Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochhaus-Abriss wird leiser und energiesparender

16.01.2013
Japanisches Unternehmen setzt auf stromerzeugende Kräne

In Tokio wird derzeit das ehemalige Grand Prince Hotel Akasaka, ein 140-Meter-Hochhaus abgerissen. Dabei kommt eine neue Methode der Taisei Corporation zum Einsatz, die leiser, sauberer und energiesparender ist, berichtet die Japan Times. Denn das Gebäude wird etagenweise von innen heraus abgetragen. Dabei kommen Kräne zum Einsatz, die beim Absenken von Material aus großer Höhe Strom erzeugen, nach einem ähnlichen Prinzip wie regenerative Bremsen bei Autos.


Hochhaus beim Schrumpfen: das spart Energie
Foto: Taisei Corp.

Energie aus der Höhe

Bei Autos ist es Bewegungsenergie, die beim Bremsvorgang ohne Rückgewinnungssysteme verloren gehen würde. Das ist bei Hochhäusern nicht der Fall, doch steckt viel potenzielle Energie allein darin, dass Baumaterial in große Höhen befördert wurde.

Das "Taisei Ecological Reproduction System" setzt daher auf spezielle Kräne, die einen Teil eben dieser Energie beim Absenken von Material auf Bodenniveau als Strom rückgewinnt. Dieser kann dann Beleuchtung und andere Geräte betreiben und den Abrissvorgang somit energiesparender machen.

Die Spezialkräne arbeiten dabei im Inneren des Gebäudes. Vor dem eigentlichen Abriss werden alle nicht-strukturellen Gebäudeteile von Hand entfernt und wenn möglich dem Recycling zugeführt. Dann erst erfolgt der eigentliche Abriss tragender Elemente und das beginnend im obersten Stockwerk.

Das Dach bleibt zunächst erhalten und wird mit speziellen Hebern entsprechend dem Arbeitsfortschritt abgesenkt. "Es ist ein wenig als hätte man oben im Gebäude eine Demontage-Fabrik und darauf einen großen Hut, und dann schrumpft das Gebäude", beschreibt Taisei-Mitarbeiter Hideki Ichihara. Um rund 30 Meter ist das ehemalige Hotel schon geschrumpft, bis zum späteren Frühjahr soll es komplett verschwunden sein.

Viele Vorteile

Die Abrissmethode hat Ichihara zufolge viele Vorteile. Die Kombination aus Material-Recycling und stromerzeugenden Kränen reduziert ihm zufolge den effektiven Kohlendioxid-Ausstoß um bis zu 85 Prozent. Davon, dass praktisch in einem geschlossenen Raum gearbeitet wird, profitiert laut Unternehmen auch die Umgebung. Die Lärmbelastung in der Umgebung der Abrissstelle sinke um 17 bis 23 Dezibel, die Staubbelastung sogar um bis zu 90 Prozent. Zudem sei die Arbeit sicherer als bei Abriss unter freiem Himmel und der Ansatz für Gebäude über 100 Meter Höhe praktikabler als klassische Abrissmethoden.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.taisei.co.jp/english

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht VDI sieht urbane Produktion und Logistik als integrale Teile der Stadt der Zukunft
19.07.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Ein Haus wird zum Internetstar
17.07.2018 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics