Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schnell oder flexibel? – Zusammenhang von Lernstil und Persönlichkeit bei Tieren

18.04.2018

Manche – Menschen wie Tiere – lernen schnell und dann nichts Neues mehr, andere lernen langsam und bleiben flexibel. Verschiedene Lerntypen sind mit Persönlichkeitstypen verbunden. Wissenschaftler der Universitäten in Potsdam und Florenz sowie des Julius Kühn-Institutes in Münster haben diesen Zusammenhang in einer Untersuchung an Wühlmäusen gezeigt. Dabei offenbarte sich, dass kühnere und aktivere Tiere schnell lernen und auf dem einmal Gelernten beharren. Vorsichtige und weniger aktive Tiere prägen sich Zusammenhänge zwar langsamer ein, können dafür aber schneller umlernen, wenn sich Gegebenheiten ändern.

Ihre neuesten Forschungsergebnisse veröffentlichten die Forscher jetzt in der Fachzeitschrift Animal Behaviour.


Rötelmaus lernt einen Ausweg

V. Mazza

Kühnheit und Aktivität von Rötelmäusen untersuchten die Biologen mit Tierpersönlichkeitstests. Um die Lernfähigkeit der Tiere zu messen, wurde diese in einem einfachen Y-Labyrinth mit zwei verschiedenen Fruchtdüften jeweils auf den Weg zum Ausgang oder in eine Sackgasse verwiesen. Sobald die Assoziation Duft-Ausgang gelernt war, sollten die Tiere umlernen.

Nun führte der jeweils andere Duft zum Ausgang oder in die Sackgasse. Aktivere Tiere lernten das Benutzen des ersten Dufts als Wegweiser sehr schnell, hielten dann aber an dem einmal Gelernten fest, auch wenn der gleiche Duft nun auf eine Sackgasse hinwies. Vorsichtige und weniger aktive Tiere brauchten viel länger, um einen Duft als Wegweiser zu nutzen. Sie waren danach aber in der Lage, ganz schnell auf einen anderen Duft umzulernen.

... mehr zu:
»Rötelmaus »Wühlmaus »Y-Labyrinth

Ihre Einzelentscheidungen, einen Weg einzuschlagen, dauerten länger. Möglicherweise haben diese Tiere immer wieder Alternativen ausprobiert, statt sich auf das einmal Gelernte zu verlassen. Auch das Geschlecht der Tiere spielte bei den Versuchen eine Rolle. Weibchen konnten besser umlernen als Männchen.

Vor die Wahl zwischen den beiden Düften gestellt, erwiesen sich die schnellen Entscheidungen eher als falsch im Vergleich zu den langsameren. „Die Studie zeigt, dass sich kühne Individuen in neuen Situationen gerne schnell, aber oft falsch entscheiden, während Vorsichtige länger überlegen, sich aber besser auf neue Situationen einstellen können“, sagt Prof. Dr. Jana Eccard von der Universität Potsdam.

“The fast and the flexible: cognitive style drives individual variation in cognition in a small mammal” Autoren: Valeria Mazza, Jana A. Eccard, Marco Zaccaroni, Jens Jacob, Melanie Dammhahn.
Animal Behaviour 137: 119-132

Kontakt: Prof. Dr. Jana Eccard, Institut für Biochemie und Biologie
Telefon: 0331 977-1923
E-Mail: eccard@uni-potsdam.de
Foto: Rötelmaus lernt einen Ausweg (Foto V. Mazza)
Internet: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0003347218300253?via%3Dihub

Medieninformation 18-04-2018 / Nr. 059
Prof. Dr. Jana Eccard, Dr. Barbara Eckardt

Universität Potsdam
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam
Tel.: +49 331 977-2964
Fax: +49 331 977-1130
E-Mail: presse@uni-potsdam.de
Internet: www.uni-potsdam.de/presse

Prof. Dr. Jana Eccard, Dr. Barbara Eckardt | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Rötelmaus Wühlmaus Y-Labyrinth

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Krebszellen Winterschlaf halten
16.07.2018 | Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

nachricht Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit
16.07.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics