Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heidelberger Großprojekt bei Bundesforschungsministerium erfolgreich

06.04.2001


Krankheitsbekämpfung durch Genomforschung auf dem Gebiet des Nervensystems - Teil des Nationalen Genomforschungsnetzes - Koordinatoren: Prof. Hannah Monyer und Prof. Peter Seeburg - Prorektor Prof. Dr. Jochen
Tröger spricht die Glückwünsche des Rektorats der Universität Heidelberg aus

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligte kürzlich einen von Heidelberger und Mannheimer Grundlagenforschern und Klinikern gemeinsam gestellten Antrag zur Krankheitsbekämpfung durch Genomforschung auf dem Gebiet der Erkrankungen des Nervensystems. Damit wurde Heidelberg/Mannheim zu einem der Forschungsstandorte innerhalb des im Aufbau befindlichen Nationalen Genomforschungsnetzes. "Das Rektorat beglückwünscht alle Antragsteller innerhalb und außerhalb der Ruprecht-Karls-Universität", kommentierte Prof. Dr. Jochen Tröger, Prorektor für Medizin der Universität Heidelberg.

Das geförderte Projekt erfülle alle Eingangsvoraussetzungen, die an erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der "life sciences", in diesem Falle der Neurowissenschaften, gestellt werden müssen, sagte Tröger. Der Prorektor hob die Zusammenarbeit mehrer exzellenter Forschergruppen und damit verbundene höchste wissenschaftliche Kompetenz hervor, ebenso die frühzeitige Kooperation mit der Industrie, damit die Ergebnisse schnell in Nutzen für den Patienten umgesetzt werden können. "Diese Konstellation stellt die notwendige Verbindung zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung dar. Die Region des Rhein-Neckar-Dreiecks erweist sich damit im Bereich der Neurowissenschaften ein weiteres Mal als führend", sagte Tröger.

Gemeinsam wollen die Forscher Grundlagen für neue Therapien entwickeln

Das erfolgreiche Heidelberg/Mannheimer Team besteht aus Forschern und Klinikern der Universität Heidelberg (Zentrum für Molekulare Biologie, Interdisziplinäres Zentrum für Neurowissenschaften, Institut für Humangenetik, Neurologie Heidelberg und Mannheim, Zentralinstitut für seelische Gesundheit Mannheim), des Deutschen Krebsforschungszentrum, des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung und der Biotechfirma BASF-LYNX. Gemeinsam will man Grundlagen für neue Therapien bei geistiger Behinderung, der Alzheimerkrankheit, Schlaganfall und Alkoholabhängigkeit entwickeln. Das Team wird von Prof. Hannah Monyer, Direktorin der Abteilung Klinische Neurobiologie der Neurologischen Universitätsklinik, und Prof. Peter Seeburg, Direktor der Abteilung Molekulare Neurobiologie am Max-Planck Institut für medizinische Forschung, koordiniert.

Eine Ausschreibung zur Identifizierung potenzieller Forschungsstandorte war vom BMBF gegen Ende des letzten Jahres mit dem Ziel erfolgt, Krankheitsbekämpfung durch ein vertieftes Verständnis der Arbeitsweise unserer Gene zu ermöglichen. Im Rahmen des Nationalen Genomforschungsnetzes sollen die Erkenntnisse und Methoden der modernen funktionellen Humangenomforschung zur Entwicklung neuer Therapien auf einer Reihe von Krankheitsgebieten führen: bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Erkrankungen des Nervensystems, umweltbedingten Erkrankungen, Infektionen und Entzündungen.

Nationales Genomforschungsnetz: komplexe Struktur

Das Nationale Genomforschungsnetz wird eine komplexe Struktur mit einer großen Zahl an Akteuren aufweisen. Da sind zum einen die Kernbereiche, die, in Großforschungseinrichtungen angesiedelt, wichtige Technologien, Verfahren und Materialien entwickeln und zur Verfügung stellen. Zum anderen gibt es die Kompetenznetze, die aus führenden Forschungslaboratorien und Kliniken aus ganz Deutschland verknüpft sind. Die verschiedenen Krankheitsgebiete sollen von jeweils drei bis fünf vernetzten Standorten vertreten sein.

Durch enge Verflechtung dieser krankheitsbezogenen Kompetenznetze mit dem Kernbereich sollen optimale Voraussetzungen für eine lückenlose Entwicklung von der Grundlagenforschung bis zur Umsetzung der Forschungsergebnisse in die klinische Anwendung geschaffen werden. Gelder für den Aufbau des Nationalen Genomforschungsnetzes wurden dem BMBF von der Bundesregierung aus Einnahmen von UMTS-Lizenzen bereitgestellt.

Heidelberg/Mannheimer Forscher und Kliniker sind hoch erfreut

Die am erfolgreichen Heidelberg/Mannheimer Antrag beteiligten Forscher und Kliniker sind hoch erfreut über den Zuschlag des Bundesforschungsministeriums, das sich in seiner Wahl der Standorte von international ausgewiesenen Experten beraten ließ. Die weiteren Standorte, die zur Erforschung von Erkrankungen des Nervensystems ausgewählt wurden, sind Bonn, Hamburg, Marburg und München. Die Anforderungen waren enorm, sie zu erfüllen gelang nur wenigen der aus ganz Deutschland eingegangenen Anträge. Verlangten sie doch wissenschaftliche und technologische Kompetenz in der funktionellen Humangenomforschung, wissenschaftliche Exzellenz der beteiligten Einrichtungen des Standortes in der Grundlagen- und Klinischen Forschung zu dem gewählten Krankheitsgebiet, die notwendige kritische Masse in dem gewählten Gebiet, einschlägige organisatorische Kompetenz für vernetzte Forschung auf nationaler und internationaler Ebene, ein überzeugendes wissenschaftliches Konzept mit Konzentration des Arbeitsprogrammes auf wenige groß angelegte Projekte, sowie die Kooperation mit dem Kernbereich.

Bulmahn: "Wir schaffen damit beste Voraussetzungen für Spitzenleistungen in der Genomforschung"

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hatte bei der Präsentation des Nationalen Genomforschungsnetzes in Berlin gesagt, die Bundesregierung setze damit eines der wichtigsten Ziele ihres Zukunftsinvestitionsprogramms um. "Mit dem Nationalen Genomforschungsnetz gelangt Deutsch-land an die Spitze bei der öffentlichen Förderung der systematischen Funktionsanalyse der Gene und der Anwendung der Forschungsergebnisse zur Bekämpfung verbreiteter Erkrankungen", erklärte Bulmahn.

Rückfragen bitte an:
Prof. Hannah Monyer oder Prof. Peter Seeburg
Tel. 06221 486496, Fax 486110 
neuro@mpimf-heidelberg.mpg.de

oder:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317 
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Entstanden Nervenzellen, um mit Mikroben zu sprechen?
10.07.2020 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Forscher der Universität Bayreuth entdecken außergewöhnliche Regeneration von Nervenzellen
09.07.2020 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Im Focus: The spin state story: Observation of the quantum spin liquid state in novel material

New insight into the spin behavior in an exotic state of matter puts us closer to next-generation spintronic devices

Aside from the deep understanding of the natural world that quantum physics theory offers, scientists worldwide are working tirelessly to bring forth a...

Im Focus: Im Takt der Atome: Göttinger Physiker nutzen Schwingungen von Atomen zur Kontrolle eines Phasenübergangs

Chemische Reaktionen mit kurzen Lichtblitzen filmen und steuern – dieses Ziel liegt dem Forschungsfeld der „Femtochemie“ zugrunde. Mit Hilfe mehrerer aufeinanderfolgender Laserpulse sollen dabei atomare Bindungen punktgenau angeregt und nach Wunsch aufgespalten werden. Bisher konnte dies für ausgewählte Moleküle realisiert werden. Forschern der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen ist es nun gelungen, dieses Prinzip auf einen Festkörper zu übertragen und dessen Kristallstruktur an der Oberfläche zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Das Team um Jan Gerrit Horstmann und Prof. Dr. Claus Ropers bedampfte hierfür einen Silizium-Kristall mit einer hauchdünnen Lage Indium und kühlte den Kristall...

Im Focus: Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erster Test für neues Roboter-Umweltmonitoring-System der TU Bergakademie Freiberg

10.07.2020 | Informationstechnologie

Binnenschifffahrt soll revolutioniert werden: Erst ferngesteuert, dann selbstfahrend

10.07.2020 | Verkehr Logistik

Robuste Hochleistungs-Datenspeicher durch magnetische Anisotropie

10.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics