Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Facility Management entlastet Kommunen

01.03.2010
Mit Spezialisten vermeiden Städte und Gemeinden Reibungsverluste

Der Unterhalt ihrer Liegenschaften ist für die Kommunen ein erheblicher Kostenblock. Die über 11.000 Kommunen in Deutschland könnten nach Meinung von Experten im Bereich der Gebäudebewirtschaftung rund 20 Prozent an Kosten einsparen.

Ein zentral gesteuertes Immobilien- und Facility-Management vermeidet z.B. doppelt ausgeführte Tätigkeiten im Bewirtschaftungsprozess. Hierfür sind technische Qualifikationen verbunden mit betriebswirtschaftlichem Management-Know-how nötig, wie sie ein Master-Studiengang der Nürnberger Ohm-Hochschule mit der Verbund IQ gGmbH bietet.

Obwohl die öffentliche Hand zu den größten Immobilieneigentümern des Landes zählt, verantworten den Bereich des kommunalen Immobilienmanagements nach wie vor größtenteils reine Verwaltungsleute, Kaufleute oder Techniker. Zusätzlicher Nachteil: Vielfach sind mehrere Ämter mit wenig Interesse an gemeinsamer Kooperation in die Betreuung einer Immobilie involviert.

Die Zuständigkeiten sind zersplittert. Ein zentrales Facility Management (FM) fehlt. Nach einer Umfrage des Deutschen Instituts für Urbanistik in Berlin (Difu) sind in den Kommunen im Schnitt mindestens drei Ämter für die Verwaltung und Bewirtschaftung der Liegenschaften zuständig. Folge dieser Zersplitterung ist häufig eine unzureichende Erfassung, Bewertung und Bewirtschaftung des vorhandenen Bestands.

"Da nutzt jeder sein eigenes Vokabular und es gibt viele Reibungsverluste", sagt Guido Steinborn. Dabei wäre nach Meinung des Verwaltungsbeamten der Stadt Gütersloh gerade bei den Kommunen mit ihrem heterogenen Gebäudebestand eine ganzheitliche Sicht sehr wichtig. Denn für Kommunen sind Immobilien als Teil der Infrastruktur ein bedeutender Faktor im Wettbewerb mit anderen Kommunen und können ausschlaggebend für die Ansiedelung neuer Unternehmen oder den Zuzug neuer Bürger sein.

Unumgänglich ist daher der Einsatz einer professionellen FM-Strategie durch Experten, die sie sinnvoll umsetzen können.

Seitdem Guido Steinborn sich zum "Master of Facility Management" ausbilden hat lassen, "verstehe ich die Zusammenhänge der Immobilienbewirtschaftung viel besser". Diese berufliche Fortbildung mit ihrem interdisziplinären Charakter hat aus dem 38-Jährigen einen Generalisten im FM-Bereich gemacht. Mittlerweile fungiert er als Bindeglied zwischen den einzelnen Spezialisten und sein Urteil in fachlichen Fragen schätzen die Berufskollegen hoch.

FM-Profis wie Steinborn verfügen über einen ganzheitlichen Denkansatz. Nur so gehen ökonomische und ökologische Vorteile Hand in Hand. Beispielsweise wenn es um den Einsatz von Solaranlagen auf nutzbaren kommunalen Dachflächen geht. Ohne den professionellen Rat des FM-Experten müssten alle mit der Gebäudebewirtschaftung befassten Ämter ihre Zustimmung geben.

FM-Experte Steinborn hält zumindest eine "Grundausbildung" im FM-Bereich der Kommunen für unbedingt notwendig. Dann würden viele Probleme erst gar nicht entstehen, die später mit viel Aufwand beseitigt werden müssten.

"Kommunen sollten verstärkt auf Facility Management setzen", meint auch Matthias Martin, der im letzten Jahr eine FM-Weiterbildung an der Nürnberger Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Kooperation mit der Verbund IQ gGmbH abgeschlossen hat. "Gerade im Bereich der gegenwärtigen kommunalen Or-ganisation von Verwaltungsgebäuden sind massiv Potenziale vorhanden", sagt der 34-jährige Beschäftigte der Landeshauptstadt München. So manche finanzielle Belastungen im kommunalen Haushalt könnten mit professionellem FM vermieden werden.

Da den einzelnen Ämtern die Kosten der Nutzung der Liegenschaften entstehenden Kosten in aller Regel unbekannt sind, besteht kaum ein Anreiz zu deren Senkung - z.B. durch ressourcenschonendes Verhalten. Zudem müssen sie nicht aus den Haushaltsmitteln der Verwaltungseinheit bestritten werden. Besonders wertvoll für die aktuellen Aufgaben von Matthias Martin in der kommunalen Hausverwaltung ist neben den im FM-Studium erlernten rechtlichen und technischen Inhalten auch das betriebswirtschaftliche Know-how. Wenn es z.B. bei der Übertragung von kommunalem Immobilienvermögen auf Beteiligungsunternehmen darum geht, Steuerungsmöglichkeiten und Eingriffsrechte seitens der Kommune zu nutzen oder steuerrechtliche Auswirkungen zu berücksichtigen.

Dass FM mittlerweile unbestreitbar eine absolute Schlüsselbranche ist, berichtet der Branchenreport des Instituts für angewandte Innovationsforschung (IAI) e.V. an der Ruhr-Universität Bochum. Demzufolge ist FM mit einem Anteil von 5,03 Prozent am Bruttoinlandsprodukt bedeutsamer als so manche "klassische" Erfolgsbranche. Mit über 176 Milliarden Euro Bewirtschaftungsvolumen ist die FM-Branche auch sehr krisensicher, denn "Gebäude müssen unabhängig vom Kerngeschäft des Immobilieneigentümers stets bewirtschaftet werden", betont Dr. Markus Thomzik, einer der Autoren des Reports.

Weitere Informationen zu den Studiengängen im Facility Management erhal-ten Interessenten bei Verbund IQ, Klaus Dennerlein, Tel. 0911/ 424599-12, Fax. 0911/ 424599-50, oder im Internet unter http://www.verbund-iq.de.

Astrid Maul | idw
Weitere Informationen:
http://www.verbund-iq.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Schleichender Zerfall
22.10.2019 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht »Switch2Save«: Intelligente Fenster und Glasfassaden durch neuartige Schaltungstechnik
15.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hohlraum vermittelt starke Wechselwirkung zwischen Licht und Materie

Forschern ist es gelungen, mithilfe eines mikroskopischen Hohlraumes eine effiziente quantenmechanische Licht-Materie-Schnittstelle zu schaffen. Darin wird ein einzelnes Photon bis zu zehn Mal von einem künstlichen Atom ausgesandt und wieder absorbiert. Das eröffnet neue Perspektiven für die Quantentechnologie, berichten Physiker der Universität Basel und der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift «Nature».

Die Quantenphysik beschreibt Photonen als Lichtteilchen. Will man ein einzelnes Photon mit einem einzelnen Atom interagieren lassen, stellt dies aufgrund der...

Im Focus: A cavity leads to a strong interaction between light and matter

Researchers have succeeded in creating an efficient quantum-mechanical light-matter interface using a microscopic cavity. Within this cavity, a single photon is emitted and absorbed up to 10 times by an artificial atom. This opens up new prospects for quantum technology, report physicists at the University of Basel and Ruhr-University Bochum in the journal Nature.

Quantum physics describes photons as light particles. Achieving an interaction between a single photon and a single atom is a huge challenge due to the tiny...

Im Focus: Freiburger Forschenden gelingt die erste Synthese eines kationischen Tetraederclusters in Lösung

Hauptgruppenatome kommen oft in kleinen Clustern vor, die neutral, negativ oder positiv geladen sein können. Das bekannteste neutrale sogenannte Tetraedercluster ist der weiße Phosphor (P4), aber darüber hinaus sind weitere Tetraeder als Substanz isolierbar. Es handelt sich um Moleküle aus vier Atomen, deren räumliche Anordnung einem Tetraeder aus gleichseitigen Dreiecken entspricht. Bisher waren neben mindestens sechs neutralen Versionen wie As4 oder AsP3 eine Vielzahl von negativ geladenen Tetraedern wie In2Sb22– bekannt, jedoch keine kationischen, also positiv geladenen Varianten.

Ein Team um Prof. Dr. Ingo Krossing vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Freiburg ist es gelungen, diese positiv geladenen...

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

13. Aachener Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung – »Collaborate to Innovate: Making the Net Work«

22.10.2019 | Veranstaltungen

Serienfertigung von XXL-Produkten: Expertentreffen in Hannover

22.10.2019 | Veranstaltungen

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

13. Aachener Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung – »Collaborate to Innovate: Making the Net Work«

22.10.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Studenten entwickeln einen Koffer, der automatisch auf Schritt und Tritt folgt

22.10.2019 | Innovative Produkte

Chemikern der Universität Münster gelingt Herstellung neuartiger Lewis-Supersäuren auf Phosphor-Basis

22.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics