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Unterwasser-Turbine: Rekordleistung aus Tidenhub

22.08.2007
Erneute Verzögerung bei Errichtung des Kraftwerks

Bis zu 1,2 Megawatt Strom sollen die beiden Turbinen des modernen Gezeitenkraftwerks vor der Küste Nordirlands liefern. Das Unternehmen SeaGen kämpft allerdings erneut mit Problemen bei der Installierung des neuen Prototyps, wie New Scientist Tech in seiner Online-Ausgabe berichtet. Der Start der Marine Current Turbines werde erst später erfolgen, berichtet das Wissenschaftsmagazin.

Die Unternehmenssprecherin von SeaGen zeigte sich auf Anfrage von pressetext zugeknöpft. "Wir hoffen, dass wir die Turbinen bis zum Jahresende installieren können", so die knappe Antwort. Diesmal ist das Spezialschiff, das die Turbinen zu ihrem Standort bringen soll, verspätet. Ein Unternehmenssprecher bestätigte gegenüber New Scientist, dass das Projekt bis Jahresende durchgeführt werden soll. Das Kraftwerk vor der Küste von Strangford Lough wäre dann das größte Gezeitenkraftwerk der Welt. Seit dem ersten Testlauf des Prototyps (pressetext berichtete http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=030616052 ) konnte die Leistung des neuen Kraftwerks von 300 Kilowatt auf das Vierfache erhöht werden.

Ähnlich wie ein Windkraftwerk werden die Rotoren, die einen Durchmesser von 15 bis 20 Meter haben, von den Gezeiten betrieben. Die Rotoren stecken in einem Steher, der drei Meter tief im Meeresgrund steht. Zwischen zehn und 20 Umdrehungen pro Minute werden die Rotoren schaffen - das sei langsam genug, um keine Schäden an der Flora und Fauna des Meeresbodens zu hinterlassen. Die Turbinen treiben einen Generator an, der den gewonnenen Strom mit einem Unterwasserkabel an Land liefert.

Das Strangford Lough Projekt soll jedoch nur ein Prototyp einer solchen Anlage sein, berichtet New Scientist. Geht es nach dem Wunsch der Hersteller, könnten rund um die britischen Inseln mehrere solcher Kraftwerke entstehen, die jeweils über zehn bis 20 Turbinenpaare verfügen. Jede Installation macht allerdings den Einsatz eines speziellen Schiffes erforderlich, von dem aus die Turbine im Meeresboden verankert werden kann.

"Von den insgesamt 60 zum Teil skurrilen Projekten zur Errichtung eines Gezeitenkraftwerks scheint mir dieses am vielversprechendsten", meint der Technologie-Politik-Experte Dave Elliott vom Department of Design and Innovation der Open University in Milton Keynes. "Es ist eine sehr interessante Periode in der Geschichte, da es eine Vielzahl von innovativen Projekten gibt." Der herkömmliche Rotor, der auch für Windkraftwerke verwendet wird, scheine der klare Favorit zu sein. Elliott schätzt, dass zwischen 15 und 20 Prozent des Energiebedarfs in Großbritannien auf diese Art hergestellt werden könnten. Allerdings müssen die Hersteller zuerst Erfahrung mit der Technologie sammeln, ehe man den Preis der Stromherstellung errechnen kann.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.seageneration.co.uk
http://design.open.ac.uk

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