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Flüssige Schäume und Riesentenside

19.10.2012
Die Fachgruppe Chemie des Waschens der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) veranstaltet vom 23. bis 24. Oktober in Fulda die European Detergents Conference (EDC) – wie in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der SEPAWA und im Rahmen des SEPAWA Jahreskongresses.
Die EDC ergänzt und bereichert mit ihrem wissenschaftlichen Vortragsprogramm die bedeutende Veranstaltung der Wasch- und Reinigungsmittelbranche. Themenschwerpunkt der EDC sind die flüssigen Schäume in Theorie, Anwendung und Kontrolle.

Wie der Fachgruppenvorsitzende, Dr. Horst-Dieter Speckmann, in seinem Grußwort ausführt, stellt die kontrollierte Einstellung des gewünschten Schaumvolumens für den Praktiker eine besondere Herausforderung dar. „Das Thema ist in jedem Fall über den Waschmittelbereich hinaus für jeden Rohstoff- und Formulierungsentwickler interessant.“
In mehreren Vorträgen werden aktuelle Entwicklungen auf weiteren Gebieten der Kolloid- und Grenzflächenchemie aufgezeigt. Beispiele von Vortragsthemen sind Schäume zur Brandbekämpfung, Antischaummittel und Entschäumer, Strategien gegen Schaumprobleme oder Schaumeigenschaften von Detergenzien. In dem gemeinsam mit der SEPAWA-Fachgruppe Legislative-Umwelt-Verbraucher organisierten Konferenzteil über Nachhaltigkeit und Produktsicherheit geht es u.a. um die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe in Deutschland, um die Frage, ob Wasch- und Reinigungsmittel bei Allergien und Reizungen eine Rolle spielen, und um Innovationen bei flüssigen maschinellen Geschirrspülmitteln.

Den Förderpreis im Bereich der Grundlagenforschung bei Wasch- und Reinigungsmitteln 2012 verleiht die GDCh-Fachgruppe Chemie des Waschens anlässlich der EDC an Dr. Daniel Zehm für seine an der Universität Potsdam eingereichte Dissertation „Amphiphile Block-Bürstenpolymere – ihre Synthese durch sequentielle Anwendung von CRP-Methoden und ihre Selbstorganisation in ausgewählten Lösungsmitteln“.
Zehm gelang die Synthese einer neuartigen Klasse von Tensiden, den Riesentensiden, durch verschiedene Methoden der radikalischen Polymerisation. Durch Minimierung der Zahl der erforderlichen Syntheseschritte wird der Zugang zur neuen Tensidklasse, die für die Waschmittelchemie von einigem Interesse ist, deutlich erleichtert. Die Fähigkeit der Riesentenside zur Selbstorganisation an Grenzflächen und in wässriger Umgebung hat Zehm detailliert untersucht, womit seine Arbeit wesentlich zum besseren Verständnis komplexer amphiphiler Moleküle in der Tensidchemie beiträgt. Amphiphilie bedeutet, dass eine Substanz sich sowohl hydrophil als auch lipophil verhält, also sowohl wasser- als auch fettlöslich ist. Aufgrund dieser Eigenschaft wirken Tenside reinigend.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker gehört mit über 30.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Als Forum für den wissenschaftlichen Meinungs- und Erfahrungsaustausch aller mit den Problemen der Waschmittelchemie befassten Chemiker und Techniker aus Universitäten und Forschungsinstituten, von Behörden und aus der Rohstoff- und Waschmittelindustrie wurde die Fachgruppe "Chemie des Waschens" 1974 als 15. von heute 27 Fachgruppen und Sektionen der Gesellschaft Deutscher Chemiker gegründet.

Zurzeit hat die Fachgruppe rund 390 Mitglieder. Der Vorstand der Fachgruppe ist kompetenter und gesuchter Gesprächspartner für nationale und übernationale Behörden in allen Fragen der Umwelt- und Verbrauchersicherheit bei Wasch- und Reinigungsmitteln.

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

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