Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heidelberger Physik im Aufwind

23.10.2001


Zuwachs von 38 Prozent gegenüber dem vergangenen Wintersemester - Prorektor Prof. Dr. Karlheinz Meier: "Öffentliche Veranstaltungen, Fernsehsendungen, Schülertage und eine vielfache Medienpräsenz haben die Physik als Schlüsselwissenschaft dargestellt" - Wermutstropfen: Lehramtsstudium




Der in den neunziger Jahren bundesweite Trend gegen ein naturwissenschaftliches Studium scheint zumindest in der Heidelberger Physik gebrochen. Im Wintersemester 2001/2002 schrieben sich insgesamt 239 Studierende in der traditionsreichen Fakultät für einen der drei angebotenen Studiengänge Diplom, höheres Lehramt und Master in Physics ein. Verglichen mit dem vergangenen Wintersemester entspricht das einem Zuwachs von 38 Prozent!

... mehr zu:
»Astronomie »Physik »Prorektor


Der Verlauf der jährlichen Anfängerzahlen von 1990 bis heute zeigt deutlich, dass nach einem Tief gegen Mitte der neunziger Jahre die Physik heute sogar die hohen Anfängerzahlen des Jahres 1990 übertroffen hat und damit bereits wieder an die Grenzen ihrer Ausbildungskapazität stößt.

Die Gründe für den Trend zur Physik sind zwar noch nicht eingehend analysiert, einige liegen jedoch auf der Hand. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) führte gemeinsam mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft im Jahr 2000 das "Jahr der Physik" in Deutschland durch. "Öffentliche Veranstaltungen, Fernsehsendungen, Schülertage und eine vielfache Medienpräsenz haben die Physik als Schlüsselwissenschaft der modernen Industriegesellschaft dargestellt", bilanziert Prorektor Prof. Dr. Karlheinz Meier, der selbst Physiker ist.

Neben einer Reihe von Aktivitäten im Rahmen dieses Programms hat die Heidelberger Fakultät für Physik und Astronomie eine Informations-CD-ROM "Physik und Astronomie studieren in Heidelberg" in 17 000 Exemplaren an deutschen Schulen sowie auf Messen und Ausstellungen verteilt. "Das ’Jahr der Physik’ ging einher mit einer stark angestiegenen Nachfrage nach Physikern auf dem Arbeitsmarkt, so dass der neue Trend zu dieser spannenden Wissenschaft sicher auch in Zusammenhang mit der umfangreichen Werbung zu sehen ist", kommentiert Meier.

Speziell die Physik in Heidelberg biete ihren Studierenden ein besonders breites Programm von stark interdisziplinären Bereichen wie der Umweltphysik und der Biophysik bis hin zu den spannenden Fragen der reinen Erkenntnis im Bereich der kleinsten Elementarteilchen und der Entstehung des Universums. "Eine enge, offene und unkomplizierte Kooperation mit anderen Fakultäten und externen Instituten öffnet Studierenden die Tore zu praktisch allen Bereichen der modernen Naturwissenschaft speziell für Diplom- und Doktorarbeiten", sagt der Prorektor. Die große Zahl neuer Studienanfänger in der Physik werde vom gesamten naturwissenschaftlichen Umfeld in Heidelberg mit Freude registriert.

Wermutstropfen: geringes Interesse am Lehramtsstudium

Meier: "Ein nicht zu ignorierender Wermutstropfen ist allerdings noch immer das geringe Interesse am Lehramtsstudium." Mit nur 33 Anfängern im Jahr 2001 und eher niedrigeren Zahlen an anderen Universitäten stehe der naturwissenschaftliche Unterricht an den Schulen vor einer Krise. Zur kurz- und mittelfristigen Lösung dieses ausgesprochen ernsten Problems seien Programme erforderlich, die Physiker aus Forschung und Industrie zumindest für eine befristete Zeit an die Schulen holen.

Die Heidelberger Fakultät für Physik und Astronomie ist gemessen an der Zahl ihrer Absolventen die größte in Deutschland. Im Jahr 2000 wurden insgesamt 179 Diplome und 122 Doktortitel vergeben. Neben 44 Professuren in den Fächern Physik, Astronomie und Informatik beteiligen sich eine Reihe von Dozenten aus externen Instituten an den umfangreichen Lehraufgaben der Fakultät.

Rückfragen bitte an:
Prof. Dr. Karlheinz Meier
Tel. 06221 544336 oder -5, Fax 544917
E-Mail: meierk@kip.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
E-Mail: michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw

Weitere Berichte zu: Astronomie Physik Prorektor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Reifungsmuster des Hippokampus steuert die menschliche Gedächtnisentwicklung
23.07.2018 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Lehrerbildung für die digitale Welt
17.07.2018 | Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 467 km/h in Los Angeles: TUM-Hyperloop-Team bleibt Weltmeister

Mit grandiosen 467 Stundenkilometern ist die dritte Kapsel des WARR-Hyperloop-Teams in Los Angeles durch die Teströhre auf dem Firmengelände von SpaceX gerast. Die Studierenden der Technischen Universität München (TUM) bleiben damit auch im dritten Hyperloop Pod Wettbewerb in Los Angeles ungeschlagen und halten den Geschwindigkeitsrekord für den Hyperloop Prototyp.

Der SpaceX-Gründer Elon Musk hatte die „Hyperloop Pod Competition“ 2015 ins Leben gerufen. Der Hyperloop ist das Konzept eines Transportsystems, bei dem sich...

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natur in der Stadt – was sie leistet und wie wir sie schützen können

23.07.2018 | Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Suchmaschine für «Smart Wood»

23.07.2018 | Informationstechnologie

Das Geheimnis der Höhlenkrebse entschlüsselt

23.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Natur in der Stadt – was sie leistet und wie wir sie schützen können

23.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics