren
11.07.2018 | Paul Scherrer Institut (PSI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics