Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Laute Sänger kommen gut an

23.02.2010
Für weibliche Zebrafinken sind laut singende Männchen besonders attraktiv

Zebrafinken-Weibchen bevorzugen Männchen, die laut singen. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen nachgewiesen. Sie boten den Weibchen vier Gesänge eines Zebrafinkenmännchens aus einem Lautsprecher an, die sich nur in ihrer Lautstärke unterschieden. Fast alle Tiere fanden das lauteste Lied am attraktivsten (Animal Behaviour, 22. Februar 2010).


Laute Sänger wirken auf Weibchen offenbar sehr anziehend. Bild: Felix Brandl

Zebrafinken-Weibchen suchen sich wie viele andere Singvogelarten ihren Paarungspartner unter anderem anhand seines Gesangs aus. Dabei achten die Weibchen darauf, wie oft ein Männchen singt, wie groß sein Repertoire ist oder wie lang ein Lied dauert. Ob auch die Lautstärke des Gesangs wichtig ist für die Attraktivität eines Vogelmännchens, war bislang nicht bekannt und ist im Freiland auch schwierig zu untersuchen. Mathias Ritschard vom Max-Planck-Institut für Ornithologie und Kollegen hatten sich daher ein Versuchsdesign überlegt, mit dem sie unter kontrollierten Bedingungen den Einfluss der Lautstärke auf die Wahl der Weibchen messen konnten.

Die Forscher haben Zebrafinkenweibchen in einen Käfig gesetzt, in dem die Tiere sich selbst Gesänge aus einem Lautsprecher vorspielen lassen konnten. Dazu brauchten sie nur mit dem Schnabel auf eine von vier verschiedenen Tasten zu picken. Nach jedem Tastendruck erklang derselbe Gesang in einer definierten Lautstärke: leise, in mittlerer Lautstärke, laut oder in mittlerer Lautstärke mit Hall. Dabei verwendeten die Forscher Lautstärken, in denen Zebrafinken natürlicherweise singen.

Weibchen hören lieber lauten Gesang

"Manche Zebrafinkenweibchen betätigten über 1000 Mal am Tag die Tasten!" erzählt Ritschard von seinen Beobachtungen. Dabei pickten sie sehr viel öfter auf die Taste, die den lauten Gesang abspielte, als auf die Tasten, bei dem der Gesang leiser oder mit Hall zu hören war. "Das Experiment offenbarte eine ganz eindeutige Vorliebe für laute Sänger", so Ritschard. "Eine Erklärung dafür könnte sein, dass lauter Gesang die Neuronen im Gehirn der Weibchen stärker stimuliert, und dadurch für die Weibchen attraktiver wird."

Es bleiben aber noch Fragen offen, die in weiteren Experimenten geklärt werden müssen: Wie beeinflusst die Lautstärke des Gesangs die Wahl der Weibchen, wenn auch andere Parameter verändert werden, z.B. die Liedlänge oder die Größe des Repertoires? Und: sagt die Lautstärke, in der ein Männchen singt, etwas über seine Qualität aus? So könnten lauter singende Männchen zum Beispiel größer sein oder über bessere Gene verfügen, sich also im Kampf um Ressourcen am Besten durchsetzen.

Originalveröffentlichung:

Mathias Ritschard, Katharina Riebel, Henrik Brumm
Female zebra finches prefer high amplitude song
Animal Behaviour, veröffentlicht am 22.02.2010 (DOI: 10.1002/cne.22281)
Weitere Informationen erhalten Sie von:
Mathias Ritschard
Max-Planck-Institut für Ornithologie, Seewiesen
Tel.: +49 (0)8157 / 932 - 353
E-Mail: mritschard@orn.mpg.de

Barbara Abrell | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Gold-Recycling
13.12.2018 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Biobanken machen sich fit für die Forschung der Zukunft
13.12.2018 | TMF - Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Im Focus: An energy-efficient way to stay warm: Sew high-tech heating patches to your clothes

Personal patches could reduce energy waste in buildings, Rutgers-led study says

What if, instead of turning up the thermostat, you could warm up with high-tech, flexible patches sewn into your clothes - while significantly reducing your...

Im Focus: Tödliche Kombination: Medikamenten-Cocktail dreht Krebszellen den Saft ab

Zusammen mit einem Blutdrucksenker hemmt ein häufig verwendetes Diabetes-Medikament gezielt das Krebswachstum – dies haben Forschende am Biozentrum der Universität Basel vor zwei Jahren entdeckt. In einer Folgestudie, die kürzlich in «Cell Reports» veröffentlicht wurde, berichten die Wissenschaftler nun, dass dieser Medikamenten-Cocktail die Energieversorgung von Krebszellen kappt und sie dadurch abtötet.

Das oft verschriebene Diabetes-Medikament Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern hat auch eine krebshemmende Wirkung. Jedoch ist die gängige...

Im Focus: Lethal combination: Drug cocktail turns off the juice to cancer cells

A widely used diabetes medication combined with an antihypertensive drug specifically inhibits tumor growth – this was discovered by researchers from the University of Basel’s Biozentrum two years ago. In a follow-up study, recently published in “Cell Reports”, the scientists report that this drug cocktail induces cancer cell death by switching off their energy supply.

The widely used anti-diabetes drug metformin not only reduces blood sugar but also has an anti-cancer effect. However, the metformin dose commonly used in the...

Im Focus: New Foldable Drone Flies through Narrow Holes in Rescue Missions

A research team from the University of Zurich has developed a new drone that can retract its propeller arms in flight and make itself small to fit through narrow gaps and holes. This is particularly useful when searching for victims of natural disasters.

Inspecting a damaged building after an earthquake or during a fire is exactly the kind of job that human rescuers would like drones to do for them. A flying...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

Show Time für digitale Medizin-Innovationen

13.12.2018 | Veranstaltungen

ICTM Conference 2019 in Aachen: Digitalisierung als Zukunftstrend für den Turbomaschinenbau

12.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

13.12.2018 | Informationstechnologie

Cyber-Schutz für Stromtankstellen

13.12.2018 | Informationstechnologie

Gold-Recycling

13.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics