Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jetzt wird von unten geheizt! Geothermie für das "SUPERC" der RWTH Aachen

01.06.2001


Unerschöpflich, unabhängig, umweltfreundlich - dürfen wir vorstellen: Geothermie
Unter Geothermie versteht man die technische Nutzung der natürlichen Erdwärme zur Energiegewinnung. Kaum vorstellbar aber wahr: Bereits in 2000 m Tiefe herrschen vielerorts Gesteinstemperaturen, die einem konventionellen Gebäude die entsprechende Wärme liefern können. Diese schier unerschöpfliche Wärmequelle lässt sich durch geothermische Heizanlagen nutzen.



Schon für Karl den Großen nichts Neues...
Die Idee zur Nutzung von Erdwärme ist insbesondere in Aachen nicht neu; schon Karl der Große genoss die natürlich warmen Quellen. Nicht zuletzt wegen dieser fast 2000-jährigen Geschichte der Thermalquellen steht deren Schutz bei allen wissenschaftlichen Projekten zur Erdwärmenutzung an allererster Stelle.

Die Wärmeversorgung von Gebäuden durch Erdwärme steht zwar noch am Anfang, erfreut sich aber gerade in letzter Zeit einer vermehrten Unterstützung sowohl seitens der Bevölkerung als auch durch die Politik. So wurde bereits im Februar 2000 vom Land NRW die Branchen- und Technologie-Initiative "Geothermie NRW" ins Leben gerufen. Das verstärkte Interesse erklärt sich durch den entscheidenden Vorteil, dass Erdwärme zu den wenigen regenerativen Energiequellen gehört, die nahezu flächendeckend verfügbar sind. Geothermie ist damit nicht nur aus ökologischen Gründen eine hochinteressante Energiequelle, sondern stellt auch unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten eine äußerst zweckmäßige Art der Wärmeversorgung dar.

Es wird heiß in Aachen...
Und wieder ist Aachen dem allgemeinen Trend ein paar Schritte voraus, denn die RWTH wird im Bezug auf "Geothermie" sogar in zweifacher Hinsicht tätig:
Ein erstes konkretes Geothermie-Projekt ist bereits in Vorbereitung. Die Wärmeversorgung des geplanten Student-Service-Centers "SuperC" direkt neben dem RWTH-Hauptgebäude soll durch eine geothermische Anlage gewährleistet werden. Somit nutzt auch die RWTH die Erdwärme als ökologisch beispielhafte und kostengünstige Alternative zur herkömmlichen Wärmeversorgung. In den letzten Monaten wurden bereits erste technische, hydrogeologische und betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen geprüft, um grundsätzliche Aussagen über die Machbarkeit dieses Projekts treffen zu können.
Die für Aachen typische Verbindung zwischen Hochschule und Stadt bzw. zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wird schon im Gebäudeentwurf des Super C deutlich. Die für den mutigen Entwurf verantwortlichen Aachener Architektinnen Eva-Maria Pape und Susi Fritzer haben das "SuperC" in vielerlei Hinsicht als Symbol für die moderne, zukunftsorientierte RWTH konzipiert.

AIR kocht nicht mit herkömmlicher Energie...
Die wissenschaftlichen Voraussetzungen zur erfolgreichen technischen Umsetzung des Projektes "SuperC" liefert ein Forschungsteam unter Leitung des Institutes für Markscheidewesen (IFM), das in einem mehrjährigen, interdisziplinären Forschungsprojekt die Möglichkeiten der Erdwärmenutzung in der Region Aachen untersucht. Vor diesem Hintergrund hat das IFM im Herbst 2000 eine Aufsuchungserlaubnis zu wissenschaftlichen Zwecken für ein 214 km² großes Gebiet beantragt. Neben den anderen AIR-Instituten bietet sich hier auch weiteren Partnern aus Industrie und Forschung eine ideale Plattform zur Einbringung ihrer jeweiligen Kompetenzen.

Forschung geht in die Tiefe...
Weitere Projekte des Gesamtvorhabens sind unter anderem die Entwicklung technisch sicherer und ökonomischer Konzepte zur Nutzung von Erdwärme sowie die Untersuchung, die Überwachung und der Schutz der Aachener Thermalwasservorkommen.
Sowohl die Realisierung des "SuperC" als auch die Umsetzung der Einzelvorhaben zeigen, dass mit Hilfe eines sinnvollen Lagerstättenmanagements die duale Nutzung einer Lagerstätte durch Geothermie und Thermalquellen einvernehmlich und nachhaltig gestaltet werden kann.

Nähere Informationen:
Dr. rer. nat. R. Gaschnitz (IFM)
Tel: +49 (0)241 80 56 90

Dr. rer. nat. R. Gaschnitz (IFM)

Thomas von Salzen | idw

Weitere Berichte zu: Erdwärme Geothermie RWTH Wärmeversorgung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Daten „fühlen“ mit haptischen Displays
15.11.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Ein magnetisches Gedächtnis für den Computer
12.11.2018 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Emulsionen masschneidern

15.11.2018 | Materialwissenschaften

LTE-V2X-Direktkommunikation für mehr Verkehrssicherheit

15.11.2018 | Informationstechnologie

Daten „fühlen“ mit haptischen Displays

15.11.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics