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Kosten der Qualitätssicherung - Empirische Analyse am Beispiel Mischfutterherstellung

19.04.2006
Qualitätssichernde Maßnahmen gewinnen in der Agrarwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Gründe dafür sind unter anderem höhere Qualitätsansprüche der Kunden und verschiedene Lebensmittelskandale.

Welche Kosten durch die Qualitätssicherung bzw. das Qualitätsmanagement verursacht werden, untersuchte André Brüggemann von der Universität Kiel im Rahmen seiner Dissertation.

Mit Hilfe von Fallstudien ermittelte er die einzelnen Kostenblöcke bei Herstellern von Mischfuttermitteln. Danach haben die Kosten für das Personal den größten Anteil an der Qualitätssicherung. Sie entstehen durch Ausgaben für Qualitätsmanager und für qualitätsbezogene Arbeiten anderer Mitarbeiter. Die Höhe der Personalkosten ist nahezu unabhängig von der Größe der Unternehmen. Mit zunehmender Unternehmensgröße kommt es daher zu einer Kostendregression. Anders sieht es bei den Kosten für die Untersuchung der Produkte aus.

Pro Tonne hergestellten Mischfutters sind sie für alle Unternehmen zwar etwa gleich hoch, aber ihr absoluter Wert steigt mit zunehmender Produktionsmenge an. In großen Betrieben können sie deshalb zu dem bedeutendsten Kostenfaktor in der Qualitätssicherung werden. Von untergeordneter Bedeutung sind die Kosten für die Zertifizierung.

Dieses Ergebnis steht im Gegensatz zu den Erwartungen vieler Futtermittelhersteller. Sie vermuteten hier den größten Kostenblock, ohne jedoch eine genaue Auswertung ihrer Betriebskosten für diesen Bereich vorgenommen zu haben.

Nach Auswertung seiner Ergebnisse ist für den Autor "eine kostenoptimale Qualitätsproduktion nur in größeren Unternehmen bzw. bei großen Mengeneinheiten möglich." Als Beispiel zur Senkung der Personalkosten nennt er die automatisierte Beprobung der Rohware.

Dr. Eckhard Lorenz | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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