Vielseitige Nanostrukturen auf Glasflächen

Zur Fertigung eines optischen Interferenzgitters für die Beugung von Licht wird ein Stempel hergestellt. Foto: SCHOTT<br>

Der Technologiekonzern SCHOTT hat ein Verfahren zur Nanostrukturierung von Oberflächen weiterentwickelt, das heute zu einer der bedeutenden „Emerging Technologies“ zählt: die sogenannte Nanoimprint-Lithographie.

Auf Basis dieser technologischen Plattform soll eine Vielfalt innovativer Anwendungen entstehen – von dekorativer Edelstahloptik auf Glas über OLED-Applikationen bis zu photonischen Kristallen.

Mit der Nanoimprint-Lithographie, einer mechanischen Nanoprägetechnik, sowie in Kombination mit speziellen Beschichtungsmaterialien und -verfahren lassen sich komplexe funktionale Oberflächenstrukturen schaffen. Diese reichen bis in den Nanometerbereich – also ein milliardstel Meter – und sind so ausgeklügelt, dass sie einfallendes Licht gezielt lenken, reflektieren, absorbieren oder manipulieren können. Auch lassen sich Oberflächen mit einer bestimmten Haptik oder einer dekorativen Anmutung erzeugen.

„Wir arbeiten intensiv am Ausbau der Nanostrukturierung zu einer Technologieplattform für die Erschließung innovativer Anwendungen und Produkte“, sagt Dr. Eveline Rudigier-Voigt, Senior Manager Coating bei SCHOTT Research & Technology. Bislang war die Technologie industriell und auf relativ großen Flächen nur für biegbare Substrate, hauptsächlich Kunststoffe, einsetzbar.

Mit rigidem Material wie etwa Glas ließen sich nur kleine Formate realisieren – zum Beispiel nanooptisch strukturierte Wafer oder diffraktive optische Elemente (DOE) als Nachfolger von klassischen Linsen und Spiegeln. Zudem arbeiten bisherige Verfahren sehr langsam, benötigen viele Prozessschritte oder eignen sich nicht für große Flächen bzw. starre Substrate wie Spezialglas.

Dagegen erlaubt ein erster technologischer Prototyp von SCHOTT nicht nur die Nanostrukturierung von Glas, sondern auch die schnelle Fertigung von 30 mal 40 Quadratzentimeter großen Glasformaten. Auch hat SCHOTT auf Basis chemischer Nanotechnologie einen speziellen Lack auf Sol-Gel-Basis entwickelt, in den sich Nanostrukturen prägen lassen.

Aufgebracht auf ein Glassubstrat, lassen sich damit unterschiedlichste Eigenschaften realisieren wie etwa ein speziell angepasster Brechungsindex für optische Anwendungen. Zudem sind diese Strukturen nun temperaturbeständig und widerstehen Temperaturen von über 200 bis 700 Grad Celsius.

„Diese Technologieplattform öffnet die Türen zu vielfältigen Anwendungen. Für viele davon sind unsere Materialien und das Verfahren auf Basis von Patentanmeldungen breit abgesichert“, so Dr. Matthias Bockmeyer, SCHOTT Senior Manager Material Development. Mögliche Anwendungsfelder sind etwa Architekturgläser mit antireflektierenden Oberflächen, Hologramme für den Markenschutz oder optische Nanostrukturen zur Lichtauskopplung für OLED’s (organische Licht emittierende Dioden).

Denkbar sind auch Diffusionsfilter zur gleichmäßigen Verteilung von Licht auf Bildschirmen. Interessant für die Dünnschicht-Solartechnik sind darüber hinaus optische „Light-Trapping“-Konzepte (Lichtfallen) zur effizienten Absorption von Licht durch das nanostrukturierte Substrat. Ein weiteres Zukunftsfeld sind spezielle kristalline Siliziumstrukturen zur kostengünstigen Herstellung von photonischen Kristallen, um die Leistungsfähigkeit der (optischen) Datenverarbeitung deutlich zu steigern – Voraussetzung für den optischen Supercomputer der Zukunft.

Bei SCHOTT denkt man bereits über eine mögliche dekorative Anwendung im Hausgerätebereich nach: der Erzeugung einer realistischen, gebürsteten Edelstahloptik auf Glas. Dadurch lassen sich die Materialvorteile von Glas wie etwa leichte Säuberung und Kratzfestigkeit mit der edlen Anmutung von Metall verbinden.

Über SCHOTT
SCHOTT ist ein internationaler Technologiekonzern mit mehr als 125 Jahren Erfahrung auf den Gebieten Spezialglas, Spezialwerkstoffe und Spitzentechnologien. Mit vielen seiner Produkte ist SCHOTT weltweit führend. Hauptmärkte sind die Branchen Hausgeräteindustrie, Pharmazie, Elektronik, Optik, Solarenergie, Transportation und Architektur. Das Unternehmen hat den klaren Anspruch, mit hochwertigen Produkten und intelligenten Lösungen zum Erfolg seiner Kunden beizutragen und SCHOTT zu einem wichtigen Bestandteil im Leben jedes Menschen zu machen. SCHOTT bekennt sich zum nachhaltigen Wirtschaften und setzt sich bewusst für Mitarbeiter, Gesellschaft und Umwelt ein. In 40 Ländern ist der SCHOTT Konzern mit Produktions- und Vertriebsstätten kundennah vertreten. 17.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2010/2011 einen Weltumsatz von rund 2,9 Milliarden Euro. Die SCHOTT AG mit Hauptsitz in Mainz ist ein Unternehmen der Carl-Zeiss-Stiftung.
Kontakt:
SCHOTT AG
Christine Fuhr
PR Manager
Tel: +49 (0)6131 – 66 4550
Fax: +49 (0)3641 – 28889 141
christine.fuhr@schott.com
www.schott.com

Fink & Fuchs Public Relations AG
Karsten Krone
+49 611 74131-77
schott@ffpr.de

Media Contact

Christine Fuhr Fink & Fuchs Public Relations AG

Weitere Informationen:

http://www.schott.com

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie

Dieses Fachgebiet umfasst wissenschaftliche Verfahren zur Änderung von Stoffeigenschaften (Zerkleinern, Kühlen, etc.), Stoffzusammensetzungen (Filtration, Destillation, etc.) und Stoffarten (Oxidation, Hydrierung, etc.).

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Trenntechnologie, Lasertechnologie, Messtechnik, Robotertechnik, Prüftechnik, Beschichtungsverfahren und Analyseverfahren.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Pinguinzählung in der Antarktis

Kaiserpinguine gelten als vom Aussterben bedroht. Um die größte aller Pinguinarten zu schützen, gilt es, die Zahl der Tiere genau im Blick zu behalten und zu untersuchen, welche Faktoren die…

Blütenbesuch- und Pollentransport in Kulturlandschaften

Ein Forschungsteam unter Leitung der Universität Göttingen hat Wildbienen auf Kalkmagerrasen untersucht und dabei sowohl die Blütenbesuchsnetzwerke als auch die Pollentransportnetzwerke analysiert. Dabei zeigte sich, dass nicht alle Besuche der…

KI und Robotik: Wie autonomer Ultraschall den medizinischen Alltag entlasten kann

Robotischer Ultraschall kann Ärztinnen und Ärzten Routineuntersuchungen abnehmen. Die Untersuchungen sind standardisiert, somit werden Daten miteinander vergleichbar. Für autonome oder automatisierte Untersuchungen ist kein medizinisches Fachpersonal nötig. Prof. Nassir Navab…

Partner & Förderer