Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ursachen der Anlagenverschmutzung beim Kohleeinsatz erforscht

01.03.2001


Die Druckfestigkeit einer Kohlenasche,

gemessen in der neuen Apparatur, zeigt den aus der Praxis bekannten

Anstieg der Verfestigung bereits deutlich unterhalb von 1100 Grad

Celsius.


Halbkugeltemperatur t(B) als Funktion des

vereinfachten Basen/Säuren Verhältnisses und des Eisenoxidgehaltes

in der Asche. Halbkugeltemperatur = Aschepellet nimmt Halbkugelform

an.


... mehr zu:
»Kohle »Kohleasche »Temperatur
Eine Kennzahl, welche die Neigung einer Kohle Ascheansätze an Feuerungswänden zu bilden ausdrückt, wurde aus der Analyse von über 180 Kohlen weltweiter Herkunft gewonnen. Eine neue Apparatur kann die aus der
Praxis bekannte, experimentell jedoch bislang nicht zugängliche Sintereigenschaft einer Kohle unterhalb von 1100 Grad Celsius messen.

Die Neigung einer Kohle zäh haftende Ascheansätze an Feuerungswänden zu bilden, kann erhebliche Schäden und Betriebsschwierigkeiten in Kraftwerken anrichten. Um dies zu vermeiden und rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen anzuwenden, werden Kohlen nach solchen Eigenschaften ihrer Asche seit mehr als 50 Jahren in der Leitz-Apparatur untersucht. Diese DIN-Methode ermöglicht das Ascheschmelzverhalten zu messen und damit das Auftreten dieser unerwünschten Kohleeigenschaft, allerdings erst oberhalb von 1100 Grad Celsius abzuschätzen.

Aus der Praxis der modernen NOx-armen Kohleverbrennungstechnik sind immer wieder Fälle bekannt, in der Ascheansätze unerwartet unterhalb von 1100 Grad Celsius gebildet wurden und große Schwierigkeiten verursachten.

Professor Dr.-Ing. Arvo Ots von der Universität Tallinn in Estland und Professor Dr.-Ing. Jacek Zelkowski, Institut für Energieverfahrenstechnik und Brennstofftechnik der TU Clausthal, haben Grundlagen zur Lösung des Problems gelegt.

Sie werteten die Daten von 180 Kohlen aus der ganzen Welt aus und zeigten, welche statistischen Zusammenhänge zwischen bestimmten chemischen Komponenten einer Kohle (Calzium, Natrium, usw. ) und ihrer Neigung zur Ansatzbildung bestehen und mit welcher Kennzahl ( ein vereinfachtes Basen-Säuren-Verhältnis ) diese unerwünschte Kohleeigenschaft am besten abzuschätzen ist.

Darüber hinaus haben die Wissenschaftler ein Konzept einer neuen Apparatur erarbeitet und erprobt, wie man eine Neigung einer Kohleasche zur Ansatzbildung bei Temperaturen unterhalb von 1100 Grad Celsius messen kann.

So wird die nach DIN hergestellte Asche zu Pellets gepreßt, vier Stunden in einem Ofen bei einer bestimmten Temperatur gehalten, abgekühlt und im Anschluß die Dichte und Druckfestigkeit der thermisch behandelten Pellets gemessen. Auf diese Weise kann die Temperatur bestimmt werden, bei der eine starke Verfestigung der Kohleasche auftritt. Damit kann die aus der Praxis bekannte, experimentell jedoch bislang nicht zugängliche Sintereigenschaft einer Kohle unterhalb von 1100 Grad Celsius gemessen werden.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ermöglichte im Rahmen des Mercator-Programms den einjährigen Forschungsaufenthalt von Professor Dr.-Ing. A. Ots an der TU Clausthal.

Weitere Informationen:
Prof. Dr.-Ing. Jacek Zelkowski
Institut für Energieverfahrenstechnik und Brennstofftechnik
Tel. 05323 72 25 26
Fax. 05323 72 37 39
E-Mail: Jacek.Zelkowski@tu-clausthal.de

Belegexemplar erbeten:
Pressestelle TU Clausthal, Gerhard-Rauschenbachstraße 4, 38678 Clausthal-Zellerfeld

Jochen Brinkmann | idw

Weitere Berichte zu: Kohle Kohleasche Temperatur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Hocheffiziente Solarzellen dank solidem Fundament
17.07.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Großes Potenzial: Aktoren und Sensoren mit 3D-Druck in komplexe Bauteile integrieren
17.07.2019 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Großes Potenzial: Aktoren und Sensoren mit 3D-Druck in komplexe Bauteile integrieren

Der additiven Fertigung wird eine große Zukunft vorhergesagt. So lassen sich mit Hilfe des 3D-Drucks beispielsweise die Anzahl der Komponenten komplexer, individualisierter Baugruppen stark reduzieren und viele Funktionen direkt in ein Bauteil integrieren. Das vereinfacht den Herstellungsprozess und verringert den notwendigen Bauraum. Um diese Vorteile auch für mechatronische Systeme zu nutzen, forschen Wissenschaftler im Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in mehreren Projekten an der additiven Fertigung von integrierten Aktoren und Sensoren. Diese können in Leichtbaustrukturen störende oder schädigende Vibrationen mindern sowie Strukturen überwachen.

Aufgrund der Ergebnisse ihrer Forschungsprojekte sehen die Wissenschaftler des Fraunhofer LBF großes Potenzial für die additive Fertigung mechatronischer...

Im Focus: Megakaryozyten als „Türsteher“ und Regulatoren der Zellmigration im Knochenmark

In einer neuen Studie zeigen Wissenschaftler der Universität Würzburg und des Universitätsklinikums Würzburg, dass Megakaryozyten als eine Art „Türsteher“ auftreten und so die Eigenschaften von Knochenmarksnischen und die Dynamik der Zellmigration verändern. Die Studie wurde im Juli im Journal „Haematologica“ veröffentlicht.

Die Hämatopoese ist der Prozess der Bildung von Blutzellen, der überwiegend im Knochenmark auftritt. Das Knochenmark produziert alle Arten von Blutkörperchen:...

Im Focus: Megakaryocytes act as „bouncers“ restraining cell migration in the bone marrow

Scientists at the University Würzburg and University Hospital of Würzburg found that megakaryocytes act as “bouncers” and thus modulate bone marrow niche properties and cell migration dynamics. The study was published in July in the Journal “Haematologica”.

Hematopoiesis is the process of forming blood cells, which occurs predominantly in the bone marrow. The bone marrow produces all types of blood cells: red...

Im Focus: Beschleunigerphysik: Alternatives Material für supraleitende Hochfrequenzkavitäten getestet

Supraleitende Hochfrequenzkavitäten können Elektronenpakete in modernen Synchrotronquellen und Freien Elektronenlasern mit extrem hoher Energie ausstatten. Zurzeit bestehen sie aus reinem Niob. Eine internationale Kooperation hat nun untersucht, welche Vorteile eine Beschichtung mit Niob-Zinn im Vergleich zu reinem Niob bietet.

Zurzeit ist Niob das Material der Wahl, um supraleitende Hochfrequenzkavitäten zu bauen. So werden sie für Projekte wie bERLinPro und BESSY-VSR eingesetzt,...

Im Focus: Künstliche Intelligenz löst Rätsel der Physik der Kondensierten Materie: Was ist die perfekte Quantentheorie?

Für einige Phänomene der Quanten-Vielteilchenphysik gibt es mehrere Theorien. Doch welche Theorie beschreibt ein quantenphysikalisches Phänomen am besten? Ein Team von Forschern der Technischen Universität München (TUM) und der amerikanischen Harvard University nutzt nun erfolgreich künstliche neuronale Netzwerke für die Bildanalyse von Quantensystemen.

Hund oder Katze? Die Unterscheidung ist ein Paradebeispiel für maschinelles Lernen: Künstliche neuronale Netzwerke können darauf trainiert werden Bilder zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kosmos-Konferenz: Navigating the Sustainability Transformation in the 21st Century

17.07.2019 | Veranstaltungen

Auswandern auf Terra-2?

15.07.2019 | Veranstaltungen

Hallo Herz! Wie kommuniziert welches Organ mit dem Herzen?

12.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Technik zur besseren Kontrolle für den Supervulkan von Campi Flegrei

17.07.2019 | Geowissenschaften

Bei Bakterien bestimmen die Nachbarn mit, welche Zelle zuerst stirbt: Physiologie des Überlebens

17.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Hocheffiziente Solarzellen dank solidem Fundament

17.07.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics