Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Antibiotika in der Nutztierhaltung

06.04.2010
Konzept zur Erfassung von Verbrauchsmengen entwickelt

Wie viele Antibiotika werden in der Nutztierhaltung eingesetzt? Und welche Wirkstoffe kommen in welchen Mengen zum Einsatz?

Um Antworten auf diese Fragen geben zu können, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung die Studie "VetCAb" in Auftrag gegeben - eine Machbarkeitsstudie, die zeigen soll, wie der Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung erfasst werden kann. Langfristig sollen die Daten helfen, Resistenzen gegenüber Antibiotika einzudämmen, da durch den falschen und übermäßigen Einsatz von Arzneimitteln die Resistenzentwicklung begünstigt wird.

Wissenschaftler des Instituts für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und des Instituts für Pharmakologie, Pharmazie und Toxikologie der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig haben gemeinsam ein Konzept entwickelt, mit dem die Daten zum Einsatz von Antibiotika mit einem möglichst geringen Aufwand erfasst werden können. Sie haben dazu über ein Jahr die Aufzeichnungen von 24 Tierarztpraxen in fünf Landkreisen Niedersachsens und 66 landwirtschaftlichen Betrieben in Nordrhein-Westfalen in einer zentralen Datenbank erfasst und am Ende das Konzept der Datenerfassung geprüft. Wichtig war ihnen herauszuarbeiten, welche Angaben sich für die Beurteilung der Verbrauchsmengen überhaupt eignen und ob solch ein Konzept umsetzbar ist.

Die Idee des Konzeptes ist, Daten zu sammeln, die die Tierärzte und Landwirte bereits erfasst haben. Tierärzte müssen für Medikamente, die sie verabreichen oder abgeben, Arzneimittelanwendungs- und Arzneimittelabgabebelege ausfüllen. Landwirte tragen die Informationen in ihre Stallbücher ein. Diese Daten haben die Wissenschaftler in einer zentralen Datenbank gesammelt, die die Universität Leipzig entwickelt hat. Sie verfügt über eine Eingabemaske, mit der die Wissenschaftler die Daten direkt über das Internet eingeben konnten. Alle Daten wurden unter Einhaltung der Vorgaben der Datenschutzgesetze in pseudonymisierter Form erhoben. Durch die Verknüpfung der Datenbank mit dem Veterinärmedizinischen Informationsdienst für Arzneimittelanwendung, Toxikologie und Arzneimittelrecht VETIDATA (http://www.vetidata.de) konnten aus den Angaben der eingesetzten Arzneimittel Art und Menge des darin enthaltenen Wirkstoffs berechnet werden.

"Mit dem geplanten Monitoring soll ausschließlich erfasst werden, welche Antibiotika wie häufig eingesetzt werden", erklärt Dr. Roswitha Merle aus dem Institut für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung der TiHo "sie dient weder der Kontrolle der Tierärzte noch der Einhaltung der Antibiotika-Leitlinien oder der Verabreichung verbotener Substanzen". Für Kontrollaufgaben sind die Überwachungsbehörden zuständig. In einer folgenden Untersuchung sollten nun Praxen und Betriebe so ausgewählt werden, dass die Ergebnisse für ihre Region und insgesamt für Deutschland repräsentativ sind.

Für Rückfragen wenden Sie sich gern an:

Professor Dr. Lothar Kreienbrock und Dr. Roswitha Merle
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung
Tel.: (05 11) 9 53-79 70, E-Mail: roswitha.merle@tiho-hannover.de
Dr. Peter Hajek
Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig
Institut für Pharmakologie, Pharmazie und Toxikologie
Tel.: (03 41) 9738 141, E-Mail: p.hajek@vetmed.uni-leipzig.de

Sonja von Brethorst | idw
Weitere Informationen:
http://www.vetidata.de
http://www.uni-leipzig.de
http://www.tiho-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Forschungsteam unter Göttinger Leitung beschreibt neue Methode zur Gen-Entschlüsselung bei Pflanzen
08.10.2019 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht Die „kurze“ Revolution im Roggenfeld: Mit Halbzwergen zu mehr Ertrag und Trockenstress-Toleranz
24.09.2019 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Controlling superconducting regions within an exotic metal

Superconductivity has fascinated scientists for many years since it offers the potential to revolutionize current technologies. Materials only become superconductors - meaning that electrons can travel in them with no resistance - at very low temperatures. These days, this unique zero resistance superconductivity is commonly found in a number of technologies, such as magnetic resonance imaging (MRI).

Future technologies, however, will harness the total synchrony of electronic behavior in superconductors - a property called the phase. There is currently a...

Im Focus: Ultraschneller Blick in die Photochemie der Atmosphäre

Physiker des Labors für Attosekundenphysik haben erkundet, was mit Molekülen an den Oberflächen von nanoskopischen Aerosolen passiert, wenn sie unter Lichteinfluss geraten.

Kleinste Phänomene im Nanokosmos bestimmen unser Leben. Vieles, was wir in der Natur beobachten, beginnt als elementare Reaktion von Atomen oder Molekülen auf...

Im Focus: Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Wie kommt es, dass manche Neutronensterne zu den stärksten Magneten im Universum werden? Eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Entstehung dieser sogenannten Magnetare hat ein deutsch-britisches Team von Astrophysikern gefunden. Die Forscher aus Heidelberg, Garching und Oxford konnten mit umfangreichen Computersimulationen nachvollziehen, wie sich bei der Verschmelzung von zwei Sternen starke Magnetfelder bilden. Explodieren solche Sterne in einer Supernova, könnten daraus Magnetare entstehen.

Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Im Focus: How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

How do some neutron stars become the strongest magnets in the Universe? A German-British team of astrophysicists has found a possible answer to the question of how these so-called magnetars form. Researchers from Heidelberg, Garching, and Oxford used large computer simulations to demonstrate how the merger of two stars creates strong magnetic fields. If such stars explode in supernovae, magnetars could result.

How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

Im Focus: Wenn die Erde flüssig wäre

Eine heisse, geschmolzene Erde wäre etwa 5% grösser als ihr festes Gegenstück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Forschenden der Universität Bern. Der Unterschied zwischen geschmolzenen und festen Gesteinsplaneten ist wichtig bei die Suche nach erdähnlichen Welten jenseits unseres Sonnensystems und für das Verständnis unserer eigenen Erde.

Gesteinsplaneten so gross wie die Erde sind für kosmische Massstäbe klein. Deshalb ist es ungemein schwierig, sie mit Teleskopen zu entdecken und zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

10. Weltkonferenz der Ecosystem Services Partnership an der Leibniz Universität Hannover

14.10.2019 | Veranstaltungen

Bildung.Regional.Digital: Tagung bietet Rüstzeug für den digitalen Unterricht von heute und morgen

10.10.2019 | Veranstaltungen

Zukunft Bau Kongress 2019 „JETZT! Bauen im Wandel“

10.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

BiClean – Smarte antibakterielle Oberflächen mittels bidirektionaler Displaytechnologie

14.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Fehlerhafte Proteinfaltung als Alzheimer-Risikomarker – bis zu 14 Jahre vor der Diagnose

14.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Flechten: Teamwork macht den Unterschied

14.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics