Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bakterien verwandeln giftige Verbindungen zu Gold

08.10.2012
Mikroben der Art Cupriavidus metallidurans mit Goldchlorid gefüttert

US-Forscher haben entdeckt, dass es Bakterien gibt, die in extrem toxischen Umgebungen überleben können und dabei reines Gold erzeugen. "In den letzten 20, 30 Jahren hat man herausgefunden, dass Bakterien eine große Rolle für die Verteilung fast aller Metalle an der Erdoberfläche spielen", erklärt Stephan Krämer, Experte für Isotopen- und Biogeochemie an der Wiener Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie http://fgga.univie.ac.at , gegenüber pressetext.

Kleinste Golddetektoren

Mit Hilfe des Bakteriums Cupriavidus metallidurans gewinnen Kazem Kashefi und Adam Brown, Forscher an der Michigan State University http://msu.edu , in ihrem Labor 99,9 Prozent reines Gold. Während des biochemischen Vorganges wandeln die Bakterien giftige Goldverbindungen in elementares Gold um. Die Mikroben werden mit Goldchlorid gefüttert. Innerhalb einer Woche ist der Prozess abgeschlossen und das Ergebnis - 24-karätige Gold-Nuggets - kann sich sehen lassen.

"Wissenschaftlich sind das sehr interessante Studien. Ob man damit reich werden kann, ist fraglich", meint Krämer dazu. Es sei aber nicht auszuschließen, dass in Zukunft vermehrt auf biologische Prozesse gesetzt wird, um Gold zu gewinnen. Auch arbeiten die Wissenschaftler daran, solche Bakterien in Zukunft als Goldsucher einzusetzen. "Sie sollen helfen, Goldvorkommen aufzuspüren", unterstreicht Krämer.

Auch bei Kälte einsatzfähig

Bereits vor einigen Jahren sind australische Forscher auf die speziellen Mikroben gestoßen. Frank Reith http://pnas.org/content/106/42/17757 , Wissenschaftler der University of Adelaide, fand das Bakterium an zwei Orten in Australien, in New South Wales und in Queensland. Er stellte sich damals die Frage, warum die untersuchten Mikroben gerade auf Edelmetallen sitzen.

"Es ist nicht das erste Mal, dass die Beteiligung von Bakterien bei der chemischen Umwandlung von Edelmetallen nachgewiesen wurde.

Es ist allerdings die erste Untersuchung, bei der Goldpartikel auch bei niedrigeren Temperaturen entstehen", erläutert Krämer. "Dies ist besonders spannend, da wir damit besser verstehen können, wie zum Beispiel Goldlagerstätten entstanden sind."

Jana Seywald | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.fgga.univie.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Tief in die Zelle geblickt
05.08.2020 | Technische Universität Berlin

nachricht Tellur macht den Unterschied
05.08.2020 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektrogesponnene Vliese mit gerichteten Fasern für die Sehnen- und Bänderrekostruktion

Sportunfälle und der demografische Wandel sorgen für eine gesteigerte Nachfrage an neuen Möglichkeiten zur Regeneration von Bändern und Sehnen. Eine Kooperation aus italienischen und deutschen Wissenschaftler*innen forschen gemeinsam an neuen Materialien, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Dem Team ist es gelungen elektrogesponnene Vliese mit hochgerichteten Fasern zu generieren, die eine geeignete Basis für Ersatzmaterialien für Sehnen und...

Im Focus: New Strategy Against Osteoporosis

An international research team has found a new approach that may be able to reduce bone loss in osteoporosis and maintain bone health.

Osteoporosis is the most common age-related bone disease which affects hundreds of millions of individuals worldwide. It is estimated that one in three women...

Im Focus: Neue Strategie gegen Osteoporose

Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Ansatzpunkt gefunden, über den man möglicherweise den Knochenabbau bei Osteoporose verringern und die Knochengesundheit erhalten kann.

Die Osteoporose ist die häufigste altersbedingte Knochenkrankheit. Weltweit sind hunderte Millionen Menschen davon betroffen. Es wird geschätzt, dass eine von...

Im Focus: Lastenfahrräder: Leichtbaupotenziale erkennen und nutzen

Lastenräder sind »hipp« und ein Symbol für klimafreundliche Mobilität, tagtäglich begegnen wir ihnen. Straßen und Radwege müssen an diese neue Fahrzeugkategorie angepasst werden. Aber nicht nur die Infrastruktur kann optimiert werden, Lastenräder selbst bieten noch reichlich Potenzial. Im neu gestarteten Projekt »LastenLeichtBauFahrrad« (L-LBF) suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF zusätzliche Leichtbaupotenziale dieser urbanen Vehikel. Über die Fortschritte des Projekts informiert eine eigene Webseite unter www.lbf.fraunhofer.de/L-LBF 

Form und Design von Lastenfahrrädern variieren von schnittig schick bis kastig oder tonnig. Sie stellen das neue Statussymbol der »mittleren Generation« dar....

Im Focus: AI & single-cell genomics

New software predicts cell fate

Traditional single-cell sequencing methods help to reveal insights about cellular differences and functions - but they do this with static snapshots only...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovationen der Luftfracht: 5. Air Cargo Conference real und digital

04.08.2020 | Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

Städte als zukünftige Orte der Nahrungsmittelproduktion?

29.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tief in die Zelle geblickt

05.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Tellur macht den Unterschied

05.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Humane zellbasierte Testsysteme für Toxizitätsstudien: Ready-to-use Tox-Assay (hiPS)

05.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics