Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wildvögel als Frühwarnsystem für Aviäre Influenza - FLI unterstützt bundesweites Monitoring

04.11.2005


Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) testet wöchentlich rund 100 Tupfer- und Organproben von Wildvögeln auf Influenzaviren. Die Proben, die u.a. aus dem derzeit bundesweit durchgeführten Wildvogelmonitoring stammen, waren in der Erstuntersuchung in den Untersuchungsämtern der Länder auffällig und werden nun im nationalen Referenzlabor für die aviäre Influenza am FLI nachuntersucht. Im Rahmen der Maßnahmen gegen die Geflügelpest gibt das Wildvogelmonitoring wertvolle Informationen über die bei Wildvögeln derzeit bei uns vorkommenden Influenzaviren. Es dient gleichzeitig als Frühwarnsystem für eine etwaige Einschleppung der asiatischen Geflügelpest. Obwohl wie erwartet eine Vielzahl von aviären Influenzaviren in Wildvögeln nachgewiesen wurden, wurde bis jetzt kein Virus vom Typ H5N1 gefunden.


Wildvögel, insbesondere wilde Wasservögel wie Enten und Gänse, sind das natürliche Reservoir für gering pathogene Influenzaviren. Diese Viren rufen beim Hausgeflügel keine oder nur milde Erkrankungen hervor. Die Wildvögel stellen aufgrund der Reservoirfunktion ein Frühwarnsystem für die Einschleppung potentiell gefährlicher Influenza-A-Viren dar.

Um einheimisches Geflügel vor einer möglichen Übertragung durch Wildvögel zu schützen, wird neben dem geltenden Aufstallungsgebot ein erweitertes Monitoring von Wildvögeln durchgeführt. Zu den untersuchten Arten gehören vorrangig im Zug befindliche Enten- und Gänsearten. Das Beprobungsprogramm stützt sich auf Beringungsstationen, Naturschutzbehörden und Jäger. Sie entnehmen nach Anweisung der zuständigen Veterinärbehörde oder des FLI Proben wie Rachen- und Kloakentupfer oder Kot. Die Proben werden in einem speziellen Transportgefäß an die zuständige Untersuchungseinrichtung geschickt und dort auf Influenzaviren getestet. Auffällige Proben werden dann am nationalen Referenzlabor auf der Insel Riems nachuntersucht und genauer charakterisiert.


Das Nationale Referenzlabor für Aviäre Influenza des FLI testet bereits seit 2001 verstärkt Proben aus dem Wildvogelmonitoring in den deutschen Zugvogelrastgebieten. In enger Zusammenarbeit mit Beringungszentralen, ehrenamtlichen Vogelberingern, Jägern und freiwilligen Helfern wurden seitdem rund 4000 Rachen- und Kloakentupferproben von über 75 Wildvogelarten gesammelt und untersucht. Die Wissenschaftler fanden bis jetzt 44 Influenzaviren von insgesamt 8 verschiedenen Subtypen.

Mit zwölf Proben traten am häufigsten Viren des Subtyp H10 auf, neun Proben enthielten Subtyp H2, je sieben Proben H3 und H4. Auch vier Virenstämme des Subtypen H5 wurden festgestellt, darunter einmal H5N2 und dreimal H5N3. Außerdem kamen noch je zweimal die Subtypen H7 und H13 sowie einmal H11 vor.

Alle Virusisolate sind gering pathogen und für Geflügel und Menschen ungefährlich. Der hoch pathogene Erreger der Geflügelpest H5N1, die derzeit Asien grassiert, wurde in Deutschland bis heute nicht nachgewiesen.

Kontakt:
Elke Reinking
Friedrich-Loeffler-Institut
171493 Greifswald - Insel Riems
Tel. 038351-7244
Elke.Reinking@fli.bund.de

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.fli.bund.de

Weitere Berichte zu: FLI Frühwarnsystem Influenza Influenzaviren Probe Subtyp Wildvögel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Der Türsteher im Gehirn
06.08.2020 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Peptide: Forschungs-Erfolg mit den kleinen Geschwistern der Proteine
06.08.2020 | Hochschule Coburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

Eine entscheidende Ergänzung zum Stanzen von Kontakten erarbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT. Die Aachener haben im Rahmen des EFRE-Forschungsprojekts ScanCut zusammen mit Industriepartnern aus Nordrhein-Westfalen ein hybrides Fertigungsverfahren zum Laserschneiden von dünnwandigen Metallbändern entwickelt, wodurch auch winzige Details von Kontaktteilen umweltfreundlich, hochpräzise und effizient gefertigt werden können.

Sie sind unscheinbar und winzig, trotzdem steht und fällt der Einsatz eines modernen Fahrzeugs mit ihnen: Die Rede ist von mehreren Tausend Steckverbindern im...

Im Focus: ScanCut project completed: laser cutting enables more intricate plug connector designs

Scientists at the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT have come up with a striking new addition to contact stamping technologies in the ERDF research project ScanCut. In collaboration with industry partners from North Rhine-Westphalia, the Aachen-based team of researchers developed a hybrid manufacturing process for the laser cutting of thin-walled metal strips. This new process makes it possible to fabricate even the tiniest details of contact parts in an eco-friendly, high-precision and efficient manner.

Plug connectors are tiny and, at first glance, unremarkable – yet modern vehicles would be unable to function without them. Several thousand plug connectors...

Im Focus: Elektrogesponnene Vliese mit gerichteten Fasern für die Sehnen- und Bänderrekostruktion

Sportunfälle und der demografische Wandel sorgen für eine gesteigerte Nachfrage an neuen Möglichkeiten zur Regeneration von Bändern und Sehnen. Eine Kooperation aus italienischen und deutschen Wissenschaftler*innen forschen gemeinsam an neuen Materialien, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Dem Team ist es gelungen elektrogesponnene Vliese mit hochgerichteten Fasern zu generieren, die eine geeignete Basis für Ersatzmaterialien für Sehnen und...

Im Focus: New Strategy Against Osteoporosis

An international research team has found a new approach that may be able to reduce bone loss in osteoporosis and maintain bone health.

Osteoporosis is the most common age-related bone disease which affects hundreds of millions of individuals worldwide. It is estimated that one in three women...

Im Focus: Neue Strategie gegen Osteoporose

Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Ansatzpunkt gefunden, über den man möglicherweise den Knochenabbau bei Osteoporose verringern und die Knochengesundheit erhalten kann.

Die Osteoporose ist die häufigste altersbedingte Knochenkrankheit. Weltweit sind hunderte Millionen Menschen davon betroffen. Es wird geschätzt, dass eine von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovationstage 2020 – digital

06.08.2020 | Veranstaltungen

Innovationen der Luftfracht: 5. Air Cargo Conference real und digital

04.08.2020 | Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Türsteher im Gehirn

06.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kognitive Energiesysteme: Neues Kompetenzzentrum sucht Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft

06.08.2020 | Energie und Elektrotechnik

Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

06.08.2020 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics