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Kraftwerk im Outback: Stromfabrik ohne Wasser

29.05.2008
Im australischen Hinterland hat Siemens in einem Konsortium ein Kohlekraftwerk errichtet, das fast ohne Kühlwasser auskommt.

Die Anlage kühlt den heißen Dampf der Kraftwerksturbine dank eines speziellen Kühlkondensators mit Luft anstatt mit Flüssigkeit. Wie das Forschungsmagazin Pictures of the Future in der jüngsten Ausgabe berichtet, verbraucht das Kraftwerk Kogan Creek insgesamt 90 Prozent weniger Wasser als herkömmliche Anlagen - eine ideale Voraussetzung zur Kohle-Stromerzeugung in Dürreregionen.


Mit 750 Megawatt ist Kogan Creek, das sich etwa 300 Kilometer landeinwärts von der australischen Stadt Brisbane befindet, das größte und mit einem Wirkungsgrad von 45 Prozent auch eines der effizientesten Kraftwerke Australiens. Wo bei vergleichbaren Kraftwerken sonst große Kühltürme stehen, ist hier ein etwa fußballfeldgroßes Wellblechdach vorhanden, das auf 15 Meter hohen Stelzen befestigt ist.

Unter den Blechen strömt 60 bis 80 Grad Celsius warmer Dampf aus zwei Niederdruckturbinen durch große Wärmetauscher. Neun Meter große Ventilatoren blasen von unten Luft gegen die Wellbleche und kühlen den Dampf, so dass er kondensiert. 500 Liter Wasser laufen so pro Sekunde am unteren Ende der Wärmetauscher in einen Sammler und dann in einen Tank, von wo es schließlich über Pumpen in das Kraftwerk zur erneuten Dampferzeugung zurückgeleitet wird.

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Ganz ohne Frischwasser kommt das Kohlekraftwerk dennoch nicht aus. Aus tiefen Bohrlöchern wird das Nass gefördert, das Verluste im Wasserdampfkreislauf der Turbinen ausgleicht und als Kühlwasser für die Aggregate dient, die sich mit Luft allein nicht kühlen lassen. Dennoch ist die Wassereinsparung von 90 Prozent gegenüber vergleichbarer Kraftwerke rekordverdächtig. Das bietet vor allem in extremen Trockenperioden, wo wassergekühlte Kraftwerke ihre Leistung zurückfahren müssen, extra Reserven. Denn unter die Kondensatorflächen lässt sich Wasser zur zusätzlichen Kühlung aufsprühen. Damit kann der Betreiber das Kraftwerk auch bei Temperaturen deutlich über 40 Grad Celsius mit 750 Megawatt Leistung betreiben oder bei Versorgungsengpässen im Netz noch einige Megawatt zusätzlich gewinnen.

Seit seiner Inbetriebnahme Ende 2007 speist Kogan Creek seinen Strom in die Hochspannungsleitung zwischen den Bundesstaaten Queensland und New South Wales im Süden. Die Leitung versorgt unter anderem die Metropolen an der Ostküste wie Brisbane und Sydney und somit rund die Hälfte der australischen Bevölkerung. (IN 2008.05.4)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/pof
http://www.siemens.de/innovation

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