Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Projekt GRACE will Bewertung der Daten der Biosicherheitsforschung transparenter machen

24.09.2012
Julius Kühn-Institut (JKI) koordiniert neues Forschungsprojekt und baut Datenbank auf, aus der Wissenschaftler, zuständige Behörden für Sicherheitsbewertung und Risikomanagement aber auch interessierte Dritte künftig Infos abrufen können.

Das EU-Forschungsprojekt GRACE (GMO Risk Assessment and Communication of Evidence) zur systematischen Bewertung von gentechnisch veränderten Pflanzen ist gestartet. Experten des Julius Kühn-Instituts (JKI) koordinieren das Projekt. Ziel ist es, einen umfassenden Überblick über die wissenschaftliche Datenlage zur Risiko- und Nutzenbewertung von gentechnisch veränderten Pflanzen und daraus hergestellten Lebens- und Futtermitteln zu liefern.

„Dazu werten wir mit unseren Partnern internationale Studien aus, die Aussagen über gesundheitliche, ökologische und sozioökonomische Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen treffen“, sagt der Koordinator Prof. Dr. Joachim Schiemann vom JKI. „Wir hoffen, auch Datenmaterial aus bisher nur lokal veröffentlichten Studien zu erschließen, die womöglich nur in der Landessprache z. B. osteuropäischer Länder erschienen sind.“

Die Studien werden im Rahmen von GRACE in transparenter Weise und nach genau definierten wissenschaftlichen Qualitätskriterien ausgewertet. Damit ergibt sich ein nachvollziehbares Gesamtbild der wissenschaftlichen Datenlage. Ziel ist, dass künftig alle Daten von Wissenschaftlern, zuständigen Behörden für Sicherheitsbewertung und Risikomanagement, aber auch von interessierten Dritten aus einer Datenbank abgerufen werden können. Die Entwicklung und Pflege dieser so genannten „open access“-Datenbank ist eine der Hauptaufgaben, die das JKI zu GRACE beisteuert. Die Datenbank wird über die Projektwebseite erreichbar sein und bleibt auch nach Beendigung des Projektes in dreieinhalb Jahren bestehen. Die Projektwebseite www.grace-fp7.eu soll ab Oktober 2012 zur Verfügung stehen.

„Unsere Funktion als Koordinator beinhaltet auch moderierende Tätigkeiten“, führt Schiemann aus. So werden die Methoden auf den Prüfstand gestellt, mit denen heute die Sicherheit von GV-Lebensmitteln, etwa ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit, geprüft wird. Die Ergebnisse sollen Gesellschaft und Politik bei zukünftigen Entscheidungsprozessen und Gesetzgebungsverfahren unterstützen.

Öffentliche Transparenz und Dialog sind ein zentrales Anliegen von GRACE. Das Projekt wurde von der EU-Kommission im Juli 2012 bewilligt und wird mit fast 6 Millionen Euro gefördert. Es soll im November 2015 abgeschlossen werden. Insgesamt nehmen 17 Partner aus 13 Ländern teil. Im Projekt GRACE werden diverse Workshops, Konferenzen, Interviews und Umfragen durchgeführt. „Schon in der Vorbereitung unserer Aktivitäten - z. B. für die Literaturauswertung zu Risiken und Nutzen von gentechnisch veränderten Pflanzen - werden wir mit einer großen Zahl Vertretern unterschiedlicher Organisationen zusammenarbeiten. Und natürlich gehen wir auch so vor, wenn wir die Ergebnisse des Projekts diskutieren und Schlussfolgerungen daraus ziehen“, fasst Schiemann das Vorgehen zusammen.
Kontakt zum Projektkoordinator:
Prof. Dr. Joachim Schiemann
Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Erwin-Baur-Str. 27, 06484 Quedlinburg
Tel.: 03946/47 508
E-Mail: sb(at)jki.bund.de

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.jki.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Magische kolloidale Cluster
11.12.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Kupferverbindung als Recheneinheit in Quantencomputern
11.12.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

Von „Frequenzkämmen“ spricht man bei speziellem Laserlicht, das sich optimal für chemische Sensoren eignet. Eine revolutionäre Technik der TU Wien erzeugt dieses Licht nun viel einfacher und robuster als bisher.

Ein gewöhnlicher Laser hat genau eine Farbe. Alle Photonen, die er abstrahlt, haben genau dieselbe Wellenlänge. Es gibt allerdings auch Laser, deren Licht...

Im Focus: Topological material switched off and on for the first time

Key advance for future topological transistors

Over the last decade, there has been much excitement about the discovery, recognised by the Nobel Prize in Physics only two years ago, that there are two types...

Im Focus: Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub

Verspiegelte Objektträger ermöglichen jetzt deutlich schärfere Bilder / 20fach bessere Auflösung als ein gewöhnliches Lichtmikroskop - Zwei Forschungsteams der Universität Würzburg haben dem Hochleistungs-Lichtmikroskop einen Auflösungsschub verpasst. Dazu bedampften sie den Glasträger, auf dem das beobachtete Objekt liegt, mit maßgeschneiderten biokompatiblen Nanoschichten, die einen „Spiegeleffekt“ bewirken. Mit dieser einfachen Methode konnten sie die Bildauflösung signifikant erhöhen und einzelne Molekülkomplexe auflösen, die sich mit einem normalen Lichtmikroskop nicht abbilden lassen. Die Studie wurde in der NATURE Zeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.

Die Schärfe von Lichtmikroskopen ist aus physikalischen Gründen begrenzt: Strukturen, die näher beieinander liegen als 0,2 tausendstel Millimeter, verschwimmen...

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

Fachforum über intelligente Datenanalyse

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

11.12.2018 | Physik Astronomie

Besser Bohren – Neues Nanokomposit stabilisiert Bohrflüssigkeiten

11.12.2018 | Geowissenschaften

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics