Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schwämme: Artenbestimmung mit genetischer Hilfe

04.07.2012
Schwämme sind wasserlebende Tiere, deren Bestimmung Zoologen vor große Herausforderungen stellt. Nun wurde erstmals eine Bibliothek genetischer Erkennungssequenzen errichtet, die die eindeutige Zuordnung zu einer Art entscheidend erleichtern.

Schwämme gehören zu den primitivsten und ältesten Tierstämmen. Sie sind weltweit verbreitet und kommen in allen Meeresgewässern und in fast allen Süßwasser-Lebensräumen vor. In vielen Ökosystemen spielen sie eine wichtige Rolle. Da Schwämme zahlreiche sekundäre Stoffwechselprodukte bilden, stehen aus Schwämmen gewonnene Substanzen auch im Fokus der Arzneimittelforschung.

Für biotechnologische Anwendungen, aber auch etwa für Biodiversitätsstudien und aus Naturschutzgründen ist es wichtig, Arten schnell und sicher bestimmen zu können. Genetische Erkennungssequenzen - sogenannte DNA-Barcodes - sind dabei ein viel versprechendes molekulares Werkzeug. Wissenschaftler um den LMU-Geobiologen Professor Gert Wörheide setzten in Zusammenarbeit mit australischen Forschern diese Methode nun erstmals für Schwämme ein.

Wertvolle Museumsstücke

Im Rahmen des internationalen "Sponge Barcoding Project"
(www.spongebarcoding.org) analysierten die Wissenschaftler mehr als 7400 Schwämme, um eine genetische Bibliothek ihrer Erkennungssequenzen zu erstellen - die zukünftig die Artenbestimmung entscheidend erleichtern könnte. "Zum Teil verwendeten wir jahrzehntealte Stücke aus dem Queensland Museum in Brisbane (Australien), was den großen Wert existierender Museumskollektionen für die Erstellung von Referenzbibliotheken zeigt", unterstreicht Wörheide.
Die für die Studie entwickelten Methoden deckten auch potenzielle Schwierigkeiten wie etwa Kontaminationen durch fremdes Erbgut oder Verfälschungen durch sekundäre Stoffwechselprodukte auf, die nun besser angegangen werden können. (PLoS ONE vom 3. Juli 2012) göd

Publikation:
Sergio Vargas, Astrid Schuster, Katharina Sacher, Gabrielle Büttner, Simone Schätzle, Benjamin Läuchli, Kathryn Hall, John N.A. Hooper, Dirk Erpenbeck & Gert Wörheide (2012): Barcoding sponges: an overview based on comprehensive sampling. PloS ONE, 3. Juli
DOI: 10.1371/journal.pone.0039345

Kontakt:
Prof. Dr. Gert Wörheide
Lehrstuhl für Paläontologie und Geobiologie
Department für Geo- und Umweltwissenschaften
& GeoBio-CenterLMU
Ludwig-Maximilians-Universität München
Richard-Wagner-Straße 10
D-80333 München
Tel: +49 (89) 2180-6718
Fax: +49 (89) 2180-6601
E-Mail: woerheide@lmu.de

Luise Dirscherl | idw
Weitere Informationen:
http://www.mol-palaeo.de
http://www.palmuc.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Lichtgetriebene Nanomotoren - Erfolgreich gekoppelt
28.01.2020 | Ludwig-Maximilians-Universität München

nachricht Warum Gesunde für Kranke so wichtig sind! – Vergleichsstudie geht Fibromyalgie-Syndrom auf den Grund
28.01.2020 | LWL-Universitätsklinikum Bochum der Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnellster hochpräziser 3D-Drucker

3D-Drucker, die im Millimeterbereich und größer drucken, finden derzeit Eingang in die unterschiedlichsten industriellen Produktionsprozesse. Viele Anwendungen benötigen jedoch einen präzisen Druck im Mikrometermaßstab und eine deutlich höhere Druckgeschwindigkeit. Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben ein System entwickelt, mit dem sich in bisher noch nicht erreichter Geschwindigkeit hochpräzise, zentimetergroße Objekte mit submikrometergroßen Details drucken lassen. Dieses System präsentieren sie in einem Sonderband der Zeitschrift Advanced Functional Materials. (DOI: 10.1002/adfm.201907795).

Um nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Zuverlässigkeit ihres Aufbaus zu demonstrieren, haben die Forscherinnen und Forscher eine 60 Kubikmillimeter...

Im Focus: Wie man ein Bild von einem Lichtpuls macht

Um die Form von Lichtpulsen zu messen, brauchte man bisher komplizierte Messanlagen. Ein Team von MPI Garching, LMU München und TU Wien schafft das nun viel einfacher.

Mit modernen Lasern lassen sich heute extrem kurze Lichtpulse erzeugen, mit denen man dann Materialien untersuchen oder sogar medizinische Diagnosen erstellen...

Im Focus: Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

Was in winzigen elektronischen Bauteilen oder in Molekülen geschieht, lässt sich nun auf einige 100 Attosekunden und ein Atom genau filmen

Wie Bauteile für künftige Computer arbeiten, lässt sich jetzt gewissermaßen in HD-Qualität filmen. Manish Garg und Klaus Kern, die am Max-Planck-Institut für...

Im Focus: Integrierte Mikrochips für elektronische Haut

Forscher aus Dresden und Osaka präsentieren das erste vollintegrierte Bauelement aus Magnetsensoren und organischer Elektronik und schaffen eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von elektronischer Haut.

Die menschliche Haut ist faszinierend und hat viele Funktionen. Eine davon ist der Tastsinn, bei dem vielfältige Informationen aus der Umgebung verarbeitet...

Im Focus: Dresdner Forscher entdecken Mechanismus bei aggressivem Krebs

Enzym blockiert Wächterfunktion gegen unkontrollierte Zellteilung

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) haben gemeinsam mit einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität

22.01.2020 | Veranstaltungen

ENERGIE – Wende. Wandel. Wissen.

22.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lichtgetriebene Nanomotoren - Erfolgreich gekoppelt

28.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Warum Gesunde für Kranke so wichtig sind! – Vergleichsstudie geht Fibromyalgie-Syndrom auf den Grund

28.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kiss and Run: Wie Zellen ihre Bestandteile trennen und recyceln

28.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics