Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Würzburger Pharmazeuten bringen "den Hager" auf Vordermann

27.09.2000


... mehr zu:
»Pharmazie
"In ’Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis’ soll der Apotheker alles finden, was er für den wissenschaftlichen-technischen Beruf zu wissen bedürfte". So war vor über 125 Jahren das Ziel, das sich der
Apotheker Hans Hermann Julius Hager gesetzt hatte. Dieses Ziel wird auch heute noch verfolgt: An der Universität Würzburg gibt es seit kurzem wieder ein "Hager-Büro", das an der Aktualisierung des Handbuchs arbeitet.

Die fünfte und damit jüngste Auflage des "Hager" wurde 1998 erstellt: In dem auf 15 Bände mit je 1.000 Seiten angewachsenen Handbuch sind Waren und Dienste, das heißt Krankenpflege, Verbands-, Pflanzenschutz- und Kindernährmittel beschrieben. Fast lehrbuchhaft dargestellt werden Methoden der pharmazeutischen Technologie und Analytik. Die Gifte sind in alphabetischer Reihenfolge mit ihren chemischen, physikalischen und toxikologischen Eigenschaften aufgelistet. Gleich fünf Bände befassen sich mit den "Drogen", wobei die Pharmazeuten darunter keine Rauschgifte verstehen, sondern Arzneipflanzen, welche aus botanischer und pharmakologischer Sicht beschrieben werden; ebenso füllen die chemisch definierten Arzneistoffe, die chemisch, physikalisch und pharmakologisch-toxikologisch ausführlich charakterisiert sind, fünf Bände. Alle Arzneibücher dieser Welt haben Eingang in den "Hager" gefunden.

"Es gibt wohl kaum ein anderes Werk, das so umfassend über die wissenschaftliche Pharmazie informiert", so die Würzburger Pharmazeutin Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe, an deren Lehrstuhl das vom Springer-Verlag geförderte "Hager-Büro" eingerichtet wurde. Aber die pharmazeutische Wissenschaft sei stets im Fluss, und so wundere es nicht, dass nach dem Erscheinen des letzten Bandes der jüngsten Auflage (1998) schon heute wieder über die Aktualisierung nachgedacht wird: Dabei sollen neue Arzneistoffe beschrieben und neue Anwendungen von Arzneipflanzen berücksichtigt werden.

Prof. Holzgrabe: "Es versteht sich, dass ein solches Werk, das ständig im Fluss ist, elektronisch verarbeitet wird, so dass man nicht ständig 15 Bände oder mehr neu drucken muss." Auch diese Arbeit werde an der Universität Würzburg erledigt, und zwar im Arbeitskreis von Prof. Dr. Jürgen Albert am Institut für Informatik.

Und für wen ist der Hager, der große Brockhaus der Pharmazie? Ursprünglich sollte er nur für den Apotheker in der Offizin eine wissenschaftliche Informationsquelle sein. Da er aber eine wahre Fundgrube für alle Arten von Fakten ist, nutzt ihn der Apotheker in der Hochschule, der Industrie, der Verwaltung oder wo auch immer er tätig ist. Aber auch für Ärzte ist er eine unerschöpfliche Informationsquelle.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe, T (0931) 888-5461, Fax (0931) 888-5494, E-Mail: holzgrab@pharmazie.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Pharmazie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neues aus der Schaltzentrale
18.07.2018 | Karl-Franzens-Universität Graz

nachricht Chemische Waffe durch laterale Gen-Übertragung schützt Wollkäfer gegen schädliche Pilze
18.07.2018 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics