Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hirn-Aneurysmata: Text-Mining warnt vor tödlichen Risiken plötzlicher Blutungen

23.03.2006
Mit Methoden des Text-Minings entwickeln Fraunhofer-Forscher Krankheitsmodelle, um das Risiko des Zerreißens fehlgebildeter Blutgefäße im Gehirn, so genannter Gehirn-Aneurysmata besser abschätzen zu können. Ein plötzliches Platzen des Aneurysma-Sacks, einer Ausweitung arterieller Blutgefäße, kann zu schweren Schädigungen des Gehirns oder gar zum Tod führen. Für viele von Hirn-Aneurysmata betroffene Menschen kommt jede Hilfe zu spät.

"Vielen Patienten könnte geholfen werden, wenn sich das Risiko für eine Ruptur besser vorhersagen ließe. Gegenwärtig fehlen uns aber hierfür die Modelle ? und genau dort setzen wir an", sagt Dr. Martin Hofmann, Leiter der Abteilung Bioinformatik am Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI). Wertvolle Informationen zur den molekularbiologischen Ursachen von Aneurysmata sowie medizinische Informationen zum Krankheitsverlauf gibt es zwar, doch sie liegen oftmals nur in gering strukturierten, wissenschaftlichen Publikationen vor. "Dieses Wissen muss man finden und zu einem Krankheitsmodell integrieren", beschreibt Hofmann die Herausforderung. Eine Aufgabe, die sich nur mit ausgefeilten Methoden des Text-Minings bewältigen lässt.

Deshalb bringen die Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut SCAI ihre langjährige Expertise auf dem Gebiet der Informationsextraktion in das von der Europäischen Kommission mit 12,6 Millionen Euro geförderte Projekt "Integrated Biomedical Informatics for the Management of Cerebral Aneurysms (@neurIST) ein. Insgesamt 29 öffentliche Forschungseinrichtungen und Unternehmen in zwölf Ländern arbeiten in dem Projekt zusammen. Die Projektleitung liegt bei Forschern der Universität Pompeu Fabra (UPF) in Barcelona.

Am Ende der Forschungsarbeiten steht eine integrierte Informations-Infrastruktur zu Hirn-Aneurysmata, die die Vorhersage und Behandlung entscheidend verbessern soll. Allein durch eine bessere Risiko-Vorhersage für Patienten und die Vermeidung unnötiger Behandlungen könnten jährlich Behandlungskosten von mehreren Milliarden Euro eingespart werden, sind die Forscher überzeugt. Die entwickelte Methodik könnte zudem zur Entwicklung weiterer Krankheitsmodelle zur Risikoabschätzung führen, etwa für Krebserkrankungen.

Michael Krapp | idw
Weitere Informationen:
http://www.aneurist.org/
http://www.scai.fraunhofer.de/bio.html

Weitere Berichte zu: Blutgefäß Blutungen Hirn-Aneurysmata Krankheitsmodell Text-Mining

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Physik lebender Systeme - Wie Proteine die Zellachse finden
27.01.2020 | Ludwig-Maximilians-Universität München

nachricht Bioreaktor Kuh - Antikörper aus der Kuh ersetzen Antibiotika
27.01.2020 | Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie man ein Bild von einem Lichtpuls macht

Um die Form von Lichtpulsen zu messen, brauchte man bisher komplizierte Messanlagen. Ein Team von MPI Garching, LMU München und TU Wien schafft das nun viel einfacher.

Mit modernen Lasern lassen sich heute extrem kurze Lichtpulse erzeugen, mit denen man dann Materialien untersuchen oder sogar medizinische Diagnosen erstellen...

Im Focus: Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

Was in winzigen elektronischen Bauteilen oder in Molekülen geschieht, lässt sich nun auf einige 100 Attosekunden und ein Atom genau filmen

Wie Bauteile für künftige Computer arbeiten, lässt sich jetzt gewissermaßen in HD-Qualität filmen. Manish Garg und Klaus Kern, die am Max-Planck-Institut für...

Im Focus: Integrierte Mikrochips für elektronische Haut

Forscher aus Dresden und Osaka präsentieren das erste vollintegrierte Bauelement aus Magnetsensoren und organischer Elektronik und schaffen eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von elektronischer Haut.

Die menschliche Haut ist faszinierend und hat viele Funktionen. Eine davon ist der Tastsinn, bei dem vielfältige Informationen aus der Umgebung verarbeitet...

Im Focus: Dresdner Forscher entdecken Mechanismus bei aggressivem Krebs

Enzym blockiert Wächterfunktion gegen unkontrollierte Zellteilung

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) haben gemeinsam mit einem...

Im Focus: Integrate Micro Chips for electronic Skin

Researchers from Dresden and Osaka present the first fully integrated flexible electronics made of magnetic sensors and organic circuits which opens the path towards the development of electronic skin.

Human skin is a fascinating and multifunctional organ with unique properties originating from its flexible and compliant nature. It allows for interfacing with...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität

22.01.2020 | Veranstaltungen

ENERGIE – Wende. Wandel. Wissen.

22.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Physik lebender Systeme - Wie Proteine die Zellachse finden

27.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Bioreaktor Kuh - Antikörper aus der Kuh ersetzen Antibiotika

27.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

INNOVENT startet Innovatives Anwenderprojekt (INNAP) „Sol-Gel-Beschichtungen für temperaturempfindliche Substrate“

27.01.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics