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Farbstoff aus dem Meer

13.12.2002


Partner gesucht für die großtechnische Gewinnung von Violacein:


Pseudoalteromonas Black Beauty Bakterienrasen und Kolonien auf Seewasseragarmedium


Violacein-& Desoxyviolacein-Extrakt in Ethanol



Pseudoalteromonas Stamm Black Beauty heißt das neu gefundene Bakterium aus dem Meeresboden, das den Farbstoff Violacein erzeugt. Dr. Tjhin-Lok Tan vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) entwickelte ein inzwischen patentiertes mikrobiologisches Verfahren, um mit Hilfe des Bakteriums große Mengen dieses Farbstoffs zu gewinnen. Das AWI und das Technologie-Transfer-Zentrum (TTZ) in Bremerhaven suchen jetzt Partner aus der Industrie für die weitere Anwendung.

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Violacein ist ein blauschwarzer Farbstoff, der durch Bakterien aus zwei Tryptophanmoleküle (L-Tryptophan ist eine Aminosäure) synthetisiert werden kann. Das Violacein dient der Zelle zum Schutz vor Sonnenstrahlung und zur Regelung der Tryptophankonzentration unter das toxische Niveau. Violacein ist in Wasser nahezu unlöslich, jedoch löslich in Aceton, Äthanol und Dioxan. Der Farbstoff besitzt antibiotische, antivirale und antitumorale Eigenschaften, und zeigt keine zytotoxische oder pathogene Wirkung. Neuerdings wurde Violacein zur Färbung von Textilien eingesetzt, wobei nicht nur auf natürlichen Stoffen wie Seide, Wolle und Baumwolle, sondern auch auf synthetischen Fasern wie Nylon gute Färberesultate erzielt werden konnten.

Das marine Sedimentbakterium, eine neue Spezies, Pseudoalteromonas Stamm Black Beauty produziert aus 39 g Feuchtbiomasse - nach mehrmaligen Extraktionen mit heißem Methanol und anschließender Entfernung des Lösungsmittels - 2,1 g eines tiefschwarzen Farbstoff-Rohextraktes. Neben Violacein (ca. 90%) lassen sich durch weitere Extraktionen mit Dichlormethan und Methanol daraus Desoxyviolacein (ca. 8%) und Spuren eines gelben, nicht weiter charakterisierten Farbstoffes gewinnen. Das mikrobiologische Verfahren zur Biosynthese der natürlichen blau-violetten Farbstoffe Violacein und Desoxyviolacein und deren Verwendung wurde inzwischen patentiert (DE 10063712 C 1).

Für eine gemeinsame Antragstellung im EG-Programm CRAFT (Cooperative Research Action For Technologies) zur großtechnischen Gewinnung und Anwendung von Violacein sucht das Alfred-Wegener-Institut (AWI) und das Technologie-Transfer-Zentrum (TTZ) in Bremerhaven Partner aus der Industrie. Die Projektplanung wird am AWI von Dr. Tjhing-Lok Tan, und am TTZ von Dipl.-Ing. Gerda Renschler koordiniert.

Dipl.-Phys. Claudia Ratering | idw

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