Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Greifswalder Wissenschaftler sind der Gicht auf der Spur

14.01.2013
Forscher entdeckten zahlreiche Gene, die einen erhöhten Harnsäurespiegel und Gicht verursachen
Ein internationales Wissenschaftlerteam hat erstmals zahlreiche Gene entdeckt, die das Gicht-Risiko erhöhen. Die identifizierten Genvarianten stehen in Verbindung mit erhöhten Harnsäurespiegeln, die die Hauptursache für die Entstehung von Gicht sind.

Dabei handelt es sich um eine weit verbreitete Stoffwechselerkrankung, bei der sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt, so dass Harnsäure-Ablagerungen in Form von kleinen Kristallen im Gewebe entstehen. Harnsäure ist ein Stoffwechselprodukt der Leber, das bei übermäßigem Fleischkonsum vermehrt gebildet und hauptsächlich über die Nieren abgebaut wird.
Typisch für diese Erkrankung sind vor allem geschwollene und entzündete Gelenke sowie Gelenkschmerzen. Da Gicht stark erblich bedingt ist, hoffen die Wissenschaftler aufgrund der jüngsten Erkenntnisse auf neue Therapieansätze. Etwa zwei Prozent der Bevölkerung in Industrieländern leidet unter dieser „Wohlstandskrankheit“.

In der am 23. Dezember 2012 im Fachmagazin „Nature Genetics“ veröffentlichten Mega-Studie des „Global Urate Genetics Consortiums“ (GUGC) untersuchte ein internationales Team von mehr als 220 Wissenschaftlern die genetischen Informationen von über 140.000 Teilnehmern aus 70 Studien weltweit. Die dabei identifizierten 28 genetischen Risikofaktoren sollen ein besseres Verständnis der Krankheitsmechanismen bei Gicht ermöglichen und als Ausgangspunkt für neue Arzneien oder zur besseren Vorbeugung von Gicht dienen.

Auch von den beiden Greifswalder Bevölkerungsstudien SHIP und SHIP-TREND flossen Daten von mehr als 5.000 Menschen in die aktuelle Studie ein. Dr. Alexander Teumer (Foto), wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universitätsmedizin Greifswald und einer der führenden Autoren dieser Studie, lobte die sehr gute Zusammenarbeit in diesem internationalen Konsortium.
„Unsere Arbeit wurde durch wöchentliche Telefonkonferenzen organisiert und wir versuchten, persönliche Treffen auf internationalen Konferenzen abzuhalten. Besonders hervorheben möchte ich, dass diese Arbeit erst durch die großartige Gemeinschaftsarbeit aller Wissenschaftler und die Teilnahme tausender Menschen an diesen freiwilligen Studien möglich wurde.“ In weiteren Projekten sollen nun die molekularen Prozesse, die den Harnsäurestoffwechsel und dadurch ausgelöste Krankheiten steuern, noch intensiver erforscht werden.

Nature Genetics, doi:10.1038/ng.2500
Genome-wide association analyses identify 18 new loci associated with serum urate concentrations
http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.2500.html

Universitätsmedizin Greifswald
Institut für Community Medicine/Study of Health in Pomerania (SHIP)Projektleiter: Prof. Dr. med. Henry Völzke
Walter-Rathenau-Straße 48, 17475 Greifswald
T +49 3834-86 77 14 und 86 75 41
E voelzke@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-greifswald.de
http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.2500.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Biomarker besser nachweisen: Bremer Forscher entwickeln neue Methode mit Mikrokapseln
14.08.2018 | Jacobs University Bremen gGmbH

nachricht Grönland: Tiefe des Schmelzwassereintrags beeinflusst Planktonblüte
14.08.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

14.08.2018 | Informationstechnologie

Der ängstliche Nao - Wenn Menschen emotional auf Roboter reagieren

14.08.2018 | Gesellschaftswissenschaften

Gebirge in Bewegung

14.08.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics