Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Projekthäuser: Innovatives Forschungskonzept

14.12.2001


Degussa katalysiert Innovationsprozess in der Spezial- und Feinchemie

Zusätzlich zu den Bereichen Nanomaterialien und Biotechnologie hat die Degussa AG, Düsseldorf/Deutschland, nun auch das zukunftsträchtige Gebiet Katalyse als strategischen Forschungsschwerpunkt des Konzerns definiert. Im Rahmen einer übergreifenden Forschungs- und Entwicklungsstrategie wird das neu gegründete "Projekthaus Katalyse" als internes Kompetenzzentrum der Degussa die operativen Bereiche auf den Gebieten der homogenen und heterogenen Katalyse in Forschung und Entwicklung unterstützen und im Bereich Biokatalyse eng mit dem Projekthaus Biotechnologie zusammen arbeiten. In dem Projekthaus wird breites Know-how gebündelt sein - von der traditionellen Katalysatorforschung bis zu hochmodernen Methoden und Verfahren, um innerhalb weniger Wochen Tausende von Katalysatoren parallel zu testen und den jeweils am besten geeigneten Katalysator für eine chemische Reaktion zu ermitteln. Degussa will damit die Entwicklungszeit für neue Verfahren und Produkte in der Spezial- und Feinchemie deutlich verkürzen.

"Die Katalyse ist für die chemische Industrie eine Technologie der Zukunft. Sie verbindet auf ideale Weise ökonomische und ökologische Vorteile", so Dr. Alfred Oberholz, Vorstandsmitglied der Degussa und verantwortlich für Forschung und Entwicklung. "Mit dem ’Projekthaus Katalyse’ wollen wir diese Vorteile ausschöpfen und die Dauer der Innovationszyklen in der Spezialchemie mindestens halbieren. "

Wie arbeitet das "Projekthaus Katalyse"?

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, kombiniert das "Projekthaus Katalyse" die Methoden der kombinatorischen Chemie mit schnellen Hochdurchsatzverfahren – Methoden, die bislang hauptsächlich bei der Entwicklung von Pharmawirkstoffen eingesetzt wurden und erst seit rund vier Jahren auch in der Katalyseforschung zum Einsatz kommen. Die Methoden der kombinatorischen Chemie erlauben es, innerhalb kurzer Zeit eine Vielzahl von Katalysatoren automatisiert zu synthetisieren und eine so genannte Katalysatorbi bliothek zu erstellen. Schnelle Hochdurchsatzverfahren machen es möglich, in dieser Bibliothek den für eine bestimmte Reaktion am besten geeigneten Katalysator schnell zu finden und ihn zu optimieren.

Ergänzt wird die Ausstattung durch ein leistungsstarkes Informationsmanagementsystem, mit dem die Datensätze strukturiert, ausgewertet und archiviert werden. "Mit konventionellen Methoden dauert es mindestens drei Jahre, um den richtigen Katalysator für eine chemische Reaktion und das dazugehörige Verfahren zu entwickeln. Mit unseren Methoden werden wir diese Zeitspanne auf ein halbes Jahr reduzieren können", so Dr. Uwe Dingerdissen, Leiter des Projekthauses.

Am Projekthaus bisher beteiligt sind die sechs Degussa-Geschäftsbereiche Futtermitteladditive, Oligomere/Silicone, Feinchemikalien, Bleich- & Wasserchemie, C4-Chemie und Catalysts & Initiators. Sie werden sowohl methodisch als auch projektbezogen unterstützt. Aufgabe des Projekthauses ist darüber hinaus, neue Technologie-Plattformen für die Katalyse zu etablieren und Synergien frei zu setzen.

Was ist Katalyse?

Die meisten chemischen Reaktionen lassen sich durch Katalyse ressourcenschonender durchführen. Es sind katalytische Prozesse, die viele Spezial- und Feinchemikalien mit maßgeschneiderten Eigenschaften oder pharmazeutische Wirkstoffe erst ermöglichen – indem sie unerwünschte und lästige Nebenprodukte vermeiden oder eine besondere stereospezifische Syntheseleistung erbringen, wie sie bei Pharmawirkstoffen häufig unverzichtbar ist. Zugleich lassen sich mit Katalysatoren Energie- und Rohstoffeinsatz optimieren. Mehr als 70 Prozent aller Produkte der chemischen Industrie werden derzeit mit Hilfe eines Katalysators hergestellt; bezogen auf die Menge sind es sogar mehr als 95 Prozent aller von der chemischen Industrie erzeugten Produkte.

Projekthäuser - das innovative Forschungskonzept der Degussa

Mit dem nunmehr dritten Projekthaus verfolgt Degussa erneut den intergrierten Forschungsansatz, der die Vorteile der zentralen mit denen der dezentralen Forschung verbindet und Synergien eröffnet. Entsprechend dem Modell des Degussa-Projekthauses entsenden die operativen Bereiche für eine Zeitdauer von drei Jahren ausgewählte Mitarbeiter in die Projekthäuser. Diese erarbeiten Basis-Know-how im Rahmen der interdisziplinären Zusammenarbeit und bringen dieses wieder in die Geschäftsbereiche ein. Damit ist sichergestellt, dass die Forschungsaktivitäten der Projekthäuser sich an den Erfordernissen der Märkte orientieren.

Durch die Zusammenarbeit der Projekthäuser untereinander können zusätzliche Synergien erschlossen werden. Ein Beispiel sind die Projekthäuser Biotechnologie und Katalyse, die auf dem Gebiet Biokatalyse sehr eng zusammenarbeiten.

Die Federführung für die Projekthäuser liegt bei der Creavis Technologies & Innovation, Marl, die mit dem Aufbau neuer Geschäfte und der Bereitstellung zukunftsorientierter Technologie-Plattformen zum Wachstum der Degussa beiträgt.

Degussa ist ein von Grund auf neu geformtes, weltweit operierendes Unternehmen mit konsequenter Ausrichtung auf Spezialchemie. Ihre Aktivitäten sind geprägt von der Vision "Everybody benefits from a Degussa product - every day and every- where". Im Geschäftsjahr 2000 erwirtschaftete der Konzern mit rund 63.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 16,9 Mrd. Euro und ein operatives Ergebnis (EBITA: Gewinn vor Zinsen, Ertragsteuern und Firmenwert-Abschreibungen) in Höhe von 1,2 Mrd. Euro. Die Stärke der Degussa sind maßgeschneiderte Systemlösungen mit hoher Wirkung für ihre Kunden in über 100 Ländern der Welt.

Ansprechpartner:

Hannelore Gantzer
Pressesprecherin
Tel.: +49-211-65041-368

Hannelore Gantzer | Newsletter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Magnetschwebetrennung in der Drogenfahndung - Analyse illegaler Substanzen in Pulver durch magnetische Levitation
09.12.2019 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht HZDR-Experiment liefert wichtige Ansätze, um die Wasserelektrolyse zu optimieren
09.12.2019 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vulkan „F“ ist der Ursprung der schwimmenden Steine

09.12.2019 | Geowissenschaften

Magnetschwebetrennung in der Drogenfahndung - Analyse illegaler Substanzen in Pulver durch magnetische Levitation

09.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Luftverschmutzung: IASS legt erstes Emissionsinventar für Nepal vor

09.12.2019 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics