Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zur Eiersuche in den Atlantik

31.03.2010
Zu einer Eiersuche der ungewöhnlichen Art ist kurz vor Ostern das deutsche Fischereiforschungsschiff "Walther Herwig III" aufgebrochen.

Die sechswöchige Reise führt das Schiff in westbritische Gewässer, in die Keltische See westlich von Irland und den Golf von Biskaya. An Bord arbeiten Fischereiwissenschaftler des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) daran, wichtige Daten zur Bestandsgröße von Makrele und Stöcker (auch Holz- oder Pferdemakrele) zu gewinnen. Beide Bestände haben für die europäische Fischerei einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert.

Bei den meisten Fischarten schätzt man mit Hilfe von Grundschleppnetzfängen oder über hydroakustische Methoden, wie viele Fische es von der jeweiligen Art gibt. Bei Makrele und Stöcker schließt man über die abgelegten Eier auf die Anzahlen der Elterntiere zurück. Weiß man zusätzlich die Anzahl der Eier, die ein durchschnittliches Weibchen in der Saison ablaicht, dann lässt sich auch die Größe des Laicherbestandes bestimmen.

Makrele und Stöcker laichen vom Januar bis in den Juli hinein entlang der europäischen Schelfkante von Portugal bis hinauf zu den Färöer-Inseln. Nur wenn über den gesamten Zeitraum und möglichst im ganzen Gebiet nach Eiern gesucht wird, kommt man zu einer hinreichend genauen Einschätzung. Um dies zu erreichen, bedarf es eines enormen und kostspieligen Aufwands, weshalb der Survey auch nur alle drei Jahre stattfindet. In diesem Jahr beteiligen sich neun Nationen - Portugal, Spanien, Irland, Großbritannien, die Niederlande, Norwegen, Deutschland, die Faröer-Inseln und Island - mit insgesamt 11 Schiffen an dieser vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) koordinierten und von der europäischen Union mitfinanzierten Kampagne. Jedes Schiff wird ein unterschiedlich großes Puzzleteil beitragen, das am Ende die Gesamtbestandsgröße liefert.

Die Wissenschaftler an Bord der "Walther Herwig III" werden in ihrem Untersuchungsgebiet alle 15 Seemeilen eine Planktonprobe mit so feinmaschigen Netzen nehmen, dass auch die Fischeier abgeschöpft werden. Noch während der Reise werden die Makrelen- und Stöckereier aus den Proben sortiert und bestimmt. Zusätzlich werden regelmäßig Netzfänge durchgeführt, um erwachsene Tiere zu erhalten. Diese Stichproben werden genau untersucht, um Daten zur Biologie der Elterntiere zu gewinnen.

Auch wenn auf See normalerweise sonn- und feiertags durchgearbeitet wird, können sich Wissenschafterteam und Crew der "Walther Herwig" doch berechtigte Hoffnung machen, dass der Schiffskoch für sie am Ostersonntag das eine oder andere Osterei bereithält. Und das wird vom Huhn stammen und nicht etwa vom Seehasen.

Im August werden die Ergebnisse aller Nationen miteinander verrechnet sein und das Gesamtergebnis dem internationalen Rat für Meeresforschung übermittelt, der diese Daten nutzt, um die Bestandsentwicklung vorherzusagen und Fangempfehlungen an die Europäische Union auszusprechen.

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.vti.bund.de

Weitere Berichte zu: Atlantik Makrele Meeresforschung hydroakustische Methoden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Darmbakterien das Herzinfarktrisiko beeinflussen
10.12.2018 | Berliner Institut für Gesundheitsforschung / Berlin Institute of Health (BIH)

nachricht Neues über ein Pflanzenhormon
07.12.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub

Verspiegelte Objektträger ermöglichen jetzt deutlich schärfere Bilder / 20fach bessere Auflösung als ein gewöhnliches Lichtmikroskop - Zwei Forschungsteams der Universität Würzburg haben dem Hochleistungs-Lichtmikroskop einen Auflösungsschub verpasst. Dazu bedampften sie den Glasträger, auf dem das beobachtete Objekt liegt, mit maßgeschneiderten biokompatiblen Nanoschichten, die einen „Spiegeleffekt“ bewirken. Mit dieser einfachen Methode konnten sie die Bildauflösung signifikant erhöhen und einzelne Molekülkomplexe auflösen, die sich mit einem normalen Lichtmikroskop nicht abbilden lassen. Die Studie wurde in der NATURE Zeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.

Die Schärfe von Lichtmikroskopen ist aus physikalischen Gründen begrenzt: Strukturen, die näher beieinander liegen als 0,2 tausendstel Millimeter, verschwimmen...

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Im Focus: Researchers develop method to transfer entire 2D circuits to any smooth surface

What if a sensor sensing a thing could be part of the thing itself? Rice University engineers believe they have a two-dimensional solution to do just that.

Rice engineers led by materials scientists Pulickel Ajayan and Jun Lou have developed a method to make atom-flat sensors that seamlessly integrate with devices...

Im Focus: Drei Komponenten auf einem Chip

Wissenschaftlern der Universität Stuttgart und des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT gelingt wichtige Weiterentwicklung auf dem Weg zum Quantencomputer

Quantencomputer sollen bestimmte Rechenprobleme einmal sehr viel schneller lösen können als ein klassischer Computer. Einer der vielversprechendsten Ansätze...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

Fachforum über intelligente Datenanalyse

10.12.2018 | Veranstaltungen

Plastics Economy Investor Forum: Treffpunkt für Innovationen

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Klein und vielseitig: Schlüsselorganismen im marinen Stickstoffkreislauf nutzen Cyanat und Harnstoff

10.12.2018 | Studien Analysen

Ungesundes Sitzen vermeiden: Stuhl erkennt Sitzposition und motiviert zur Änderung der Körperhaltung

10.12.2018 | Energie und Elektrotechnik

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics