Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Seltene Erden aus Leuchtstoffen retten

04.11.2015

Nur ein Prozent aller Seltenerdmetalle werden wiedergewonnen – und das obwohl die Nachfrage nach den wertvollen Rohstoffen zunimmt. Gerade Bildschirme und Leuchtmittel enthalten vergleichsweise große Mengen der wertvollen Substanzen. Aufgrund steigender Preise und neuer EU-Richtlinien sind Engpässe absehbar. Recycling der seltenen Erden kann diesen entgegenwirken. Allerdings störte bisher Quecksilber bei der Aufarbeitung, da es schwer aus dem Substanzgemisch abzutrennen ist. Wie neue chemische Verfahren Seltenerdmetalle aus quecksilberfreien und -haltigen Leuchtmitteln rückgewinnen können, steht in den „Nachrichten aus der Chemie“.

In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach seltenen Erden erheblich gestiegen, besonders für Leuchtmittel, die derzeit 7,4 Prozent des weltweiten Gesamtverbrauchs ausmachen. In Leuchtstoffen sind mehr als sieben Gewichtsprozent Seltenerdmetalle enthalten.

Oft sind diese jedoch in einem Gemisch, was das Recycling beeinträchtigt. Aufgrund ihrer chemischen Ähnlichkeit lassen sich die seltenen Erden nur unter hohem Aufwand voneinander trennen, meist zusätzlich erschwert durch enthaltenes Quecksilber.

Anlässlich der Nachfrage nach einem wirtschaftlichen Rückgewinnungsverfahren haben Forscher der Technischen Chemie der TU Freiberg ein nasschemisches Verfahren entwickelt, das Seltenerdmetalle aus quecksilberfreien Leuchtmitteln separiert.

Um zudem quecksilberhaltige Leuchtstoffe zu recyceln und auch zwischen den verschiedenen seltenen Erden zu unterscheiden, haben sie eine weitere Aufschlussmethode entwickelt: die Feststoffchlorierung. Dabei werden Seltenerdmetalle wie Yttrium und Europium in ihre wasserlöslichen Chloride überführt; Quecksilber geht gleichzeitig in die Gasphase über und wird so abgetrennt.

Die Chemiker Peter Fröhlich, Martin Bertau und Tom Lorenz stellen die nasse und die trockene Aufschlussmethode in den „Nachrichten aus der Chemie“ im Detail vor und erläutern die Vorteile des neuen trockenen Verfahrens im Vergleich zum nasschemischen. Die PDF-Datei des Beitrags gibt es bei der Redaktion der „Nachrichten aus der Chemie“ unter nachrichten@gdch.de.

Nahezu 60.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den „Nachrichten" über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.

Weitere Informationen:

http://www.nachrichtenausderchemie.de „Nachrichten aus der Chemie"

Dr. Ernst Guggolz | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Lass uns eine Zelle bauen
22.01.2020 | Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik

nachricht Naturstoffe gegen Fibrose und diastolische Herzschwäche entdeckt
22.01.2020 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: New roles found for Huntington's disease protein

Crucial role in synapse formation could be new avenue toward treatment

A Duke University research team has identified a new function of a gene called huntingtin, a mutation of which underlies the progressive neurodegenerative...

Im Focus: A new look at 'strange metals'

For years, a new synthesis method has been developed at TU Wien (Vienna) to unlock the secrets of "strange metals". Now a breakthrough has been achieved. The results have been published in "Science".

Superconductors allow electrical current to flow without any resistance - but only below a certain critical temperature. Many materials have to be cooled down...

Im Focus: DKMS-Studie zum Erfolg von Stammzelltransplantationen

Den möglichen Einfluss von Killerzell-Immunoglobulin-ähnlichen Rezeptoren (KIR) auf den Erfolg von Stammzelltransplantationen hat jetzt ein interdisziplinäres Forscherteam der DKMS untersucht. Das Ergebnis: Bei 2222 Patient-Spender-Paaren mit bestimmten KIR-HLA-Kombinationen konnten die Wissenschaftler keine signifikanten Auswirkungen feststellen. Jetzt wollen die Forscher weitere KIR-HLA-Kombinationen in den Blick nehmen – denn dieser Forschungsansatz könnte künftig Leben retten.

Die DKMS ist bekannt als Stammzellspenderdatei, die zum Ziel hat, Blutkrebspatienten eine zweite Chance auf Leben zu ermöglichen. Auch auf der...

Im Focus: Gendefekt bei Zellbaustein Aktin sorgt für massive Entwicklungsstörungen

Europäische Union fördert Forschungsprojekt „PredActin“ mit 1,2 Millionen Euro

Aktin ist ein wichtiges Strukturprotein in unserem Körper. Als Hauptbestandteil des Zellgerüstes sorgt es etwa dafür, dass unsere Zellen eine stabile Form...

Im Focus: Programmable nests for cells

KIT researchers develop novel composites of DNA, silica particles, and carbon nanotubes -- Properties can be tailored to various applications

Using DNA, smallest silica particles, and carbon nanotubes, researchers of Karlsruhe Institute of Technology (KIT) developed novel programmable materials....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität

22.01.2020 | Veranstaltungen

ENERGIE – Wende. Wandel. Wissen.

22.01.2020 | Veranstaltungen

KIT im Rathaus: Städte und Wetterextreme

21.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lass uns eine Zelle bauen

22.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Messtechnische Unterstützung für chirurgische Eingriffe

22.01.2020 | Medizintechnik

Naturstoffe gegen Fibrose und diastolische Herzschwäche entdeckt

22.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics