Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Saarbrücker Informatiker finden automatisch Fehler in großen Computerprogrammen

21.02.2006


Automatische Fehlersuche in der Programmierumgebung Eclipse



Wenn große Computerprogramme abstürzen, ist häufig nur eine von über hunderttausend Befehlszeilen falsch. Um diesen einzigen Fehler zu finden, verbringen IT-Spezialisten dann oft Nächte vor dem Bildschirm. Für Andreas Zeller, Professor für Softwaretechnik an der Universität des Saarlandes, und sein Team gehören diese Probleme der Vergangenheit an. Für die Programmierumgebung Eclipse haben die Informatiker eine Software entwickelt, die die wenigen Befehlszeilen, die einen Fehler verursachen, exakt bestimmt. In der internationalen Softwaretechnik gibt es bisher kein anderes Programm, das so genau arbeitet. Die Software wird auf der CeBit 2006 am saarländischen Forschungsstand (Halle 9, Stand B 43) vorgestellt und kann im Internet frei heruntergeladen werden.



Warum stürzt mein Programm ab? Die Suche nach Fehlerursachen ist nicht nur nervenaufreibend, sondern kann bis zu 50 Prozent der Entwicklungskosten ausmachen. Prof. Andreas Zeller hat deshalb Werkzeuge entwickelt, die automatisch Fehler in großen Computerprogrammen entdecken. Auf der CeBIT 2006 stellt er neue Werkzeuge für die Programmierumgebung Eclipse vor, die Fehlerursachen vollautomatisch aufspüren - in der Eingabe, im Programmablauf, oder in den letzten Änderungen. Bei der Suche in mehreren 100.000 Befehlszeilen wird dann als Ergebnis beispielsweise gemeldet: "Fehlerursache ist die Änderung in Zeile 45 vom vergangenen Montag". Für Professor Andreas Zeller, Leiter des Forschungsprojekts, hat das viele Vorteile: "Anwender wie die Karlsruher web.de können so Fehler einfach zuordnen und dann schnell beheben. Die Werkzeuge können unter http://www.st.cs.uni-sb.de/eclipse/ frei herunter geladen werden.

Andreas Zeller ist Professor für Softwaretechnik an der Universität des Saarlandes. Seine Arbeiten zur automatischen Fehlersuche wurden mit dem Ernst-Denert-Preis für Software Engineering, einen ACM SIGSOFT Distinguished Paper Award und zwei Eclipse Innovation Awards von IBM ausgezeichnet. Zu seinen aktuellen Forschungsthemen gehören neben der automatischen Fehlersuche die experimentelle Programmanalyse, Software-Evolutionsmuster, selbstheilende Programme und das Aufspüren von Sicherheitslücken. Im Herbst 2005 konnte er als erster Forscher die Fehlerdatenbanken von Microsoft systematisch durchsuchen, um herauszufinden, wo sich die meisten Fehler häufen. Zellers statistische Verfahren sagen jetzt für neue Programme voraus, welche Stellen am fehlerträchtigsten sind - und Microsoft kann diese Stellen dann besonders sorgfältig untersuchen.

Die Automatische Fehlersuche wird während der CeBIT in Hannover vom 9. bis 15. März 2006 auf dem saarländischen Forschungsstand (Halle 9, Stand B 43) präsentiert. Im Rahmen des "future talk forum" der CeBIT (Halle 9, Stand A 40) hält Prof. Dr. Andreas Zeller am Freitag, 10. März um 10 Uhr 20 einen Vortrag zum Thema "Was Software-Archive erzählen - von Mozilla bis Microsoft. Aus der Entstehungsgeschichte eines Programms kann man vielerlei lernen und vorhersagen - auch vollautomatisch" und am 10. März, um 14 Uhr 20 einen Vortrag zum Thema "Warum stürzt mein Programm ab? - Automatische Fehlersuche Moderne Techniken finden Fehlerursachen vollautomatisch - in Code, Daten, und Programmlauf".

Während der CeBIT wenden Sie sich für Terminabsprachen bitte an:
Tel. 0511/89 49 71 80 oder Fax 0511/89 69 71 84

Fragen beantworten Ihnen:

Prof. Dr. Andreas Zeller
Lehrstuhl für Softwaretechnik, Universität des Saarlandes
Tel.: 0681/302-64010
Email: zeller@cs.uni-sb.de

Friederike Meyer zu Tittingdorf
Kompetenzzentrum Informatik an der Universität des Saarlandes
Tel. 0681/302-58099
Email: presse@cs.uni-sb.de

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.st.cs.uni-sb.de/eclipse/
http://www.uni-saarland.de
http://www.cebit.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2006:

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2006 Hannover: Trends und Themen der CeBIT 2006
16.03.2006 | Deutsche Messe AG, Hannover

nachricht Eine elektronische Umarmung
16.03.2006 | Bauhaus-Universität Weimar

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2006 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics