Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Amaurosis congenita Leber: Gentherapie verzögert Blindheit

23.05.2006
Positiver Effekt bei Hühnern nicht bleibend

Eine Gentherapie könnte eines Tages eine vererbte Form einer in der Kindheit auftretenden Blindheit verhindern. Zu diesem Ergebnis ist eine viel versprechende Studie der University of Florida mit Hühnern gekommen. Die Wissenschafter hoffen, dass der neue Behandlungsansatz Kinder davor bewahren wird, aufgrund einer Amaurosis congenita Leber (LCA) zu erblinden. Hühner mit dieser Krankheit werden normalerweise blind geboren. Sechs von sieben Hühnern die noch im Ei mit dem neuen Verfahren behandelt wurden, schlüpften sehend. Das Team um Susan Semple-Rowland konzentrierte sich auf Mutationen des Gens GUCY2D, das für LCA1, die mit bis zu 20 Prozent am häufigsten auftretende Form von LCA, verantwortlich ist. Bei Menschen, die über zwei fehlerhafte GUCY2D-Gene verfügen, können die Zellen auf der Hinterseite des Auges nicht richtig auf den Einfall von Licht reagieren. Aus diesem Grund werden keine entsprechenden visuellen Signale an das Gehirn weitergeleitet. Die Betroffenen erblinden daher bereits in der Kindheit. Die Ergebnisse der Studie wurden in PLoS Medicine veröffentlicht.

Semple-Rowland erklärte, dass das beste Tiermodell für LCA1 Hühner sind, die aus Tieren gezüchtet wurden die über natürliche Mutationen der GUCY2D-Gene verfügen. Diese Hühner kommen bereits blind auf die Welt. Die Wissenschafter schufen einen Virus um die voll funktionsfähigen Versionen des GUCY2D-Gens zu transportieren und injizierten diesen Virus in die Eier dieser speziellen Hühner. Als die Hühner schlüpften wurden sie in einer sich drehenden Trommel mit vertikalen Linien an der Innenseite platziert. Ein normales Huhn dreht seinen Kopf um einer bestimmten Linie zu folgen. Die Bewegungen des Kopfes verändern sich mit den Veränderungen in der Bewegung der Trommel. Von sieben behandelten Tieren schienen sechs sehen zu können. Keines der drei Kücken, das zuvor nicht behandelt wurde, verfügte über diese Fähigkeit.

Elektrische Messdaten von den Augenzellen von behandelten Hühnern zeigten, dass ihr Reaktion auf Licht in etwa zehn Prozent der von normalen Hühnern. Die Augenzellen von nicht behandelten Tieren wiesen keine Reaktion auf Licht auf. Semple-Rowland nimmt laut New Scientist an, dass dieser Therapieansatz beim Menschen bis zum Alter von fünf Jahren eingesetzt werden könnte. "Ich gehöre nicht zu den Befürwortern einer Behandlung in der Gebärmutter." Die Wirkung der Gentherapie war bei den Hühnern nicht von Dauer. Behandelte Tiere schienen einen Teil der erreichten Verbesserung innerhalb von vier Monaten wieder zu verlieren. Dafür könnte laut den Wissenschaftern verantwortlich sein, dass eine zu geringe Virusmenge injiziert wurde.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ufl.edu
http://medicine.plosjournals.org/perlserv/?request=index-html

Weitere Berichte zu: Blindheit Gentherapie Hühner Hühnern

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Bei Depressionen ist Hirnregion zur Stresskontrolle vergrößert
20.09.2018 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Nanoreaktoren nach natürlichen Vorbildern gebaut
20.09.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was Einstein noch nicht wusste

20.09.2018 | Physik Astronomie

One step ahead: Adaptive Radarsysteme für smarte Fahrerassistenz

20.09.2018 | Informationstechnologie

Nanoreaktoren nach natürlichen Vorbildern gebaut

20.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics